Polypterus endlicherii
Beschreibung
Endlichers Flösselhecht (Polypterus endlicherii) ist ein imposanter, reptilartig wirkender Fisch aus der Familie Polypteridae, der bis zu 75 cm SL erreicht (selten in Gefangenschaft; : 65,5 cm SL). Die Grundfärbung reicht von gelblich bis grünlich-braun, der Bauch ist weißlich-gelb. Charakteristisch sind 4-5 (selten 6) breite, dunkle Querbänder auf den Flanken. Kopf und Flossen sind häufig mit feinen schwarzen Punkten versehen. Die Rückenflosse ist in 11-14 Flösselchen gegliedert.
Die Art besitzt eine zweigeteilte Schwimmblase als akzessorisches Atemorgan und ist auf den Zugang zu atmosphärischer Luft angewiesen. Ohne diesen Zugang kann die Art ertrinken. Jungfische besitzen externe Kiemen, die mit der Reifung verloren gehen.
Im Aquarium zeigt sich Polypterus endlicherii als nachtaktiver, bodenorientierter Lauerjäger. Alles, was ins Maul passt, wird als Beute angesehen. Trockenfutter wird selten angenommen.
Besonderheiten
- Zweigeteilte Schwimmblase als akzessorisches Atemorgan; freier Oberflächenzugang zwingend; ohne ihn kann die Art ertrinken
- Bekannter Springer; lückenlose Abdeckung notwendig
- Nachtaktiver, bodenorientierter Lauerjäger
- Frisst Krebstiere, Garnelen und Schnecken
- Trockenfutter wird selten angenommen
- Jungfische besitzen externe Kiemen, die mit der Reifung verloren gehen
- Bei Zucht starke Kannibalismus-Neigung; Jungfische nach Größe sortieren
- Weicher Sand als Substrat; grobe/scharfkantige Substrate vermeiden
Vergesellschaftungshinweise
Polypterus endlicherii ist ein territorialer Einzelgänger und beansprucht große Reviere. Einzelhaltung oder nur mit robusten, gleichgroßen Fischen.
Das Temperament ist gegenüber größeren Beifischen friedlich, gegenüber kleinen Tieren räuberisch.
Verträglichkeit mit Wirbellosen: Garnelen und Krebstiere werden gefressen. Kleine Schnecken gefährdet, adulte Schnecken meist toleriert.
Geeignete Beifische: Arowana, Synodontis, Datnioides, Messerfische, große Salmler und einige robuste Buntbarsche. Kleine Fische, Zwergbuntbarsche und Garnelen sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen eine deutlich breitere und fleischigere Afterflosse als Weibchen. Weibchen werden im Allgemeinen etwas größer und fülliger im Bauchbereich, besonders in der Laichbereitschaft.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22-27 °C, pH 6,0-8,0, GH 5-25 °dGH. Für ausgewachsene Tiere wird ein Becken von mindestens 210 x 120 x 90 cm (ca. 2.300 Liter) benötigt.
Weicher Sand als Substrat (Bauchverletzungen vermeiden!). Zahlreiche Verstecke durch Wurzeln, Höhlen und Steinformationen. Ruhige bis moderate Strömung. Dezente Beleuchtung.
Freier Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftatmen ist zwingend. Lückenlose Abdeckung zwingend (Springer!).
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist schwer und selten dokumentiert. Polypterus endlicherii ist ein Freilaicher (Eistreuer). Das Männchen umschließt die Eier mit After- und Schwanzflossen und befruchtet sie.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 26-28 °C, pH 6,0-7,0, GH maximal 10 °dGH. Auslöser: große, kühle Wasserwechsel und Absenkung der Wasserhärte (Regenzeit-Simulation).
Mehrere hundert Eier, Schlupf nach ca. 3-4 Tagen. Hohe Kannibalismus-Neigung bei Jungfischen; strikte Größentrennung erforderlich. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
Polypterus endlicherii ist ein Fleischfresser. Trockenfutter wird selten angenommen. Geeignet sind Weißfischfilet, Stinte, Mysis, Muschelfleisch, Garnelen (als Futter), Regenwürmer und andere Wurmarten als Lebend- oder Frostfutter. Abwechslungsreicher Speiseplan zur Deckung des Nährstoffbedarfs.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Polypterus endlicherii ist in West- und Zentralafrika weit verbreitet: Nil, Tschadbecken, Niger, Volta, Bandama, Comoé und Ouémé. Die Art bewohnt langsam fließende oder stehende Gewässer mit weichem Bodengrund. Häufige Überflutungsflächen während der Regenzeit bieten zusätzliche Laich- und Nahrungsräume.