Neolamprologus tretocephalus

Deutscher Name: Fünfstreifen-Tanganjikaseebuntbarsch

Herkunft:
Ostafrika, Tansania
Farben:
blau, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Neolamprologus tretocephalus
Gattung: Neolamprologus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Neolamprologus tretocephalus ist ein kräftiger Tanganjikasee-Cichlide und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 15 cm bei Männchen und 10-12 cm bei Weibchen. Der gedrungene, muskulöse Körperbau mit kräftigem Kopf ist typisch. Die Grundfärbung zeigt einen silbrig-blauen Ton, über den fünf breite, deutlich abgegrenzte schwarze Vertikalstreifen verlaufen. Die Flossen sind transparent bis hellblau mit weißen oder leuchtend blauen Säumen. Ein charakteristisches Merkmal ist das spezialisierte Pharyngealgebiss mit kräftigen Zähnen, die das Zerquetschen harter Schneckenschalen ermöglichen. Im Aquarium zeigt N. tretocephalus selbstsicheres, kräftiges Schwimmen in den mittleren bis unteren Wasserschichten. Reviere werden in der Nähe von Felsformationen oder Höhlen festgelegt und aggressiv verteidigt. Die Art ist anspruchsvoll und fordert erfahrene Aquarianer. Zur Unterscheidung von der Schwesterart N. sexfasciatus: N. tretocephalus trägt fünf, N. sexfasciatus sechs Vertikalstreifen.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Spezialisiertes Pharyngealgebiss zum Zerquetschen von Schneckenschalen (Molluskivore)
  • Höhlenbrüter mit stark territorialem Revierverhalten
  • Fünf markante schwarze Vertikalstreifen auf silbrig-blauem Grund
  • Schwache Paarbindung: Paarbildung aus Jungfischgruppen empfohlen
  • Kräftiger, muskulöser Körperbau mit großem Kopf
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfehlenswert
  • Unterscheidung zu N. sexfasciatus: 5 statt 6 Streifen

Vergesellschaftungshinweise

N. tretocephalus wird paarweise gehalten. Die Art bildet schwache Paarbindungen, die sich am sichersten aus Jungfischgruppen entwickeln. Das Temperament ist generell aggressiv und territorial. Revierpatrouillen und Markieren von Höhleneingängen sind typisch. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität deutlich. Das Männchen verteidigt das Revier vehement, das Weibchen reagiert extrem wehrhaft. Zusätzliche Rückzugsräume für Mitbewohner sind in dieser Phase nötig. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen sind gefährdet. Geeignete Mitbewohner: robuste Tanganjikasee-Cichliden ähnlicher Größe und Synodontis-Arten. Nicht geeignet: Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina, Paracheirodon, Apistogramma, Hyphessobrycon oder Nannostomus.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden, keine ausgeprägten Unterschiede in Färbung oder Flossenform. Männchen werden mit bis zu 15 cm SL etwas größer als Weibchen mit 10-12 cm. Männchen zeigen häufiger dominantes Revierverhalten, Weibchen sind intensiver in die Brutpflege eingebunden.
Größe: M: ca. 15 cm, W: ca. 10-12 cm

Haltungstipps / Pflege

Wassertemperatur 23-27 °C, pH-Wert 7,5-9 und Gesamthärte 8-25 °dGH. Hartes, alkalisches Wasser ist Voraussetzung, stabile Chemie muss gewährleistet sein. Als Mindestbeckengröße empfehlen sich 120 cm Kantenlänge und 160 Liter für ein Paar. Strukturierte Landschaft aus festen Felsaufbauten, zahlreichen Höhlen und Steinblöcken, kombiniert mit sandigem Substrat. Aragonithaltiges Substrat oder Korallensand puffert den pH. Mäßige Strömung und leistungsfähige Filterung. Bei guter Pflege liegt die Lebenserwartung bei ca. 10-12 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,5-9
Temperatur:
23-27 °C
Beckengröße:
ab 120cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter (Substratlaicher). Die Zucht ist gut dokumentiert, gilt aber als schwer. Paarbildung aus Jungfischgruppen ist die sicherste Methode. Empfohlene Zuchtwerte: Temperatur 25-27 °C, pH 8,2-9, GH bis 25 °dGH. Konditionierung mit Artemia, Mysis und Schnecken. Kein spezifischer saisonaler Auslöser, häufige Wasserwechsel und Höhlenangebot fördern die Laichbereitschaft. Gelegegrößen variieren. Nach dem Freischwimmen nehmen die Jungfische sofort Artemia-Nauplien an, eine Staubfutterphase ist nicht nötig. Beide Eltern betreiben Brutpflege, das Weibchen bebrütet in der Höhle, das Männchen verteidigt das Revier.

Ernährung/Futterbedarf

N. tretocephalus ist ein spezialisierter Molluskivor. In der Natur zerquetscht er mit seinem Pharyngealgebiss Schneckenschalen und frisst daneben Insektenlarven und Krebstiere. Im Aquarium: proteinreiches Frostfutter wie Artemia, Mysis, Krill und gehackte Garnelen. Schnecken können als natürliche Nahrung dienen. Ergänzend hochwertige Cichliden-Pellets oder Granulate. Rein pflanzliche Kost ist nicht geeignet. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 10-12 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Neolamprologus tretocephalus ist endemisch im Tanganjikasee und kommt vorwiegend in der nördlichen Hälfte des Sees vor. Die Art besiedelt flache Gewässerbereiche in Tiefen von 1 bis 10 Metern. Typisch sind felsige Uferzonen und Übergangsbereiche, in denen verstreute Felsen über sandigem Untergrund liegen. Die mosaikartige Struktur aus Felsbändern und Sandflächen bietet Schutzräume und offene Bereiche zur Nahrungssuche.

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