Stiphodon zebrinus

Deutscher Name: Schwarze Zebragrundel

Quelle: aqua-global - Dr. Jander & Co. OHG
Herkunft:
Indonesien
Farben:
blau, grau, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Stiphodon zebrinus
Gattung: Stiphodon
Familie: Gobiidae

Beschreibung

Die Schwarze Zebragrundel (Stiphodon zebrinus) ist mit nur 2,3–2,5 cm SL die kleinste bekannte Art der Gattung Stiphodon. Ihr Körperbau ist kompakt und stromlinienförmig – typisch für strömungsliebende Grundeln. Männchen tragen eine dunkle bis fast schwarze Grundfärbung mit etwa 10 hellen Zebrastreifen (Querbinden) und einem bläulichen bis grünlichen Schimmer. Weibchen sind heller gefärbt mit 8–9 Querstreifen auf hellerem Grund. Die Art ist nur aus einem einzigen Gewässersystem auf der Insel Halmahera (Indonesien) bekannt und damit extrem endemisch. Im Aquarienhandel ist sie sehr selten. Wie alle Stiphodon-Arten ist sie ein spezialisierter Aufwuchsfresser, der sich von Biofilm und Mikroorganismen auf Steinoberflächen ernährt. Alle im Handel erhältlichen Tiere sind Wildfänge, da eine Nachzucht aufgrund des amphidromen Lebenszyklus nicht möglich ist.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Kleinste bekannte Stiphodon-Art (2,3–2,5 cm SL)
  • Aufwuchsfresser (Limnivor) – Biofilm auf Steinen ist die Hauptnahrung
  • Rheophil – starke Strömung (10–15-facher Beckenumsatz) und sauerstoffreiches Wasser sind Pflicht
  • Amphidromer Lebenszyklus – Zucht im Aquarium nicht möglich
  • Alle Tiere im Handel sind Wildfänge
  • Extreme Endemie – nur aus einem Gewässersystem auf Halmahera (Indonesien) bekannt
  • Kann senkrechtes Glas erklimmen – lückenlose Abdeckung Pflicht
  • IUCN-Status: Data Deficient – im Handel sehr selten

Vergesellschaftungshinweise

Stiphodon zebrinus ist ein friedlicher, bodenorientierter Gruppenfisch. Die Art bildet lockere Gruppen ohne festen Schwarmzusammenhalt. Männchen etablieren kleine Reviere und zeigen Imponierverhalten gegenüber Artgenossen (Flossenspreizen, frontale Displays), ohne dabei aggressiv zu werden. Die Tiere sind tagaktiv. Geeignete Mitbewohner sind Arten, die starke Strömung und sauerstoffreiches Wasser tolerieren: Bergbachschmerlen (Sewellia, Pseudogastromyzon, Homaloptera), andere Stiphodon-Grundeln und kleine strömungsliebende Rasboras (Boraras, Trigonostigma). Nicht geeignet sind Corydoras (brauchen ruhiges Wasser und weiches Substrat), große oder aggressive Arten und ostafrikanische Buntbarsche. Ausgewachsene Garnelen werden toleriert; Junggarnelen können gelegentlich aufgenommen werden. Schnecken sind verträglich.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen zeigen eine deutlich dunklere Grundfärbung mit ca. 10 kontrastreichen hellen Zebrastreifen und einem bläulichen bis grünlichen Schimmer. Weibchen sind heller mit 8–9 Querstreifen auf hellerem Grund. Männchen erreichen ca. 2,3 cm SL, Weibchen ca. 2,5 cm SL – Weibchen werden bei dieser Art etwas größer.
Größe: M: ca. 2,3 cm SL, W: ca. 2,5 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Stiphodon zebrinus benötigt ein gut eingefahrenes Becken mit etabliertem Biofilm-Bewuchs auf Steinen. Neue oder sterile Becken sind ungeeignet. Ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter, wobei die Grundfläche (mindestens 60 x 30 cm) wichtiger ist als das Volumen. Starke Strömung ist obligatorisch: Die Art stammt aus schnell fließenden Bergbächen und braucht klares, sauerstoffreiches, bewegtes Wasser. Eine Strömungspumpe mit 10–15-fachem Beckenumsatz ist Pflicht. Strömungspumpen so positionieren, dass keine direkten Strömungsstrahlen entstehen – bei so kleinen Tieren besteht sonst Erschöpfungsgefahr. Bodengrund aus feinem Sand mit runden Steinen und Kies, die Aufwuchsfläche bieten. Starke Beleuchtung fördert Algenwachstum als Nahrungsgrundlage. Stiphodon-Arten können senkrechtes Glas erklimmen – eine lückenlose Abdeckung ist Pflicht. Empfohlene Wasserwerte: Temperatur 20–28 °C (optimal 23–26 °C), pH 6,5–7,5, GH 2–12 dGH. Steine im Becken nicht regelmäßig abschrubben – der Biofilm ist die Nahrungsgrundlage.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,5-7,5
Temperatur:
20-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Eine Nachzucht im Aquarium ist nicht möglich. Kein Vertreter der Gattung Stiphodon wurde bisher in Gefangenschaft erfolgreich aufgezogen. Der Grund liegt im amphidromen Lebenszyklus: Die Larven benötigen nach dem Schlüpfen eine marine Phase zur Entwicklung, bevor sie als Jungfische in Süßwasser einwandern. Balzverhalten (Männchen imponieren mit ausgebreiteten Flossen) und Laichakte können im Becken beobachtet werden, eine Aufzucht der Larven ist jedoch nicht dokumentiert. Alle im Handel erhältlichen Tiere sind Wildfänge aus dem Verbreitungsgebiet auf Halmahera.

Ernährung/Futterbedarf

Stiphodon zebrinus ist ein hochspezialisierter Aufwuchsfresser. In der Natur weidet die Art kontinuierlich Biofilm, Periphyton, Diatomeen und Mikroorganismen von Steinoberflächen ab. Tierische Nahrung spielt eine untergeordnete Rolle. Im Aquarium ist natürlich gewachsener Biofilm auf Steinen die Hauptnahrungsquelle und nicht ersetzbar. Ergänzend können Spirulina-Tabletten und pflanzliche Sinktabletten angeboten werden. Feines Frostfutter wie Cyclops oder Artemia-Nauplien nur in geringen Mengen – zu viel tierisches Futter führt zu Verdauungsproblemen. Ein Becken, das zu sauber gehalten wird, schadet der Art. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Stiphodon zebrinus ist nur aus dem Sungei Iga auf Halmahera (Indonesien) bekannt – ein einziges Gewässersystem. Die Art bewohnt klare, schnell fließende Bergbäche mit felsigem Untergrund und starker Strömung. IUCN-Status: Data Deficient. Aufgrund des extrem engen Verbreitungsgebiets ist die Art besonders schutzwürdig.

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