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Zierfische, Familie Loricariidae

Störwels

Sturisomatichthys festivum

Der Störwels (Sturisomatichthys festivum, im Handel auch als Sturisoma festivum geführt) wird bis zu 16,9 cm Standardlänge groß und zählt mit seinem extrem langgestreckten, zweigartigen Körperbau zu den markantesten Harnischwelsen. Die Grundfarbe reicht von hellbraun bis ockerfarben, ein dunkelbraunes Längsband zieht sich von der Schnauze bis zur Schwanzflosse. Die Bauchseite ist silberweiß bis cremefarben.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
Störwels (Sturisomatichthys festivum)
Quelle: Daniel Konn Vetterlein
  • bis 20 cmEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 24-28 °CTemperatur

  • 6,4-7,5pH-Wert

  • 0-10 dGHGesamthärte

  • ab 300 lBeckengröße

Beschreibung

Alle Flossen sind transparent mit dunkler Fleckenzeichnung und besitzen extrem lange, fadige Verlängerungen der äußersten Strahlen, die mehrere Zentimeter über die Flosse hinausragen. Dadurch erreicht die Totallänge etwa 20 cm. Im Aquarium ruhen die Tiere häufig reglos an Scheiben, Wurzeln oder Steinen in vertikaler Haltung und imitieren dabei einen versunkenen Ast. Sturisomatichthys festivum ist ein friedlicher, schlechter Futterkonkurrent, der in Gruppen von mindestens vier Tieren gehalten werden sollte. Die Art stammt aus dem Maracaibo-Becken in Venezuela und benötigt weiches bis mittelhartes Wasser mit guter Strömung.

Haltung und Pflege

Der Störwels benötigt 24-28 °C, einen pH-Wert von 6,4-7,5 und eine Gesamthärte bis 10 °dGH. Weiches bis mittelhartes Wasser wird bevorzugt. Die Art reagiert empfindlich auf schlechte Wasserqualität; Nitrit muss bei null liegen, Nitrat unter 20 mg/l. Für eine Gruppe von vier oder mehr Tieren sind mindestens 150 cm Kantenlänge und 300 Liter erforderlich. Als Einpaarbecken genügen 120 cm und 250 Liter als Untergrenze. Das Becken wird mit feinem Sand, reichlich Treibholz und glatten Steinen eingerichtet. Treibholz ist nicht optional, sondern Pflicht: Die Tiere raspeln aktiv daran und benötigen die Holzfasern für ihre Verdauung. Ohne Holz treten Verdauungsprobleme auf. Die Strömung sollte mäßig bis kräftig sein, da die Art aus fließenden Gewässern stammt und gute Sauerstoffversorgung braucht. Robuste Pflanzen wie Echinodorus, Anubias und Vallisneria werden nicht angefressen und können eingesetzt werden. Eine Abdeckung ist empfohlen, da gelegentliche Sprungbewegungen vorkommen. Als Loricariide ist Sturisomatichthys festivum kupferempfindlich. Kupferhaltige Medikamente dürfen nicht eingesetzt werden. Das gezielte Anfüttern am Boden oder an der Scheibe ist in Gesellschaftsbecken nötig, da der Störwels von schnelleren Fischen leicht verdrängt wird.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Sturisomatichthys festivum ist sehr friedlich und nicht territorial. Die Art sollte in Gruppen von mindestens vier Tieren gehalten werden, da Einzelhaltung zu Stress führt. Unter Männchen können gelegentliche Rivalitäten auftreten, die sich in Imponiergehabe erschöpfen und in großen Becken mit Sichtbarrieren kein Problem darstellen. Der Störwels ist ein schlechter Futterkonkurrent und wird von lebhaften oder aggressiven Mitbewohnern leicht verdrängt. Geeignet sind kleine, ruhige Salmler wie Nannostomus oder Paracheirodon, Panzerwelse (Corydoras), Zwergbuntbarsche (Apistogramma) und andere friedliche südamerikanische Loricariiden. Ungeeignet sind räuberische, schnelle oder sehr lebhafte Fische, die dem Störwels die Futteraufnahme erschweren. Adulte Garnelen werden toleriert, winzige Junggarnelen können gelegentlich gefressen werden. Schnecken sind verträglich.

