Parambassis siamensis

Deutscher Name: Siam-Glasbarsch

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Asien, Indonesien, Laos, Malaysia, Ostasien, Südostasien, Thailand, Vietnam
Farben:
blau, grün, transparent
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Parambassis siamensis
Gattung: Parambassis
Familie: Ambassidae

Beschreibung

Parambassis siamensis ist ein zierlicher, auffällig transparenter Glasbarsch aus Südostasien, dessen Körper nahezu durchsichtig ist, so dass Wirbelsäule und innere Organe sichtbar bleiben. Die Grundfärbung zeigt einen dezenten silbrig-blauen bis goldenen Schimmer, der je nach Lichteinfall stärker hervortreten kann. Flossen sind überwiegend transparent und fein geschnitten, gelegentlich mit einer leichten Gelbnuance an den Rändern. Auffällig ist das Fehlen eines dunklen Augenflecks hinter dem Auge sowie der im Vergleich zu P. ranga gestrecktere Körperbau — Merkmale, die die Art von nahe verwandten Parambassis-Arten unterscheiden. Im Handel wurde P. siamensis historisch häufig als häufigste Glasbarsch-Art angeboten, dabei aber gelegentlich mit anderen Parambassis-Arten verwechselt. Farbpalette: Gelb, Gold, Blau, Silber. Im Aquarium zeigt P. siamensis ein zurückhaltendes, scheues Auftreten, das den Fisch als typischen Schwarmbewohner ausweist. Individuen bleiben meist in der mittleren bis unteren Schwimmzone dicht beieinander und suchen Nähe zu Pflanzenstrukturen und Abschattungen. Bei ungestörter Haltung bewegen sich die Fische synchron und ruhig, reagieren jedoch empfindlich auf hektische Beleuchtung oder laute Störungen. Zum Futter nimmt die Art vor allem lebende und gefrorene Proteinkost an. Besonderheiten der Art sind neben der Transparenz des Körpers die subtile Goldfärbung, der gestreckte Körperbau und die sehr feine, fast zart wirkende Flossenstruktur. In der Paarungszeit werden die Unterschiede im Verhalten deutlicher; Männchen können leichte territoriale Tendenzen zeigen, und die Weibchen erscheinen gedrungener durch gefüllte Gonaden. Wichtig: P. siamensis ist ein reiner Süßwasserfisch und darf keinesfalls in Brackwasser gehalten werden — ein Fehler, der in der Vergangenheit durch Verwechslung mit brackwassertoleranten Ambassiden gemacht wurde. Insgesamt handelt es sich um eine attraktive Art für Aquarianer, die eine naturnahe, pflanzenreiche Gestaltung bevorzugen und Wert auf ruhige Schwarmdynamik legen.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Nahezu transparenter Körper mit sichtbarer Wirbelsäule und inneren Organen.
  • Subtiler silbrig-blauer bis goldener Schimmer; Körperbau gestreckter als bei P. ranga.
  • Kein dunkler Fleck hinter dem Auge (Abgrenzungsmerkmal zu ähnlichen Arten).
  • Reiner Süßwasserfisch — kein Brackwasser, kein Salz!
  • Schwarmbildender, zurückhaltender Schwimmer.
  • Leichte territoriale Tendenzen während der Brutzeit.
  • Weitgehend verträglich mit Schnecken; Junggarnelen können gefährdet sein.
  • Geringes Sprungrisiko, dennoch empfiehlt sich eine sichere Abdeckung.

