Neolamprologus marunguensis

Deutscher Name: Blauaugen-Feenbarsch

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Ostafrika, Tansania
Farben:
blau, braun, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Neolamprologus marunguensis
Gattung: Neolamprologus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Neolamprologus marunguensis ist ein kompakter Buntbarsch aus dem Tanganjikasee und erreicht eine Gesamtlänge von etwa 7 cm. Die Art besticht durch leuchtend blaue Augen und eine dezente Grundfärbung in Beige bis Bräunlich mit feinen, netzartigen Zeichnungen auf den Schuppen. Die unpaaren Flossen tragen helle, weiße Säume. Junge Tiere zeigen häufig intensivere Kontraste. Im Handel wurde die Art zeitweise als Neolamprologus sp. walteri geführt. Im Aquarium zeigt N. marunguensis ein ruhiges Schwimmverhalten in der mittleren bis unteren Wasserschicht. Außerhalb von Brutzeiten verhält sich die Art vergleichsweise friedlich. Innerhalb einer Gruppe bilden sich stabile Paare oder Familienverbände. Dominantere Tiere etablieren eigene Reviere. Während Balz und Brutpflege zeigen Männchen und Weibchen interessante Verhaltensänderungen. Besonders kennzeichnend sind die Höhlenorientierung und die Bindung an strukturreiche Bereiche. Die Art nutzt Ritzen, Spalten und Höhlen konsequent als Ruhe-, Revier- und Fortpflanzungsorte. Juvenile Helfer bei der Revierverteidigung wurden dokumentiert.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Leuchtend blaue Augen als markantes Erkennungsmerkmal
  • Höhlen- und spaltenorientierter Substratlaicher
  • Bildet Paare und Familiensysteme, Etagenzucht wurde beobachtet
  • Juvenile Helfer bei der Revierverteidigung dokumentiert
  • Im Handel zeitweise als N. sp. walteri geführt
  • Geringe Sprungneigung, Abdeckung dennoch empfehlenswert
  • Hartwasser-Spezialist aus dem Tanganjikasee

Vergesellschaftungshinweise

N. marunguensis wird als Gruppe oder Harem gehalten. Empfohlen wird ein Männchen mit bis zu drei Weibchen, um Aggressionen zu reduzieren. Dominante Männchen können polygam werden. Die Art bildet in Gefangenschaft sowohl monogame Paare als auch komplexere Gruppenverbände. Im Alltag ist die Art friedfertig gegenüber Fischen, die andere Schwimmzonen belegen. Während der Brutzeit steigt die Territorialität deutlich an, Eltern verteidigen Höhlen aggressiv. Ältere Geschwister können bei der Revierverteidigung mithelfen. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert. Geeignete Mitbewohner: andere Tanganjikasee-Cichliden ähnlicher Größe und Synodontis-Arten. Nicht geeignet: Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina oder südamerikanische Zwergbuntbarsche.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen erreichen bis ca. 6 cm SL, Weibchen bis ca. 5 cm SL. Männchen entwickeln längere, spitzer ausgezogene Enden an Rücken- und Schwanzflosse. Diese subtilen Unterschiede sind bei ausgewachsenen Tieren am besten erkennbar. Färbung und Muster sind bei beiden Geschlechtern ähnlich.
Größe: M: ca. 6 cm, W: ca. 5 cm

Haltungstipps / Pflege

Wassertemperatur 23-27 °C, pH-Wert 7,5-9 und Gesamthärte 8-25 °dGH. In der Praxis empfiehlt sich ein GH-Bereich von 15-25 °dGH für optimale Konditionierung. Als Mindestbeckengröße empfehlen sich 80 cm Kantenlänge und 112 Liter. Sandiges Substrat und umfangreiche Steinaufbauten mit zahlreichen Höhlen, Spalten und Überhängen bilden die Grundeinrichtung. Kalksteine oder Lavasteine eignen sich gut. Pflanzen sind im hart-alkalischen Wasser schwierig, robustere Arten können punktuell eingesetzt werden. Mäßige Strömung ist passend. Gute Sauerstoffversorgung und regelmäßige Wasserwechsel halten die Wasserqualität stabil. Bei guter Pflege liegt die Lebenserwartung bei ca. 6 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,5-9
Temperatur:
23-27 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter (Substratlaicher). Die Zucht ist gut dokumentiert und als einfach bis mittelschwer eingestuft. Die Art legt Eier in Höhlen oder Spalten ab, beide Eltern betreiben Brutpflege. Empfohlene Zuchtwerte: Temperatur 25-27 °C, pH 8,2-9, GH bis 25 °dGH. Reichliche, proteinreiche Nahrung und ausreichend Höhlen sind entscheidend für die Konditionierung. Gruppenhaltung mit Jungtieren ermöglicht natürliche Partnerbildung. Gelegegrößen liegen bei 30-80 Eiern. Schlupf nach 2-3 Tagen, Freischwimmen nach etwa sieben Tagen. Ältere Geschwister helfen häufig bei der Revierverteidigung. Erstfutter: Artemia-Nauplien und feines Staubfutter.

Ernährung/Futterbedarf

N. marunguensis ist ein Karnivor. Die Art bevorzugt proteinreiche Kost. Geeignete Futtermittel: Artemia, Cyclops, weiße Mückenlarven, Daphnien als Lebend- oder Frostfutter, ergänzt durch hochwertiges Granulat mit hohem Fleischanteil. Gelegentlich pflanzliche Komponenten wie Spirulina fördern die Gesundheit. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 6 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Neolamprologus marunguensis ist endemisch im Tanganjikasee mit Verbreitungsschwerpunkt an der südwestlichen Küste. In der Natur besiedelt die Art felsige Uferzonen in Tiefenbereichen von 25 bis 35 Metern. Das Habitat besteht aus sandigem Substrat durchsetzt von ausgedehnten Stein- und Felsaufbauten mit zahlreichen Höhlen und Spalten. Die Strömung ist mäßig, Vegetation ist spärlich.

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