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Zierfische, Familie Cyprinidae

Sumatrabarbe

Puntigrus tetrazona

Die Sumatrabarbe (Puntigrus tetrazona) ist ein kompakt gebauter, sehr lebhafter Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 7 cm. Der Körper ist seitlich abgeflacht, hochrückig und gedrungen.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Schwarm
  • Territorial
  • Kupferempfindlich
Sumatrabarbe (Puntigrus tetrazona)
Quelle Manuel Roth FA.EFS
  • bis 7 cm TLEndgröße

  • bis 7 JahreLebenserwartung

  • 22-26 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 1-20 dGHGesamthärte

  • ab 112 lBeckengröße

Beschreibung

Namensgebend sind die vier tiefschwarzen Querbänder auf gelblich-orangefarbenem Körpergrund: Das erste Band verläuft senkrecht durch das Auge, das zweite hinter dem Kiemendeckel, das dritte über die Körpermitte und das vierte unmittelbar vor der Schwanzwurzel. Rückenflosse und Afterflosse sind überwiegend schwarz mit klarem roten Außensaum, Schnauze und Maul sind leuchtend rot gefärbt. Die Art wurde zunächst als Systomus tetrazona beschrieben und danach lange in den Gattungen Barbus und Puntius geführt. Erst Kottelat (2013) stellte die Sumatrabarbe zusammen mit nahe verwandten gestreiften Barben in die neu errichtete Gattung Puntigrus. Im Aquarienhandel sind neben der Wildform zahlreiche Zuchtformen verfügbar: Grünpunktbarbe (moss-green), Albino, goldfarben und verschiedene Schleierformen. Alle Zuchtformen haben identische Haltungsansprüche wie die Wildform, zeigen aber unterschiedlich ausgeprägtes Flossenbeißverhalten.

Haltung und Pflege

Puntigrus tetrazona benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 26 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und eine weiche bis mittelharte Gesamthärte von 5 bis 15 °dGH. Nachzuchttiere sind gegenüber den Wasserwerten sehr tolerant und kommen auch mit neutralem Leitungswasser gut zurecht. Beckengröße: Für eine artgerechte Gruppe von 10 bis 12 Tieren ist ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge und etwa 112 Liter Volumen die absolute Mindestgröße. In größeren Becken ab 100 cm entspannt sich das Sozialverhalten spürbar, und das typische Schwarmschwimmen kommt besser zur Geltung. Einrichtung: Das Becken sollte große offene Schwimmzonen im mittleren und oberen Bereich bieten, ergänzt durch dichte Bepflanzung an Rück- und Seitenwänden. Robuste Pflanzen (Vallisneria, große Cryptocorynen, Echinodorus, Anubias, Javafarn) widerstehen dem stürmischen Schwimmverhalten deutlich besser als feinblättrige Stängelpflanzen. Wurzeln und Steine als Sichtbarrieren reduzieren innerartliche Spannungen. Ein feiner bis mittlerer Bodengrund aus Sand oder Kies ist ideal. Filterung: Mäßige bis deutliche Strömung ist artgerecht und entspricht der Herkunft aus Waldbächen. Ein leistungsfähiger Außenfilter mit breit streuendem Auslass sorgt für die nötige Wasserbewegung und Sauerstoffversorgung. Beleuchtung: Mäßig bis hell, passend zum Pflanzenwachstum.

Kupfer: Puntigrus tetrazona (Sumatrabarbe) ist wie andere Cyprinidae empfindlich gegenüber Kupfer. Kupferbasierte Standard-Medikamente können zu Kiemennekrose und akuter Vergiftung führen. Kupfer strikt vermeiden; bei Parasitenbefall Malachitgrün (nach Herstellerangabe) oder Temperaturerhöhung.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Puntigrus tetrazona ist ein obligater Schwarmfisch und muss in einer Gruppe von mindestens 10 bis 12 Tieren gehalten werden. Diese Mindestgruppengröße ist nicht verhandelbar: Kleinere Gruppen verstärken die innerartliche Spannung und richten die Aggression gegen andere Beckenmitbewohner. Je größer der Schwarm, desto ausgeglichener das Sozialverhalten und desto weniger der Druck auf Beifische. Das Temperament ist lebhaft, durchsetzungsfähig und quirlig. Die Sumatrabarbe gilt als klassischer Flossenbeißer – sie zwickt bevorzugt an langen, ruhig getragenen Flossen und bedrängt langsam schwimmende Mitbewohner. Eine Vergesellschaftung mit Kampffischen (Betta splendens), Fadenfischen, Skalaren oder anderen Langflossern ist deshalb problematisch und führt regelmäßig zu verletzten Tieren. Geeignete Beckenpartner sind schnell schwimmende, robuste Fische ähnlicher Größe, die nicht zur Oberfläche tendieren: andere lebhafte Barben (Barbus, Pethia), kräftige Salmler, schnelle Bärblinge, Hechtlinge, größere Regenbogenfische sowie ruhige Bodenfische wie Corydoras, Epalzeorhynchos und Botia-Schmerlen. Adulte Garnelen werden meist toleriert, Junggarnelen als Futter angesehen.

