Microdevario kubotai
Beschreibung
Die Smaragd-Zwergrasbora (Microdevario kubotai) ist ein sehr kleiner, zierlicher Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae mit einer Größe von ca. 2 cm SL. Der Körper ist schlank und transparent wirkend. Kennzeichnend ist das starke, neongrüne bis gelbgrüne Längsband entlang der Körperflanke, das der Art ihren deutschen Namen verleiht. Bauchregion und Kiemendeckel weisen goldene bis grünliche Schimmer auf, die in gut gepflegten Aquarien besonders intensiv zur Geltung kommen. Die Flossen sind überwiegend hyalin.
Im Aquarium zeigt Microdevario kubotai ein lebhaftes und aktives Schwarmverhalten. Die Tiere bewegen sich bevorzugt in der mittleren Wasserschicht und suchen gelegentlich schattige Bereiche unter Pflanzen oder Wurzelholz auf. In der Natur kommen sie in gut durchströmten, sauerstoffreichen Gewässern in Gruppen von 20–50 Individuen vor und benötigen entsprechend eine mäßige bis gute Wasserströmung im Aquarium. In gut eingerichteten Becken treten die Tiere aktiv, agil und neugierig auf, bleiben aber scheu gegenüber deutlich größeren oder schnellen Beifischen.
Die sehr geringe Körpergröße bedingt eine Spezialisierung auf feinfiedrige Nahrungspartikel. Die namensgebende smaragdgrüne Linie wird in dichtem Schwarm besonders intensiv wahrgenommen. Eine gute Frontbeleuchtung verstärkt den Leuchteffekt des Längsbands zusätzlich.
Besonderheiten
- Sehr kleine Art mit smaragdgrüner Längsbänderung – Leuchteffekt bei Frontbeleuchtung besonders stark
- Aktiver Schwarmfisch der mittleren Wasserschicht – bevorzugt mäßige bis gute Strömung
- Geeignet für gut strukturierte Kleinaquarien
- Geringe Sprungneigung – dennoch Abdeckung empfohlen
- Feinfutter-Spezialist – benötigt kleine Partikel und lebende Mikroorganismen
- Zeigt im Schwarm verstärkte Färbungseffekte
Vergesellschaftungshinweise
Microdevario kubotai ist ein typischer Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Individuen gehalten werden, damit die Tiere Sicherheit gewinnen und ihre Farben voll entwickeln. In größeren Schwärmen wirken die Fische ausgeglichener und weniger scheu.
Das Temperament ist insgesamt sehr friedlich und zurückhaltend. Die Tiere sind keine Rangkämpfer und treten nicht aggressiv gegenüber Artgenossen auf. Gegenüber deutlich größeren und aktiveren Fischen bleiben sie scheu und sollten mit ruhigen, kleinbleibenden Beifischen vergesellschaftet werden.
Schnecken werden toleriert. Jungtiere von Zwerggarnelen können gelegentlich gefressen werden, adulte Garnelen sind aufgrund des sehr kleinen Mauls im Allgemeinen sicher.
Geeignete Mitbewohner sind kleine, friedliche Beifische aus Südostasien, insbesondere zierliche Kleinkarpfen und Rasboras mit ähnlichen Wasseransprüchen. Starke Schwimmer, größere Raubfische oder Arten mit aggressivem Fressverhalten sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind tendenziell etwas kleiner, schlanker und zeigen eine intensivere neongrüne Färbung entlang des Längsbandes. Weibchen wirken fülliger und deutlich tiefer am Körper, insbesondere vor und während der Laichzeit, und die Färbung ist insgesamt etwas blasser.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20–27 °C, pH 6,0–7,0, GH 1–10 °dGH.
Für eine artgerechte Haltung empfiehlt sich ein Aquarium mit mindestens 60 cm Kantenlänge und ca. 54 Liter. Das Becken sollte reich strukturiert sein mit feinfiedrigen Pflanzen (z. B. Javamoos, feine Stängelpflanzen), Wurzelholz und vereinzelten offenen Schwimmzonen. Bodennah vorhandene Verstecke, Laubschichten und flache Wurzeln erhöhen das Sicherheitsgefühl.
Da die Art in der Natur gut durchströmte Fließgewässer bewohnt, sollte im Aquarium eine mäßige bis gute Wasserströmung erzeugt werden. Empfohlen wird eine Filterleistung von mindestens dem 4- bis 5-fachen des Aquarienvolumens pro Stunde. Regelmäßige Wasserwechsel von 30–50 % wöchentlich.
Aufgrund des sehr kleinen Mauls sind feine Futterpartikel nötig. Mikro-Granulat, zerriebenes Trockenfutter sowie lebendes und gefrorenes Kleinfutter (Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mikrowürmer) in mehreren kleinen Portionen täglich.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Laichstreuer)
Zuchtschwierigkeit: mittel
Microdevario kubotai ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Zucht-Wasserwerte: Temperatur 25–27 °C, pH 6,0–6,8, GH max. 5 °dGH. Ein separates, abgedunkeltes Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser und feinfiedrigen Pflanzen (z. B. Javamoos) oder Laichmopps wird empfohlen.
Paare oder kleine Gruppen werden zuvor gut mit hochwertigem Lebendfutter konditioniert. Die Eier werden frei zwischen Pflanzen verstreut (ca. 20–50 Eier pro Laichvorgang). Da die Elterntiere keinen Laichschutz ausüben, sollten sie nach dem Ablaichen entfernt werden. Inkubationszeit bei 25–26 °C ca. 48–72 Stunden. Jungfische benötigen zunächst Infusorien oder Staubfutter, dann Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
Microdevario kubotai ist ein Allesfresser mit Bedarf an sehr feinen Nahrungspartikeln. Bevorzugt werden kleine lebende tierische Nahrung wie Artemia-Nauplien, Cyclops, Mikrowürmer und Daphnien. Hochwertiges Frost- und Lebendfutter als Basis. Trockenfutter in Pulverform oder als Mikro-Granulat als Ergänzung. Mehrere kleine Fütterungen täglich.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Microdevario kubotai stammt aus Südostasien, aus dem Nordwesten Thailands (Provinzen Ranong und Phang Nga) sowie dem Ataran-Einzugsgebiet in Myanmar. Die Art besiedelt klare Fließgewässer mit mäßiger Strömung, die von dichter Ufervegetation beschattet werden. Typische Habitate sind Bereiche mit gemischtem Substrat aus Sand, Kies und Steinen sowie reichlich Falllaub und Moospolster.