Vergesellschaftungshinweise

Parambassis siamensis ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen gehalten werden. In der Praxis wird ein Schwarm von mindestens sechs Tieren empfohlen, damit natürliche Schwarmdynamiken auftreten und die Tiere sich sicher fühlen; nach Erfahrungsberichten wirken Gruppen ab zehn Exemplaren noch entspannter und weniger schreckhaft. Innerhalb der Gruppe zeigt die Art ein harmonisches Sozialverhalten; Revierbildungen sind nur schwach ausgeprägt und treten vorwiegend im Zusammenhang mit Fortpflanzungsverhalten auf. Das Temperament ist generell friedlich und zurückhaltend. Im Alltagsverhalten sind die Fische passiv und vermeiden aggressive Auseinandersetzungen, was sie zu guten Beifischen in einem ruhigen Gemeinschaftsbecken macht. Während der Brutzeit kann es zu leichtem territorialen Verhalten seitens der Männchen kommen; diese Reviere sind klein und es kommt selten zu ernsthaften Verletzungen. Die Tiere sind schreckhaft gegenüber plötzlichen Bewegungen oder grellem Licht; in ruhigen Becken zeigen sie jedoch eine sehr natürliche, beobachtenswerte Schwarmdynamik. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Die Art ist weitgehend verträglich mit Schnecken und adulten Garnelen mittlerer bis großer Arten. Sehr kleine Zwerggarnelen-Jungtiere können je nach Hungerstatus gefressen werden. Parambassis siamensis eignet sich gut in einem ruhigen Gemeinschaftsbecken mit anderen friedlichen Schwarmfischen aus Südostasien. Passende Begleiter sind kleine Rasboras, andere friedliche Bärblinge und kleine Barben aus derselben Bioregion sowie dort heimische, nicht-aggressive Grundbewohner. Auf großräuberische oder sehr territoriale Arten sollte verzichtet werden, da diese Stress verursachen. Da die Art empfindlich auf plötzliche Bewegungen reagiert, ist eine ruhige Haltungsumgebung ohne kräftig röhrende Fische ideal. Schnecken und adulte Garnelen sind verträglich; bei sehr kleinen Garnelen ist Vorsicht geboten.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus bei P. siamensis ist nur schwach ausgeprägt. Weibchen erscheinen in der Laichzeit deutlich fülliger im Bauchbereich. Verlässliche externe Unterscheidungsmerkmale außerhalb der Laichperiode sind nicht bekannt.
Größe: ca. 6 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22–27 °C, pH 6,5–7,5, GH 8–15 °dGH. Diese Werte sind als Grundlage für eine stabile Haltung zu verstehen. Die empfohlene Mindestbeckengröße beträgt 45 × 30 × 30 cm (ca. 40 Liter); für eine Gruppe von sechs oder mehr Tieren ist ein größeres Becken (ab 60–80 cm Kantenlänge) jedoch empfehlenswert, um ausreichend Schwimmraum und natürliche Schwarmdynamik zu ermöglichen. Einrichtung: Die Einrichtung sollte dichte Unterwasservegetation mit feinfiedrigen Pflanzen (z. B. Javamoos) und Schwimmpflanzen zur partiellen Abschattung umfassen. Dunkler Bodengrund wie Sand oder feiner Kies unterstützt die natürliche Farbwirkung und das Sicherheitsgefühl der Tiere. Verstecke in Form von Wurzeln und etwas Totholz schaffen beruhigende Strukturen und unterbrechen freie Sichtlinien, was Scheu reduzieren kann. Eine moderate Beleuchtung mit Bereichen schwächerer Helligkeit empfiehlt sich, da die Art empfindlich gegenüber grellem Licht ist. Filterung und Strömung: Das natürliche Habitat der Art ist von langsamer bis moderater Strömung in Tieflandflüssen und Überschwemmungsfeldern geprägt. Im Aquarium sollte daher eine sanfte bis moderate Filterung mit ruhigem Auslauf gewählt werden. Auf eine gute Sauerstoffversorgung ist zu achten. Abdeckung und Sicherheit: Das Sprungrisiko der Art ist gering, dennoch ist eine geschlossene Abdeckung sinnvoll, da scheue Fische bei Schreck reagieren können. Fütterung: P. siamensis zeigt eine klare Vorliebe für lebende und gefrorene Proteinkost. Ob trockenes Fertigfutter regelmäßig akzeptiert wird, ist in der Praxis nicht gesichert; zuverlässige Fütterung mit Frost- und Lebendfutter (Artemia, Daphnien, Cyclops, Mückenlarven) ist daher zu bevorzugen. Saisonale Hinweise: Eine kurzfristige Absenkung der Temperatur auf rund 22 °C kann natürliches Verhalten fördern und die Laichbereitschaft positiv beeinflussen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
6,5-7,5
Temperatur:
22–27 °C
Beckengröße:
ab 45 × 30 × 30 cm; für Gruppe ≥6 Tiere größeres Becken empfohlen

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Zuchtschwierigkeit: Schwierig. Status: Nachzucht im Aquarium ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht dokumentiert; der Ablauf ist wahrscheinlich ähnlich wie bei P. ranga, jedoch ohne gesicherte Berichte aus der Aquaristik. Zuchtversuche sollten in einem separaten Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser und reichlich feinfiedrigen Pflanzen als Laichsubstrat unternommen werden. Empfohlene Zuchtwasserwerte: Temperatur 26–28 °C, pH 6,5–7,0, GH maximal 10 °dGH. Eine Konditionierung der Elterntiere mit hochwertigen Lebendfutterarten, insbesondere Ruderfußkrebsnauplien (Diaptomus-Arten), wird als wichtig erachtet. Nach dem Ablaichen sollten die Elterntiere entfernt werden, da sie Eier und Larven fressen können. Die Aufzucht der winzigen Larven erfordert kleinste Lebendfutterorganismen (Infusorien, anschließend Artemia-Nauplien).

Ernährung/Futterbedarf

Parambassis siamensis ist überwiegend karnivor. Die Art nimmt bevorzugt lebende und gefrorene Proteinkost an: Artemia, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven. Ob trockenes Flockenfutter oder Granulat zuverlässig akzeptiert wird, ist nicht gesichert — für eine verlässliche Ernährung sollte primär auf Frost- und Lebendfutter gesetzt werden. Für Konditionierungsphasen vor der Zucht ist Lebendfutter besonders zu empfehlen. Kleinere Portionen mehrmals täglich werden besser angenommen als wenige große Rationen.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung

Natürlicher Lebensraum

Parambassis siamensis ist in Südostasien beheimatet und kommt in Thailand, Kambodscha, Vietnam, Laos, Malaysia, Singapur und Indonesien (Java) vor. Die Art besiedelt Flusssysteme wie das Mekong-Becken (Mittel- und Unterlauf), den Mae-Klong- und den Chao-Phraya-Einzug sowie Tieflandflüsse der malaiischen Halbinsel. Typischerweise lebt sie in Tieflandflüssen und Überschwemmungsfeldern, also eher in offenen, größeren Gewässern als in dichten Urwaldbächen. Die Strömungsverhältnisse am Fundort sind überwiegend langsam bis moderat. Substrattypisch werden feiner Sand oder feiner Kies bevorzugt; vegetationsreiche Uferzonen mit dichter Bepflanzung und schattigen Bereichen sind charakteristisch.

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