Ernährung

Die Art ist ein Aufwuchsfresser mit breitem Nahrungsspektrum. Pflanzliche Kost bildet den Hauptanteil: Algenaufwuchs im Becken, überbrühtes Gemüse wie Zucchini, Gurke und Paprika, Spirulina-Tabs und Welstabletten. Ergänzend ist tierisches Protein wichtig (etwa 30 % der Nahrung): Frostfutter wie Artemia, Mysis und Mückenlarven verbessern Kondition und Fortpflanzungsbereitschaft deutlich. Treibholz muss dauerhaft im Becken vorhanden sein. Die Tiere raspeln aktiv daran und nehmen Lignocellulose und Mikrobiofilm auf, die für die Darmflora unverzichtbar sind. Futter sollte 1-2 mal täglich in kleinen Portionen angeboten werden, Gemüse 2-3 mal wöchentlich. In Gesellschaftsbecken empfiehlt sich das Anfüttern nach dem Lichtabschalten.

Zucht

Sturisomatichthys festivum ist ein Offenbrüter mit väterlicher Brutpflege. Die Eier werden nicht in Höhlen, sondern offen auf saubere, glatte Flächen gelegt, bevorzugt auf die Aquarienscheibe oder flache Steine. Das Paar reinigt den Laichplatz gemeinsam. Das Weibchen legt 30-80 bräunlich-gelbliche Eier in einer kompakten, kreisförmigen Masse ab. Das Männchen übernimmt die alleinige Brutpflege: Es bedeckt die Eier mit seinem Körper, befächert sie kontinuierlich und verlässt das Gelege nur kurz zur Futteraufnahme. Die Inkubationszeit beträgt 7-10 Tage je nach Temperatur. Die Jungfische schlüpfen mit Dottersack und benötigen danach fein gemahlenes Pflanzenmaterial und Aufwuchs. Als Laichstimulus kann eine Temperaturabsenkung auf 23-24 °C für einige Wochen dienen, gefolgt von einer Erwärmung auf 26-28 °C. Kräftige Strömung und regelmäßiges Frostfutter fördern die Laichbereitschaft. Im Zuchtansatz sollten mehr Weibchen als Männchen vorhanden sein.

Zuchtwasser: 23 bis 28 °C, pH 6,4 bis 7

Natürlicher Lebensraum

Sturisomatichthys festivum ist im Maracaibo-Becken in Nordwest-Venezuela endemisch. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Flüsse Río Monay, Río Escalante und Río Onia sowie kleinere Zuflüsse des Lago Maracaibo. Marginale Vorkommen im angrenzenden Kolumbien (Oberlauf Río Zulia) sind möglich, aber nicht eindeutig belegt. Die Art bewohnt mäßig bis stark fließende Gewässer mit reichlich Totholz, Felsstrukturen und Aufwuchs. Das Wasser ist typischerweise weich bis mittelhart, leicht sauer bis neutral und gut mit Sauerstoff versorgt.

Geschlechtsunterschiede

Männchen entwickeln zur Laichzeit charakteristische Odontoden (Hautzähnchen) seitlich an Kopf und Schnauze, den sogenannten Bart. Sie wirken schlanker, zeigen eine intensivere rötlich-gelbe Färbung und besitzen längere Flossenstrahlen. Weibchen sind kompakter gebaut, blasser gefärbt und zur Laichzeit deutlich bauchiger. Außerhalb der Fortpflanzungszeit ist die Unterscheidung schwieriger, aber bei adulten Männchen sind oft noch Odontoden-Ansätze sichtbar.

Gut zu wissen

  • Extrem lange Filamente an allen Flossen, besonders bei Männchen ausgeprägt
  • Vertikale Ruhestellung an Scheiben und Wurzeln: imitiert versunkene Äste
  • Offenbrüter: Eier werden offen auf Scheiben oder glatte Steine gelegt
  • Männchen bewacht und befächert die Eier allein für 7-10 Tage
  • Männchen entwickelt saisonalen Odontoden-Bart am Kopf zur Laichzeit
  • Treibholz ist obligatorisch für die Verdauung
  • Kupferempfindlich wie alle Loricariidae
  • Schlechter Futterkonkurrent: gezieltes Anfüttern nötig
  • Endemisch im Maracaibo-Becken, im Handel selten

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Störwels?

