Rasbora lacrimula

Deutscher Name: Kirschbärbling

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Malaysia
Farben:
gelb, gold, schwarz
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Rasbora lacrimula
Gattung: Rasbora
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Der Kirschbärbling (Rasbora lacrimula) ist ein sehr kleiner, schlanker Schwarmfisch aus der Familie Danionidae mit einer Endgröße von etwa 3,1 cm SL. Die Grundfärbung zeigt warme Rot- bis Orangetöne. Ein schwacher dunkler Längsstreifen endet an der Schwanzwurzel in einem charakteristischen tränentropfenförmigen Fleck. Im Aquarium hält sich die Art bevorzugt in der mittleren und oberen Schwimmzone auf.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Tränentropfenförmiger Fleck an der Schwanzwurzel (namensgebend)
  • Reihe feiner Tuberkeln hinter der Rückenflosse als artspezifisches Merkmal
  • Leuchtende Rot- bis Orangefärbung bei Männchen
  • Borneo-Endemit
  • Geringes Sprungrisiko

Vergesellschaftungshinweise

Rasbora lacrimula ist eine ausgeprägte Schwarmart. Als Mindestgruppe werden 8–10 Tiere empfohlen; in größeren Gruppen ab 12 Exemplaren entfaltet die Art ihr vollständiges Sozialverhalten und zeigt intensivere Färbung. Das Temperament ist durchweg friedlich gegenüber allen passenden Mitbewohnern; aggressives oder territoriales Verhalten ist nicht dokumentiert. Während der Fortpflanzungszeit können kurze Verfolgungen zwischen Männchen beobachtet werden, ohne dass es zu ernsthaften Auseinandersetzungen kommt. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken werden weitgehend toleriert. Bei Garnelen ist Vorsicht geboten: Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen werden in der Regel ignoriert. Rasbora lacrimula ist ideal für gut bepflanzte Gemeinschaftsaquarien mit anderen kleinen, friedlichen Arten aus Südostasien — etwa andere Miniatur-Rasboras (Boraras-Arten, Trigonostigma-Arten), kleine Schmerlen sowie bodenbewohnende Arten mit ähnlichen Wasserwertansprüchen. Unverträglich mit größeren, räuberischen oder territorial aggressiven Arten. Wegen der sehr geringen Körpergröße sind ausschließlich Beifische zu wählen, die keine Kleinstfische als Beute betrachten.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind schlanker, kleiner und farbintensiver als Weibchen, besonders beim Balzverhalten. Weibchen besitzen einen tieferen Körperbau und einen deutlich gerundeten Bauch, wenn sie laichreif sind. Der Größenunterschied ist gering, aber erkennbar.
Größe: Männchen: bis zu 3,5 cm, Weibchen: 3,5-4 cm

Haltungstipps / Pflege

Im Aquarium hält sich die Art bevorzugt in der mittleren und oberen Schwimmzone auf. Die Haltung erfolgt in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren bei 22-26 °C, pH 5,5-7 und GH 1-8 °dGH in einem Becken ab 71 Litern mit 60 cm Kantenlänge.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
tropisch
Beckengröße:
ab 80 cm, 71 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Rasbora lacrimula ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Die Zucht ist dokumentiert und gilt als mittelschwer. Pro Laichperiode werden 30-50 Eier in feingliedrige Pflanzen gestreut. Zuchtbedingungen: pH 6-7, GH unter 5 °dGH, 25-26 °C. Inkubation 18-48 Stunden. Elterntiere nach dem Ablaichen entfernen.

Ernährung/Futterbedarf

Rasbora lacrimula ist ein Mikro-Räuber, der in der Natur kleine Insekten, Kleinkrebse und Zooplankton aufnimmt. Im Aquarium eignen sich hochwertige Flocken und Mikrogranulat als Basis, ergänzt durch Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops, Mikrowürmer und fein gehackte Mückenlarven. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Rasbora lacrimula stammt aus Borneo (Kalimantan, Indonesien). Die Art wurde in flachen, klaren Kleingewässern mit langsamem Fluss über Sand- und Tonsubstrat entdeckt. Die Typlokalität liegt innerhalb einer Ölpalmenplantage, das ursprüngliche Habitat war ehemals bewaldet.

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