Parosphromenus phoenicurus
Beschreibung
Der Rotschwanz-Prachtgurami (Parosphromenus phoenicurus) wird nur etwa 2,9 cm groß und gehört damit zu den kleinsten Vertretern der Familie Osphronemidae. Das Artepitheton phoenicurus (griechisch: Feuer-Schwanz) verweist auf die leuchtend rote Schwanzflosse der Männchen während der Balz. Außerhalb der Balz ist die Grundfärbung bräunlich-beige und unmarkant.
Im Aquarium zeigt Parosphromenus phoenicurus ein scheues, zurückhaltendes Verhalten. Die Art bewegt sich bevorzugt in Bodennähe und in der unteren Wasserschicht zwischen Laub, Wurzeln und kleinen Höhlen. Wie alle Labyrinthfische besitzt die Art ein Labyrinthorgan zur zusätzlichen Luftatmung. Das Becken muss abgedeckt sein, um eine warme Luftschicht über dem Wasser zu gewährleisten, da kalte Zugluft das Labyrinthorgan schädigen kann.
Besonderheiten
- Leuchtend rote Schwanzflosse der Männchen während der Balz
- Labyrinthorgan: atmet zusätzlich Luft, warme Abdeckung notwendig
- Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten
- Höhlenschaumnestbauer: Männchen baut Schaumnest in kleinen Höhlen
- Schwarzwasser-Spezialist: benötigt extrem weiches, saures Wasser mit pH 4-6
- IUCN-Status Critically Endangered: vom Aussterben bedroht
- Endemisch auf Sumatra (Indonesien)
Vergesellschaftungshinweise
Parosphromenus phoenicurus wird am besten paarweise oder in kleinen Gruppen mit Weibchenüberschuss gehalten. Männchen verteidigen während der Balz ihr Revier um die Laichhöhle und zeigen dann ihre leuchtende Pracht.
Das Temperament ist friedlich bis scheu. Gegenüber anderen Arten verhält sich die Art zurückhaltend. Innerartlich rivalisieren Männchen um Höhlen, wobei die Konflikte bei ausreichend Verstecken milde bleiben.
Für die Vergesellschaftung eignen sich nur sehr kleine, ruhige Arten aus derselben Bioregion. Boraras-Rasboren oder andere Schwarzwasser-Kleinfische sind mögliche Partner. Aufgrund der geringen Größe und Scheuheit wird häufig ein Artenbecken empfohlen. Ostafrikanische Buntbarsche sind ungeeignet. Garnelen werden toleriert, Junggarnelen können gefressen werden. Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter sind bei Parosphromenus phoenicurus gut unterscheidbar. Männchen zeigen während der Balz eine leuchtend rote Schwanzflosse und kontrastreichere Flossenfärbung. Weibchen bleiben insgesamt blasser und sind etwas kleiner. Außerhalb der Balz sind die Unterschiede weniger deutlich, Männchen wirken aber tendenziell etwas farbiger.
Haltungstipps / Pflege
Parosphromenus phoenicurus benötigt eine Wassertemperatur von 22-28 °C, einen pH-Wert von 4,0-6,0 und eine Gesamthärte von 1-2 dGH. Das Aquarium sollte mindestens 60 cm Kantenlänge und 54 Liter fassen.
Die Art ist ein Schwarzwasser-Spezialist und benötigt extrem weiches, saures Wasser. Der pH muss unter 6 liegen. Torffilterung, Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen und Osmosewasser sind die Grundlage für passende Wasserwerte. Die Leitfähigkeit sollte unter 50 µS/cm liegen.
Die Einrichtung sollte dicht strukturiert sein mit kleinen Höhlen (Filmdosen, Bambusröhren, Kokosnussschalen) als Laichplätze, Wurzelholz und reichlich Falllaub am Boden. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht. Die Strömung muss minimal sein.
Als Labyrinthfisch benötigt Parosphromenus phoenicurus eine warme Luftschicht über dem Wasser. Kalte Zugluft auf die Wasseroberfläche kann das Labyrinthorgan schädigen.
Wichtig: Osphronemidae sind empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten. Bei Erkrankungen kupferfreie Alternativen verwenden.
Der Rotschwanz-Prachtgurami ist eine hochspezialisierte Art für erfahrene Aquarianer. Aufgrund des kritischen Gefährdungsstatus (IUCN Critically Endangered) ist die Nachzucht besonders wünschenswert. Das Parosphromenus-Projekt koordiniert international Zuchtbemühungen für bedrohte Prachtguramis.
Zucht und Fortpflanzung
Parosphromenus phoenicurus ist ein Höhlenschaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest an der Decke einer kleinen Höhle und lockt das Weibchen durch intensive Balzfärbung und Flossenentfaltung an. Nach dem Ablaichen bewacht das Männchen das Gelege und fächelt den Eiern frisches Wasser zu.
Die Zucht ist anspruchsvoll, aber in gut eingefahrenen Artenbecken möglich. Optimale Bedingungen sind extrem weiches Wasser mit GH 1-2, pH 4-5 und einer Temperatur von 24-26 °C. Die Jungfische sind nach dem Freischwimmen auf Infusorien und Mikrowürmer als Erstfutter angewiesen.
Die Nachzucht dieser kritisch bedrohten Art ist aus Artenschutzperspektive sehr wünschenswert.
Ernährung/Futterbedarf
Parosphromenus phoenicurus ist ein Fleischfresser mit sehr kleinem Maul. In der Natur erbeutet die Art winzige Insektenlarven, Mikrokrebse und Zooplankton.
Im Aquarium werden bevorzugt Lebendfutter wie frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Mikrowürmer, Grindal-Würmer und Cyclops angenommen. Frostfutter wird nach Eingewöhnung akzeptiert. Trockenfutter wird häufig verweigert, daher ist Lebend- oder Frostfutter als Hauptnahrung notwendig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Parosphromenus phoenicurus stammt aus Sumatra (Indonesien) in Südostasien. Die Art bewohnt dort Torfmoor-Gewässer und Schwarzwasserbäche im tropischen Tieflandregenwald.
Das natürliche Habitat ist geprägt von extrem weichem, saurem Wasser mit pH-Werten um 4-5, dunkelbrauner Tanninfärbung und sehr niedriger Leitfähigkeit. Der Boden ist mit Falllaub und Torf bedeckt, die Gewässer sind langsam fließend bis stehend und stark beschattet. Diese Torfmoor-Habitate sind durch Abholzung und Ölpalmenplantagen akut bedroht. Wilde Wasserwerte können lokal variieren und weichen von optimalen Aquarienwerten ab.
Hallo Matthias,
da bin ich auch gerne dabei!
Ist das möglich ohne erneutes Ausfüllen des Formulars?
Liebe Grüße, Conni
Hallo Cornelia,
für ein neues Projekt muss auch das neue Formular ausgefüllt werden. Nur so können wir den „Fall“ bearbeiten. Tut mir leid.