
Labyrinthfische
Honigfadenfisch
Trichogaster chuna
- Endgröße: bis 7 cm
- Aquarium: ab 54 l
- Temperatur: 22-27 °C
- pH-Wert: pH 6-7,5
- Wasserhärte: weich bis mittelhart
- Schwierigkeit: Einfach
In der Gruppe halten, friedlich
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Zierfische, Familie Osphronemidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Der Rote Honiggurami ist eine rote Zuchtform des Honigguramis (Trichogaster chuna), eines der kleinsten Fadenfische. Die Wildform stammt aus dem Ganges- und Brahmaputra-Gebiet in Indien und Bangladesch, Nachweise gibt es auch aus Nepal. Die Zuchtform ist kräftig rot-orange gefärbt.

bis 7 cmEndgröße
22-27 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
4-15 °dGHGesamthärte
ab 54 lAquariengröße
Anders als bei der Wildform färben sich die Männchen zur Balz nicht um: Die dunkelblaue bis schwarze Kehle und Bauchpartie balzender Wildform-Männchen fehlt bei den Zuchtformen. Die rote Form wurde für den Zierfischhandel gezüchtet, möglicherweise unter Einkreuzung des verwandten Dicklippigen Fadenfischs (Trichogaster labiosa). Die Art erreicht höchstens 5,5 cm Standardlänge (SL, ohne Schwanzflosse), mit Schwanzflosse meist 4 bis 5 cm, selten bis 7 cm. Weibchen werden größer als Männchen. Haltung und Pflege entsprechen der Wildform: ein ruhiges, dicht bepflanztes Becken ab 60 cm Kantenlänge mit schwacher Strömung, Schwimmpflanzen und friedlichen Mitbewohnern. Als Labyrinthfisch (mit einem zusätzlichen Atmungsorgan für atmosphärische Luft) braucht der Honiggurami freien Zugang zur Wasseroberfläche und eine feuchtwarme Luftschicht darüber.
Die Pflege entspricht der Wildform. Wasserwerte: 22 bis 27 °C, pH 6,0 bis 7,5, Gesamthärte 4 bis 15 °dGH. Ein Becken ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter reicht für ein Paar oder eine kleine Gruppe. Am wohlsten fühlen sich die Tiere in einem dicht bepflanzten, schattigen Becken mit viel Deckung an der Oberfläche durch hohe Stängelpflanzen oder Schwimmpflanzen. Wurzeln mit aufgebundenem Javafarn oder Moos und kleine Tontöpfe bieten zusätzliche Verstecke. Getrocknetes Laub, etwa von Buche, Eiche oder Seemandelbaum, ist ebenfalls sinnvoll: Es dient als Versteck, und beim Zersetzen bilden sich Kleinstlebewesen, die Jungfischen als Zusatzfutter dienen. Die Filterung sollte schwach sein, ein luftbetriebener Schwammfilter reicht. Das Becken muss gut abgedeckt sein und darf nicht bis zum Rand gefüllt werden: Wie alle Fadenfische braucht die Art Zugang zur feuchtwarmen Luftschicht über dem Wasser, außerdem springt sie gelegentlich. Fast alle Tiere im Handel sind Nachzuchten.
Kupfer: Trichogaster chuna ist wie alle Labyrinthfische (Unterordnung Anabantoidei) hochempfindlich gegenüber kupferbasierten Medikamenten. Das empfindliche Labyrinth-Organ und die geringe Körpermasse machen Kupfer besonders gefährlich. Kupferhaltige Präparate können schon bei Standard-Dosierung Kiemen-Schleimüberproduktion, Nekrose des Kiemenepithels und schnellen Tod verursachen, deshalb ist bei der Dosierung äußerste Vorsicht geboten. Auch Malachitgrün und Wasserstoffperoxid sind bei dieser Art kritisch zu dosieren. Bei der Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthiriose) oder der Samtkrankheit zuerst die Diagnose sichern und auf kupferfreie Präparate ausweichen, dosiert nach deren Anleitung.
Friedlicher, bedächtiger Fisch, der von größeren oder lebhafteren Mitbewohnern leicht eingeschüchtert und beim Futter verdrängt wird. Gut passen friedliche, im freien Wasser schwimmende Karpfenfische wie kleine Bärblinge sowie ruhige Schmerlen wie Dornaugen (Pangio). Territoriale oder aggressive Arten sind ungeeignet. Ein Schwarmfisch ist der Honiggurami nicht, er braucht aber den Kontakt zu Artgenossen und zeigt in der Gruppe mehr Verhalten, empfohlen werden mindestens 4 bis 6 Tiere. In der Gruppe bildet sich eine Rangordnung, dominante Tiere vertreiben Rivalen beim Füttern oder von ihrem Lieblingsplatz. Zur Fortpflanzung gehen die Tiere kurzzeitige Paarbindungen ein.