Ernährung

Puntigrus tetrazona ist ein anpassungsfähiger Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Im Aquarium akzeptiert die Art bereitwillig hochwertige Flocken- oder Granulatfutter als Grundration. Ergänzend sollten mehrmals wöchentlich lebende oder gefrorene Futtertiere angeboten werden: Artemia, Daphnien, Cyclops, Mysis, schwarze und weiße Mückenlarven sowie Moina. Diese Abwechslung fördert Vitalität, Farbentwicklung und Laichbereitschaft. Pflanzliche Anteile (Spirulina-Flocken, gelegentlich überbrühte Erbsen oder Zucchini-Scheiben) sollten etwa 20 % der Gesamtration ausmachen. Sie verbessern die Verdauung und gleichen den tierisch-lastigen Hauptspeiseplan aus. Kleine häufige Gaben reduzieren zusätzlich die Aggressionsspannung in der Gruppe. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.

Zucht

Puntigrus tetrazona ist ein Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Die Zucht gilt als einfach und ist in der Aquaristik seit Jahrzehnten Standard. Zuchtbedingungen: Temperatur 25 bis 27 °C, pH 6,0 bis 7,0 (leicht sauer), weiches Wasser mit GH 4 bis 10 °dGH. Für eine kontrollierte Zucht wird ein separates Ablaichbecken mit Schutzgitter, Glasmurmeln oder einer dichten Lage feinfiedriger Pflanzen (Javamoos, Taxiphyllum, Laichmopp) eingerichtet. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein. Nach zwei bis drei Wochen intensiver Konditionierung mit Lebend- und Frostfutter setzt man ein bis zwei Paare oder eine kleine Gruppe am Abend ins Zuchtbecken. Der Laichakt findet am frühen Morgen statt. Ein Weibchen gibt zwischen 200 und 500 klebrige Eier ab, die durch das Schutzgitter auf den Boden sinken. Die Elterntiere müssen unmittelbar nach dem Laichen entfernt werden – sie sind ausgeprägte Laichräuber. Die Eier schlüpfen bei 26 °C innerhalb von etwa 36 Stunden. Die Larven hängen zunächst einige Tage an Pflanzen und Scheiben und zehren vom Dottersack. Nach drei bis vier Tagen schwimmen sie frei und benötigen als Erstfutter Infusorien und feinstes Staubfutter. Ab dem siebten Tag können frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien angeboten werden.

Natürlicher Lebensraum

Puntigrus tetrazona stammt aus Südostasien. Historisch ist die Art von Sumatra beschrieben, tritt aber auch auf der malaiischen Halbinsel und Borneo in eng verwandter Form auf. Die genaue Artgrenze und Verbreitung ist Gegenstand laufender taxonomischer Arbeiten, da mehrere sehr ähnliche, sympatrische Arten (z. B. P. partipentazona, Puntigrus tetrazona, Puntigrus anchisporus) lange zusammengefasst wurden. Typische Habitate sind klare bis leicht tanningefärbte Waldbäche und Nebenarme mit sandig-kiesigem Untergrund, viel submersem Totholz und dichter Ufervegetation. Die Strömung ist moderat bis langsam. Typische Wasserwerte in den natürlichen Habitaten liegen bei 24 bis 26 °C, pH 6,0 bis 7,0 (leicht sauer) und weicher Wasserhärte (GH 4 bis 10 °dGH). Laub und Zweige am Boden tragen zur Huminstoff-Anreicherung des Wassers bei.

Geschlechtsunterschiede

Der Geschlechtsdimorphismus von Puntigrus tetrazona ist im adulten Zustand gut erkennbar. Männchen bleiben etwas kleiner und deutlich schlanker als Weibchen. Ihre Körperfärbung ist insgesamt intensiver: Die gelb-orange Grundfarbe leuchtet kräftiger, der rote Bereich an Schnauze und Maul ist deutlich ausgeprägt, und die roten Außensäume der Rücken- und Afterflosse sind kontrastreicher. In der Balz verstärken sich diese Farben nochmals. Weibchen werden mit bis zu 7 cm etwas größer und fülliger, besonders im Bauchbereich, der bei Laichreife deutlich anschwillt. Die Körperfärbung ist matter, die rote Schnauze weniger intensiv, und die Rottöne an den Flossen sind blasser oder fehlen fast ganz. Jungtiere beider Geschlechter sehen sich bis etwa 3 cm Länge sehr ähnlich und lassen sich erst mit zunehmender Reife sicher unterscheiden.

