Platystomatichthys sturio
Beschreibung
Der Stör-Spatelwels (Platystomatichthys sturio) ist ein langgestreckter, silbern glänzender Wels aus der Familie Pimelodidae mit stromlinienförmigem Rumpf. Das markanteste Erkennungsmerkmal ist die charakteristisch aufgebogene Schnauzenspitze. Diese erscheint auf den ersten Blick wie eine Deformität, ist aber artspezifisch und tritt bereits bei Jungtieren auf; der Grad der Aufbiegung variiert individuell. Die extrem langen, feinen Barteln dienen der Orientierung und Beutefindung. Die Grundfärbung ist silbern, der Rücken dunkler, der Bauch heller.
Im Aquarium zeigt Platystomatichthys sturio ein eher zutrauliches, wenig scheues Verhalten und schwimmt aktiv gegen starke Strömung an. Die Tiere suchen tagsüber gelegentlich Deckung unter Wurzelwerk oder großen Steinen, sind aber nicht besonders versteckfreudig. Gegenüber ausreichend großen Beifischen friedlich; gegenüber Fischen, die ins Maul passen, ausgeprägte Räuberneigung. Wegen ihrer Größe und der empfindlichen Barteln benötigen diese Welse viel freien Raum entlang des Bodens sowie eine kräftige, gleichmäßige Strömung.
Besonderheiten
- Charakteristisch aufgebogene Schnauzenspitze als artspezifisches Merkmal (Funktion ungeklärt)
- Extrem lange, empfindliche Barteln: weiches Substrat (Sand) erforderlich
- Ausgeprägte Strömungspräferenz: hält sich bevorzugt im stärksten Strömungsbereich auf
- Räuberische Neigung gegenüber Fischen, die ins Maul passen
- Saisonale Wanderungen in der Natur bei Wasserstandsveränderungen dokumentiert
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Platystomatichthys sturio gilt im Aquarium als friedlich gegenüber Artgenossen. Die Art wird als Gruppenhalter eingestuft; konkrete Angaben zur idealen Mindestgruppengröße liegen nicht vor. Das Temperament ist aktiv und strömungsliebend.
Gegenüber sehr kleinen Fischen und wirbellosen Kleintieren besteht räuberisches Risiko. Garnelen sind ungeeignet; sehr kleine Schnecken können ebenfalls gefressen werden. Aggressionen gegenüber Artgenossen sind nicht dokumentiert.
Geschlechtsdimorphismus
Verlässliche Merkmale zur Unterscheidung der Geschlechter sind nicht dokumentiert. Männliche und weibliche Tiere können äußerlich nicht sicher unterschieden werden.
Haltungstipps / Pflege
Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 21-25 °C, pH 6-7,5 und GH bis ca. 18 °dGH (genaue Untergrenze nicht belegt, Weichwasser bevorzugt).
Mindestbeckengröße: 200 cm Kantenlänge (ca. 500 Liter). Feiner, weicher Sand ist essenziell zum Schutz der empfindlichen Barteln. Verstecke aus Wurzelholz oder massiven Felsformationen. Freier Schwimmraum entlang des Bodens und eine kräftige Strömungspumpe, die den natürlichen Flusslauf simuliert.
Kräftige Strömung in den Hauptschwimmbereichen; ruhige Zonen ermöglichen Ruhephasen. Leistungsfähige biologische Filterung und regelmäßige Wasserwechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Verlässliche Berichte über erfolgreiche Nachzuchten im Hobbyaquarium liegen nicht vor. Der Reproduktionstyp wird in der Literatur vereinzelt als Substratlaicher angegeben, ist aber für diese Art nicht durch standardisierte Protokolle belegt. Geschlechtsdimorphismus ist nicht dokumentiert, weshalb eine gezielte Auswahl von Zuchtpaaren nicht möglich ist. Die Zuchtschwierigkeit ist als unbekannt einzustufen.
Ernährung/Futterbedarf
Platystomatichthys sturio ist ein Karnivor mit starker Präferenz für tierische Nahrung. Sinkende, proteinreiche Wels-Pellets, Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Mysis, gehackte Garnelen, kleine Fischstücke, Regenwürmer). Junge Tiere benötigen häufigere Futtergaben; adulte Tiere können mit weniger häufigen, aber größeren Mahlzeiten versorgt werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Platystomatichthys sturio stammt aus Südamerika und ist im Amazonasbecken nachgewiesen, mit gesicherten Vorkommen in Peru und weiteren Teilen des Amazonasbeckens (Brasilien). Sein natürliches Habitat sind schnell fließende, trübe Flüsse mit hoher Wasserbewegung. Feines Sandsubstrat, versunkene Wurzeln und Höhlungen. Saisonale Wanderungen bei Wasserstandsveränderungen.