In der Natur frisst der Honiggurami vermutlich Insekten und andere kleine Wirbellose, berichtet wird, dass er Insekten auf überhängenden Blättern mit Wassertropfen herunterspuckt. Im Aquarium nimmt er Trockenfutter an, sollte aber regelmäßig kleines Lebend- oder Frostfutter wie Daphnien, Artemia oder Rote Mückenlarven bekommen, damit er gute Kondition und Farbe entwickelt. Auch kleine Insekten wie Mikrogrillen oder Fruchtfliegen (Drosophila) eignen sich, am besten vorher selbst mit Flocken oder Gemüse gefüttert.
Der Honiggurami ist ein Schaumnestbauer mit kurzzeitiger Paarbindung, die rote Zuchtform wird genauso gezüchtet. Manche Züchter setzen einzelne Paare zum Ablaichen an, andere lassen eine kleine Gruppe zusammen. Das Zuchtbecken braucht viele Schwimm- oder Stängelpflanzen, deren Blätter die Oberfläche erreichen, einen luftbetriebenen Schwammfilter, der das Nest nicht zerstört und keine Jungfische ansaugt, und eine möglichst dicht schließende Abdeckung: Die Jungfische brauchen eine warme, feuchte Luftschicht, sonst kann sich ihr Labyrinthorgan schlecht entwickeln. Mit reichlich kleinem Lebendfutter kommen die Tiere schnell in Laichstimmung. Das Männchen baut unter einem breiten Blatt oder in einer Beckenecke ein relativ kleines Schaumnest ohne Pflanzenteile. Nach längerer Balz laichen die Partner unter dem Nest in der für Fadenfische typischen Umschlingung ab, das Männchen sammelt die Eier ein und bringt sie ins Nest. Danach vertreibt es das Weibchen, das dann herausgefangen werden sollte. Die Larven schlüpfen nach etwa 24 bis 36 Stunden, danach kann auch das Männchen entfernt werden. Nach weiteren 24 bis 48 Stunden schwimmen die sehr kleinen Jungfische frei. In der ersten Woche brauchen sie Infusorien (Aufgusstierchen) oder Flüssigfutter, danach Artemia-Nauplien oder Mikrowürmer. Bei Wasserwechseln ist Vorsicht geboten, die Jungfische reagieren lange empfindlich auf Änderungen von Wasserchemie und Temperatur. Eigene Zuchtwasserwerte sind nicht gesichert beschrieben.
Der Rote Honiggurami ist eine Zuchtform. Die Wildform stammt aus dem Ganges in Nordindien mit seiner Überschwemmungsebene und dem Delta in Bangladesch sowie aus dem Brahmaputra-System in den indischen Bundesstaaten Assam, Manipur, Meghalaya und Arunachal Pradesh, dazu gibt es Nachweise aus Nepal. Sie lebt in tief gelegenen, dicht bewachsenen, langsam fließenden oder stehenden Gewässern: Teichen, Gräben, Beels (flachen Senkenseen der Überschwemmungsebene) und überfluteten Feldern. Viele dieser Gewässer verändern sich mit dem Monsun von Juni bis Oktober stark in Wasserstand, Wasserchemie und Trübung.
Bei der Wildform sind erwachsene Weibchen bräunlich, deutlich größer als die Männchen und tragen ein breites braunes Längsband vom Auge bis zur Schwanzwurzel. Balzende Wildform-Männchen färben Körper und Kiemendeckel leuchtend orange, Kopf, vordere Bauchpartie und die Hartstrahlen der Afterflosse werden dunkelblau bis schwarz. Bei den Männchen der Zuchtformen, auch beim Roten Honiggurami, bleibt diese Umfärbung aus. Erkennbar sind die Geschlechter der roten Form vor allem an der Größe, laichbereite Weibchen wirken zudem voller. Weitere Färbungsunterschiede der roten Form sind nicht gesichert beschrieben.
Eine rote Zuchtform des Honigguramis Trichogaster chuna, möglicherweise unter Einkreuzung des Dicklippigen Fadenfischs entstanden. Die Tiere sind kräftig rot-orange, die Männchen zeigen kein Balzkleid mit dunkler Kehle wie die Wildform. Die Pflege entspricht der Wildform.
22 bis 27 °C, pH 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte von 4 bis 15 °dGH, dazu schwache Strömung und eine feuchtwarme Luftschicht über dem Wasser.
Ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter für ein Paar oder eine kleine Gruppe, dicht bepflanzt, mit Schwimmpflanzen und einer gut schließenden Abdeckung.
Ja, mit ruhigen, friedlichen Arten wie kleinen Bärblingen oder Dornaugen. Größere, lebhafte, territoriale oder aggressive Fische verdrängen ihn. Empfohlen werden mindestens 4 bis 6 Honiggurami.
Ja, wie die Wildform. Das Männchen baut ein kleines Schaumnest und pflegt Nest und Gelege allein, das Weibchen sollte nach dem Ablaichen herausgefangen werden. Die Larven schlüpfen nach 24 bis 36 Stunden, die Jungfische brauchen anfangs Infusorien.
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