Sturisomatichthys festivum benötigt 24-28 °C, pH 6,4-7,5 und eine Gesamthärte bis 10 °dGH. Weiches bis mittelhartes Wasser ist ideal. Gute Wasserqualität mit niedrigen Nitratwerten und mäßige bis kräftige Strömung sind wichtig.

Welche Fische passen zum Störwels?

Geeignet sind ruhige südamerikanische Arten: kleine Salmler wie Nannostomus oder Paracheirodon, Panzerwelse und Zwergbuntbarsche. Ungeeignet sind schnelle, räuberische oder sehr lebhafte Fische, da der Störwels ein schlechter Futterkonkurrent ist und leicht verdrängt wird.

Wie züchtet man den Störwels?

Die Art ist ein Offenbrüter: Das Weibchen legt 30-80 Eier offen auf Scheiben oder glatte Steine. Das Männchen bewacht und befächert die Eier allein für 7-10 Tage. Eine Temperaturabsenkung mit anschließender Erwärmung und regelmäßiges Frostfutter fördern die Laichbereitschaft.

Braucht der Störwels Holz im Aquarium?

Ja, Treibholz ist für Sturisomatichthys festivum obligatorisch. Die Tiere raspeln aktiv daran und benötigen die Holzfasern und den Mikrobiofilm für ihre Verdauung. Ohne Holz treten Verdauungsprobleme auf.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

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Passt ins Becken dazu

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Großpunkt-Erdfresser

Buntbarsche

Großpunkt-Erdfresser

Geophagus megasema

  • Endgröße: bis 20 cm
  • Becken: ab 400 l
  • Temperatur: 22-30 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Aus Südamerika, Wasserwerte passen

Hujeta-Hechtsalmler

Salmler

Hujeta-Hechtsalmler

Ctenolucius hujeta

  • Endgröße: 26 cm (SL)
  • Becken: ab 648 l
  • Temperatur: 22-28 °C
  • pH-Wert: pH 5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Aus Südamerika, Wasserwerte passen

Rückenstrichgarnele

Garnelen

Rückenstrichgarnele

Neocaridina davidi (heteropoda)

  • Endgröße: bis 3 cm
  • Becken: ab 20 l
  • Temperatur: 18-28 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-8
  • Wasserhärte: mittelhart
  • Schwierigkeit: Anfängerfreundlich

Verträgt sich mit Garnelen, Wasser passt

Große Amazonas-Schwertpflanze

Rhizompflanzen

Große Amazonas-Schwertpflanze

Echinodorus bleheri

  • Wuchshöhe: 20-60 cm
  • Licht: mittel bis viel
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Platz im Becken: Hintergrundpflanze
  • Wasserhärte: weich bis hart

Passende Pflanze: Echinodorus

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Harnischwelse, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Goldbartelwels

Harnischwelse

Goldbartelwels

Sturisomatichthys aureum

  • Endgröße: 20 cm (SL)
  • Becken: ab 240 l
  • Temperatur: 25-29 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Blauer Phantomwels L128

Harnischwelse

Blauer Phantomwels L128

Hemiancistrus sp.

  • Endgröße: bis 20 cm
  • Becken: ab 450 l
  • Temperatur: 25-30 °C
  • pH-Wert: pH 6-7
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Einzelgänger, territorial

Weinender Peitschenwels

Harnischwelse

Weinender Peitschenwels

Loricaria sp. Rio Atabapo

  • Endgröße: 20 cm
  • Becken: ab 240 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittel

Schwarmfisch, friedlich

Leopard-Trugschilderwels (L 124)

Harnischwelse

Leopard-Trugschilderwels (L 124)

Peckoltia sabaji

  • Endgröße: bis 20 cm
  • Becken: ab 450 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittelschwer

Einzelgänger, friedlich

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