Pseudacanthicus
Beschreibung
Die Gattung Pseudacanthicus umfasst 8 beschriebene Arten sowie zahlreiche L-nummerierte, noch nicht formal beschriebene Formen. Das Größenspektrum reicht von ca. 15 cm (P. leopardus) bis 90 cm TL (P. histrix). Der Körperbau ist kräftig gepanzert mit markanten Odontoden (hautgebundene Zähne) und einer gedrungenen, bodennahen Gestalt. Kräftige Brust- und Bauchflossen sowie ein Saugmaul sind charakteristisch.
Im Aquarium sind Pseudacanthicus überwiegend nachtaktiv. Sie verbringen den Tag in Höhlen und werden nachts aktiv, um Reviergrenzen abzustecken und Nahrung zu suchen. Sie verteidigen Verstecke und Reviere gegenüber Artgenossen und anderen großen Welsen.
HINWEIS: Dies ist ein Gattungsprofil. Da das Größenspektrum erheblich variiert (15–90 cm), ist vor dem Kauf die genaue Art zu klären.
KUPFER-WARNUNG: Loricariidae sind kupferempfindlich. Kupferhaltige Medikamente nicht einsetzen.
Besonderheiten
- KUPFER-WARNUNG: Loricariidae sind kupferempfindlich – keine kupferhaltigen Medikamente
- Gattungsprofil – Größenspektrum 15–90 cm, vor Kauf Art klären
- Höhlenbrüter – Männchen bewachen die Bruthöhle
- Männchen mit ausgeprägten Odontoden an Kopf, Kiemen und Flossen
- Nachtaktiv – Beobachtung nur in der Dämmerung/nachts
- Starkes Revier- und Grabverhalten
- Garnelen ungeeignet
Vergesellschaftungshinweise
Pseudacanthicus sind Einzelgänger. Adulte Tiere einzeln pflegen, da territoriales Verhalten und Aggression gegenüber Artgenossen und ähnlichen Großwelsen häufig auftreten. Mit zunehmender Größe und Reife nimmt die Aggressivität zu.
Garnelen: ungeeignet – werden gefressen. Schnecken: Jungtiere gefährdet, adulte meist toleriert.
Zur Vergesellschaftung eignen sich robuste südamerikanische Salmler, Panzerwelse und kleinere Buntbarsche, die nicht um dieselben Höhlen konkurrieren. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln ausgeprägtere Odontoden an Kopf, Kiemenbogen und Flossen sowie längere und dickere Brust- und Bauchflossen. Männchen wirken robuster mit breiterem Kopf. Weibchen zeigen einen runderen Mittelkörper, besonders wenn laichbereit.
Haltungstipps / Pflege
Pseudacanthicus benötigen je nach Art ein Becken ab 150 cm Kantenlänge (ca. 400 Liter für mittelgroße Arten, 25–35 cm). Für große Arten (P. histrix, P. pirarara) ist deutlich mehr Raum erforderlich. Temperaturen 24–30 °C, pH-Wert 5,5–7,5, Gesamthärte 2–15 °dGH.
Sandiges bis feinsandiges Substrat, keine scharfkantigen Materialien. Schwere, standfeste Strukturen: flache Steine, große Hohlkörper und stabile Höhlen. Mehrere klar getrennte Verstecke reduzieren Aggressionen. Mäßige bis kräftige Strömung, leistungsfähige Filterung.
Gedämpfte Beleuchtung. Abdeckung empfohlen. Fütterung abends bei gedimmtem Licht.
KUPFER-WARNUNG: Kupferhaltige Medikamente nicht einsetzen.
Zucht und Fortpflanzung
Pseudacanthicus sind Höhlenbrüter. Das Männchen bewacht die Bruthöhle und betreibt Brutpflege. Für P. cf. leopardus ist die Zucht im Aquarium dokumentiert. Für P. serratus gilt die Zucht als sehr schwierig (nur ein dokumentierter Bericht). Detaillierte Angaben zu Gelegegrößen und Inkubationszeiten fehlen für die meisten Arten.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudacanthicus sind primär Fleischfresser, nehmen aber auch pflanzliche Bestandteile und Biofilm auf. Sinkende Karnivoren-Pellets, Garnelen, gehackte Muscheln, Mysis, Mückenlarven. Gelegentlich blanchierte Zucchini oder Gurke als Ergänzung. Futter bodennah anbieten, Abends füttern.
KUPFER-WARNUNG: Kupferhaltige Medikamente nicht einsetzen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pseudacanthicus-Arten stammen aus Südamerika. Die Verbreitung umfasst Küstenentwässerungen Surinames und Guyanas (P. serratus), das Rupununi-Einzugsgebiet in Guyana (P. leopardus), das Rio-Negro-System (P. cf. leopardus L114) und den Rio Xingu (P. pirarara). In der Natur bewohnen sie tiefere, felsige Zonen in den Hauptbetten großer Flüsse.