Trichopodus trichopterus
Beschreibung
Trichopodus trichopterus, der Punktierte Fadenfisch (auch Blauer Fadenfisch oder Dreipunktfadenfisch), wird bis zu 15 cm groß (SL) und ist ein robuster Labyrinthfisch aus der Familie der Osphronemidae. Er stammt aus Südostasien (Mekong-System: Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar, Malaysia) und ist eine der am weitesten verbreiteten Aquarienfischarten.
Die Wildform zeigt eine blaugraue Grundfarbe mit einem charakteristischen Dreipunkt-Muster: zwei schwarze Punkte auf der Körpermitte und am Schwanzstiel plus das Auge als dritter Punkt. Im Handel sind zahlreiche Zuchtformen verbreitet: Gold (einfarbig gelb-orange), Opalin/Marmoriert (blau-weiß marmoriert), Cosby, Silber/Platin und die Wildform.
Als Labyrinthfisch besitzt T. trichopterus ein zusätzliches Atemorgan für atmosphärische Luft. Er ist aktiv, robust und grundsätzlich ein Gemeinschaftsfisch, kann aber individuell aggressives Verhalten zeigen.
Besonderheiten
- Labyrinthfisch – atmet atmosphärische Luft
- Fadenförmige Bauchflossen als Tastorgane
- Zahlreiche Zuchtformen: gold, marmoriert (Cosby), opalin, platin
- Männchen können ausgeprägt aggressiv werden (Brutzeit)
- Schaumnestbauer – festes Nest mit Pflanzenteilen verstärkt
- Kupferempfindlich – Kupferhaltige Medikamente vermeiden
- Warme Luftschicht über Wasser nötig – Becken gut abdecken
Vergesellschaftungshinweise
Paar oder 1 Männchen mit 2-3 Weibchen, friedlich bis territorial, Männchen oft aggressiv. Verträglichkeit mit Wirbellosen: bedingt kompatibel (Zwerggarnelen werden gefressen).
Trichopodus trichopterus eignet sich grundsätzlich für Gemeinschaftsbecken, jedoch muss die ausgeprägte Aggressivität der Männchen berücksichtigt werden. Männchen können sowohl gegenüber Artgenossen als auch gegenüber anderen Fischen territorial werden, insbesondere während der Brutzeit. Ein Harem aus einem Männchen und zwei bis drei Weibchen reduziert die Aggression. Geeignete Begleiter sind robuste, gleichgroße bis größere Fische wie Salmler, Barben, Schmerlen und bodenbewohnende Welsarten. Langflossige Arten und Zwerggarnelen sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind ab etwa 6-7 cm sicher zu unterscheiden. Sie besitzen eine spitz zulaufende, deutlich verlängerte Rückenflosse und zeigen eine intensivere Färbung, besonders während der Balz. Weibchen haben eine kürzere, abgerundete Rückenflosse und wirken während der Laichbereitschaft fülliger.
Haltungstipps / Pflege
Der Punktierte Fadenfisch benötigt ein Aquarium ab 100 cm Kantenlänge (ab 160 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 5,5-8,5, GH 3-15 °dGH.
Die Art ist extrem anpassungsfähig an verschiedene Wasserwerte. Das Becken sollte dicht bepflanzt sein mit Schwimmpflanzen und freiem Schwimmraum. Ruhige bis schwache Strömung, dunkler Bodengrund.
Als Labyrinthfisch muss der Deckel dicht schließen, damit sich über der Wasseroberfläche eine warme, feuchte Luftschicht bildet. Kupferhaltige Medikamente meiden. Temperament-Warnung beachten: bei aggressiven Individuen mehr Sichtbarrieren einplanen.
Zucht und Fortpflanzung
Trichopodus trichopterus ist ein Schaumnestbauer; die Zucht ist einfach. Das Männchen baut ein festes Schaumnest an der Wasseroberfläche, oft zwischen Schwimmpflanzen verankert und teilweise mit Pflanzenteilen verstärkt. Separates Becken mit abgesenktem Wasserstand (15-20 cm) und 27-30 °C. Weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0-7,0, GH bis 15 °dGH) fördert den Laicherfolg. Pro Laichvorgang werden 500-1.200 Eier abgegeben, die das Männchen ins Nest einsammelt. Die Larven schlüpfen nach etwa 24 Stunden und sind nach 4-5 Tagen freischwimmend. Das Männchen bewacht das Nest aggressiv; das Weibchen sollte nach dem Laichvorgang entfernt werden. Jungfische mit Infusorien, später Artemia-Nauplien aufziehen.
Ernährung/Futterbedarf
Der Punktierte Fadenfisch ist ein Allesfresser und sehr unkompliziert. Er nimmt nahezu alle kommerziellen Futter an: Flocken, Granulat, Pellets. Ergänzend: Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien), Lebendfutter und pflanzliche Anteile (Algen, Spirulina-Flocken). Abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbintensität.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Die Art besiedelt in Südostasien langsam fließende oder stehende, oft trübe und dicht bewachsene Gewässer des Mekong-Einzugsgebiets. Typische Habitate sind überschwemmte Niederungen, Sümpfe, Gräben, Kanäle und saisonal geflutete Wälder mit reichlich Ufervegetation und organischem Substrat aus Laub und Schlamm. Das Labyrinthorgan ermöglicht das Überleben in zeitweise sauerstoffarmen Habitaten. Die Art wurde weltweit in zahlreiche Länder eingeführt.