Takifugu ocellatus

Deutscher Name: Augenfleck-Kugelfisch

Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
China
Farben:
braun, gelb, grün
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Ocellaris-Pufferschnäuzchen
Gattung: Takifugu
Familie: Tetraodontidae

Beschreibung

Der Augenfleck-Kugelfisch (Takifugu ocellatus) erreicht etwa 17,6 cm und ist ein kompakt gebauter Kugelfisch aus den Küstengewässern und Flussmündungen Chinas und Vietnams. Die Grundfärbung ist olivgrün auf dem Rücken mit hellem, weißlichem Bauch. Kontrastreiche dunkle Bänder und Flecken werden von orangefarbenen bis gelben Linien eingefasst. Besonders charakteristisch ist das schwarze Band hinter den Brustflossen. Die orangefarbenen Augen verleihen dem Tier ein markantes Erscheinungsbild. WICHTIG: Takifugu ocellatus enthält Tetrodotoxin (TTX), ein tödliches Gift ohne Gegenmittel. Das Gift konzentriert sich in Haut, Leber und Eierstöcken. Der Fisch darf niemals verzehrt werden. Beim Hantieren ist Vorsicht geboten. Die Art ist anadrom und benötigt Brackwasser bis Meerwasser. Reine Süßwasserhaltung ist langfristig tödlich. Dies ist ein Kugelfisch für erfahrene Spezialisten mit subtropischer Kühlung und Salzwasseraufbereitung.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • GIFTIG: Tetrodotoxin (TTX) in Haut, Leber und Eierstöcken, kein Gegenmittel
  • Subtropische Kaltwasserart: 15-20 °C, Temperaturen über 22 °C sind tödlich
  • Brackwasser-Art: benötigt Salzzugabe (SG 1.005-1.015), adulte Tiere Meerwasser (SG 1.020-1.025)
  • Ständig nachwachsende Zähne: hartschalige Nahrung zur Zahnabnutzung Pflicht
  • Einzelhaltung Pflicht: extrem aggressiv gegenüber allen Mitbewohnern
  • IUCN Near Threatened (NT): Bestand durch Überfischung und Habitatverlust gefährdet
  • Keine Nachzucht im Aquarium möglich
  • Lauerjäger: gräbt sich in Sandsubstrat ein

Vergesellschaftungshinweise

Takifugu ocellatus ist extrem aggressiv und muss ausschließlich einzeln gehalten werden. Jeder andere Fisch wird als Beute oder Rivale behandelt, auch deutlich größere Arten. Die Vergesellschaftung mit Wirbellosen ist nicht möglich: Schnecken sind Hauptnahrung, Garnelen werden gefressen. Das Verhalten kann erratisch wirken: Tiere graben sich ein, verharren reglos, um dann plötzlich schnell zu schwimmen. Aufgeschreckte Tiere werfen sich gegen Aquarienwände. Die Körperinflation (Aufblähen) ist ein Stressmechanismus und sollte nie absichtlich ausgelöst werden. Tiere, die dabei Luft statt Wasser aufnehmen, können daran sterben.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen sind zur Laichzeit am deutlich vergrößerten Bauch erkennbar. Männchen sind tendenziell kleiner. Außerhalb der Laichzeit ist die sichere Unterscheidung schwierig.
Größe: ca. 17,6 cm

Haltungstipps / Pflege

Takifugu ocellatus ist eine subtropische Art und benötigt kühle Temperaturen: 15-20 °C. Temperaturen über 22 °C verursachen Hitzestress und führen zum Tod. Eine Aquarienkühlung ist in den meisten Haushalten nötig. Der pH-Wert liegt bei 7,8-8,5, die Gesamthärte bei 8-12 °dGH. Die Art benötigt Brackwasser mit einem spezifischen Gewicht von 1.005-1.015. Adulte Tiere benötigen zunehmend höhere Salinität bis hin zu Meerwasserbedingungen (SG 1.020-1.025). Reine Süßwasserhaltung ist langfristig tödlich. Ein Einzeltier benötigt mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter. Tiefer feiner Sandgrund (5-8 cm) ist nötig, damit der Fisch sein Eingrabverhalten ausleben kann. Felsen, Wurzeln und Höhlen ergänzen die Einrichtung. Leistungsstarke Filterung und regelmäßige Wasserwechsel von 30-40 % wöchentlich sind wegen der eiweißreichen Ernährung nötig. Das Becken muss sicher abgedeckt sein.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
7,8-8,5
Temperatur:
15-20 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Eine Nachzucht im Aquarium ist nicht möglich. Ein einziger dokumentierter Zuchterfolg stammt aus einer Forschungseinrichtung (Nanjing University, China, 1997) unter kontrollierten Bedingungen mit sehr großen Becken. Reproduzierbare Parameter für Heimaquarianer liegen nicht vor. In der Natur laicht die Art saisonal als Substratlaicher in Flüssen.

Ernährung/Futterbedarf

Takifugu ocellatus ist ein spezialisierter Karnivor. Hartschalige Nahrung ist zur Abnutzung des ständig nachwachsenden Zahnschnabels notwendig. Ganze Miesmuscheln, Venusmuscheln, Garnelen mit Schale, Krabbenteile und Schnecken bilden die Basis der Ernährung. Tintenfisch und Stinte ergänzen den Speiseplan. Abwechslung ist wichtig, um Mangelerkrankungen zu vermeiden. Trockenfutter und Flocken werden abgelehnt. Kein Säugetier- oder Geflügelfleisch verfüttern. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 8-15 Jahre (geschätzt)

Natürlicher Lebensraum

Takifugu ocellatus stammt aus den Küstengewässern und Flussmündungen Chinas und Vietnams. Das Verbreitungsgebiet umfasst den Jangtsekiang, das Pearl River Delta und die Küstenzone. Die Art ist anadrom: Sie lebt in Brackwasser- und Meeresgebieten und wandert zum Laichen in Flüsse. Die Art ist von der IUCN als Near Threatened (NT) eingestuft, hauptsächlich wegen Überfischung für die asiatische Küche und Habitatverlust im Jangtsekiang-Gebiet.

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