Neolamprologus multifasciatus

Deutscher Name: Gestreifter Schneckenbarsch

Gestreifter Schneckenbarsch
Herkunft:
Ostafrika, Tansania
Farben:
blau, braun, gelb, weiß
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Neolamprologus multifasciatus
Gattung: Neolamprologus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Neolamprologus multifasciatus ist der kleinste bekannte Buntbarsch der Welt und erreicht eine Gesamtlänge von nur 4,5 cm bei Männchen und 3,5 cm bei Weibchen. Der Körper ist hellbraun bis beige gefärbt und trägt zahlreiche dunkle, vertikale Streifen, die dem deutschen Trivialnamen entsprechen. Die Iris leuchtet in einem intensiven Blau. Flossenränder zeigen weiße oder bläuliche Akzente, Männchen können einen rötlichen Saum an der Rückenflosse und gelbliche Töne in der Afterflosse aufweisen. Im Aquarium verbleibt diese Art nahe am Bodengrund, nutzt leere Schneckenhäuser als Wohn- und Brutstätte und bewegt sich bevorzugt in unmittelbarer Nähe ihrer Kolonie. Der Schwimmstil ist kurzstreckig und bodennah, mit häufigen Grabbewegungen, die Sandpartikel aufwirbeln. Trotz der geringen Körpergröße verteidigen die Tiere ihr Revier energisch und zeigen komplexe soziale Interaktionen mit kooperativer Brutpflege innerhalb der Kolonie.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Kleinster Buntbarsch der Welt: Männchen nur 4,5 cm, Weibchen 3,5 cm
  • Schneckenhausbewohner: nutzt leere Schalen als Wohn- und Laichplätze
  • Koloniebildend mit komplexer Sozialstruktur und kooperativem Helferverhalten
  • Starker Grabtrieb: feiner Sand als Substrat nötig
  • Intensive Revierverteidigung auch gegen deutlich größere Arten
  • Jungfischpflege durch mehrere Mitglieder der Kolonie
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfehlenswert

Vergesellschaftungshinweise

N. multifasciatus ist eine koloniebildende Art, die in Familienverbänden lebt und komplexe Hierarchien ausbildet. Empfohlen wird eine Gruppe von mindestens fünf Tieren, aus der sich Kolonien mit dominanten und rangniedrigeren Individuen entwickeln. Ältere Geschwister und unverpaarte Fische übernehmen Helferrollen bei der Brutpflege. Am Boden sind die Fische territorial gegenüber Artgenossen und anderen Bodenbewohnern, gegenüber Fischen in den oberen Wasserschichten jedoch friedlich. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität deutlich, Revierinhaber greifen auch größere Fische an. Sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert. Geeignete Mitbewohner: Cyprichromis-Arten (Freiwasser), Julidochromis, N. brichardi sowie Synodontis petricola. Nicht geeignet: Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina, Paracheirodon, Apistogramma oder Hyphessobrycon.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden mit bis zu 4,5 cm SL deutlich größer und kräftiger als Weibchen mit etwa 3,5 cm SL. Männchen können einen rötlichen Saum an der Rückenflosse und gelbliche Tönungen in der Afterflosse aufweisen. Weibchen sind schlanker gebaut und oft weniger intensiv gefärbt.
Größe: M: ca. 4,5 cm, W: ca. 3,5 cm

Haltungstipps / Pflege

Wassertemperatur 24-27 °C, pH-Wert 7,5-9 und Gesamthärte 8-25 °dGH. Diese Parameter entsprechen typischen Tanganjikasee-Bedingungen. Als Mindestbeckengröße genügen 60 cm Kantenlänge und 54 Liter für eine kleine Kolonie. Feiner Sand ist als Substrat nötig, da die Tiere intensiv graben und Schneckenhäuser im Sand verankern. Leere Schneckenhäuser (Weinbergschnecken, Neothauma-artige Formen) müssen in ausreichender Anzahl und dichten Gruppen bereitgestellt werden. Flache Steine und kleinere Höhlen bilden zusätzliche Strukturen. Pflanzen sollten robust und tief gepflanzt sein, da die Grabaktivität sonst zu Problemen führt. Eine moderate Filterung mit langsamer Strömung entspricht dem natürlichen Habitat. Regelmäßige Wasserwechsel fördern Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft der Kolonie. Bei guter Pflege liegt die Lebenserwartung bei ca. 5-8 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,5-9
Temperatur:
24-27 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Schneckenhausbrüter (Höhlenbrüter). Die Zucht ist gut dokumentiert, der Schwierigkeitsgrad liegt bei mittel. Das Weibchen zieht sich ins Schneckenhaus zurück und legt dort die Eier an der Innenseite ab. Das Männchen verteidigt das Revier, in kolonialen Haltungen beteiligen sich verwandte Individuen an der Verteidigung. Empfohlene Zuchtwerte: Temperatur 25-27 °C, pH 7,8-9, GH 8-25 °dGH. Kein spezieller Laichauslöser bekannt; bei guten Haltungsbedingungen und reichlicher Fütterung laichen die Tiere regelmäßig. Gelegegrößen liegen bei 5-20 Eiern. Die Inkubation dauert bei 26 °C ca. 24 Stunden, Freischwimmen nach 6-7 Tagen. Geschlechtsreife nach etwa sechs Monaten. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmer und feines Staubfutter. In Kolonien werden Jungfische oft lange vom Verband geduldet und beschützt.

Ernährung/Futterbedarf

N. multifasciatus ist ein Allesfresser mit stark fleischlicher Komponente. Im Aquarium wird überwiegend tierische Kost gegeben: Artemia, Cyclops, Daphnien und Mückenlarven als Lebend- oder Frostfutter, ergänzt durch hochwertiges Cichliden-Granulat oder Flockenfutter. Mehrere kleine Portionen pro Tag sind sinnvoll. Jungfische nehmen Artemia-Nauplien und Mikrowürmer an.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Neolamprologus multifasciatus ist endemisch im Tanganjikasee in Ostafrika. In seinem natürlichen Habitat besiedelt die Art die tieferen Uferzonen mit feinem, sandigem Bodengrund. Dort befinden sich riesige Ansammlungen leerer Schneckenhäuser, die als zentraler Lebensraum dienen. Die Kolonien können hohe Dichten aufweisen, wobei komplexe Netze aus Paaren, Nachkommen und Helfern entstehen. Die Strömung ist in den bevorzugten Zonen meist langsam, Vegetation ist spärlich.

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