Gut zu wissen

  • Bekannt und berüchtigt für Flossenbeißen: besonders bei Gruppenstärke unter 8 Tieren
  • Vier markante schwarze Querbänder auf gelblich-orangefarbenem Grund (Artname ‚tetrazona‘ = vier Bänder)
  • Schwarze Rückenflosse mit hellem Außensaum; leuchtend rote Schnauze
  • Obligater Schwarmfisch: Mindestgruppe 10-12 Tiere ist nicht verhandelbar
  • Zahlreiche Zuchtformen im Handel (Grün, Albino, Schwarz, Platin)
  • Freilaicher ohne Brutpflege; Eier schlüpfen nach 24-48 Stunden
  • Mittleres Sprungrisiko – Abdeckung empfohlen
  • Langflossige Zuchtformen (Schleiersumatrabarben) nicht mit Kurzflossern mischen – hydrodynamisch unterlegen, werden im Schwarm massiv drangsaliert
  • Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten, bei Parasitenbehandlung kupferfreie Mittel bevorzugen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Sumatrabarbe?

Puntigrus tetrazona benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 26 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und eine weiche bis mittelharte Gesamthärte von 1 bis 20 °dGH. Nachzuchttiere sind gegenüber Wasserwerten sehr tolerant.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Für eine artgerechte Gruppe von 10 bis 12 Tieren ist ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge und etwa 112 Liter Volumen die absolute Mindestgröße. Größere Becken ab 100 cm entspannen die Gruppendynamik deutlich.

Kann man die Sumatrabarbe vergesellschaften?

Nur mit robusten, schnell schwimmenden Fischen ähnlicher Größe. Ungeeignet sind Kampffische, Fadenfische, Skalare und andere Langflosser – die Art ist ein klassischer Flossenbeißer. Geeignet sind andere Barben, kräftige Salmler, schnelle Bärblinge und robuste Bodenfische wie Corydoras.

Kann man die Sumatrabarbe züchten?

Ja, gilt als einfach. Die Art ist ein Freilaicher – die Eier werden frei zwischen feinfiedrigen Pflanzen abgegeben. Eltern müssen direkt nach dem Laichen entfernt werden. Jungfische benötigen Infusorien als Erstfutter, ab der zweiten Woche Artemia-Nauplien.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

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Fragen und Erfahrungen

3 Kommentare, der letzte vom 12. Februar 2022
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3 Kommentare
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Hi zusammen,
hört doch unseren Aquariumpodcast…
im Moment beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Süßwasseralgen!
Liebe Grüße
Die Aquaexperten

Passt ins Becken dazu

Vorschläge aus Herkunft, Wasserwerten, Größe und Temperament, dazu verträgliche Wirbellose und Pflanzen. Vor dem Einsetzen die Steckbriefe vergleichen.

Smaragd-Kampffisch

Labyrinthfische

Smaragd-Kampffisch

Betta smaragdina

  • Endgröße: bis 7 cm
  • Becken: ab 112 l
  • Temperatur: 22-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Aus Südostasien, Wasserwerte passen

Prachtflossensauger (Sewellia lineolata), Männchen, dominant

Flossensauger

Prachtflossensauger

Sewellia lineolata

  • Endgröße: bis 7 cm
  • Becken: ab 200 l
  • Temperatur: 20-24 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Aus Südostasien, Wasserwerte passen

Orangebandschmerle

Schmerlen

Orangebandschmerle

Schistura cf. balteata

  • Endgröße: bis 6 cm
  • Becken: ab 112 l
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittelschwer

Aus Südostasien, Wasserwerte passen

Große Amazonas-Schwertpflanze

Rhizompflanzen

Große Amazonas-Schwertpflanze

Echinodorus bleheri

  • Wuchshöhe: 20-60 cm
  • Licht: mittel bis viel
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Platz im Becken: Hintergrundpflanze
  • Wasserhärte: weich bis hart

Passende Pflanze: Echinodorus

Ähnliche Arten

Aus der Familie Cyprinidae, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Moosbarbe

Barben

Moosbarbe

Puntigrus tetrazona

  • Endgröße: bis ca. 7 cm
  • Becken: ab 112 l
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, friedlich

Messingbarbe

Barben

Messingbarbe

Barbodes semifasciolatus

  • Endgröße: bis 7,6 cm TL
  • Becken: ab 120 l
  • Temperatur: 16-24 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

In der Gruppe halten, friedlich

Panda-Saugbarbe (Garra flavatra)

Karpfenfische

Panda-Saugbarbe

Garra flavatra

  • Endgröße: 9 cm
  • Becken: ab 120 l
  • Temperatur: 20-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Rubinbarbe

Barben

Rubinbarbe

Pethia padamya

  • Endgröße: 5-6 cm TL
  • Becken: ab 112 l
  • Temperatur: 16-25 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

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