Trichopodus trichopterus
Beschreibung
Trichopodus trichopterus, der Punktierte Fadenfisch (auch Blauer Fadenfisch oder Dreipunktfadenfisch), wird bis zu 15 cm groß (SL) und ist ein robuster Labyrinthfisch aus der Familie der Osphronemidae. Er stammt aus Südostasien (Mekong-System: Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar, Malaysia) und ist eine der am weitesten verbreiteten Aquarienfischarten.
Die Wildform zeigt eine blaugraue Grundfarbe mit einem charakteristischen Dreipunkt-Muster: zwei schwarze Punkte auf der Körpermitte und am Schwanzstiel plus das Auge als dritter Punkt. Im Handel sind zahlreiche Zuchtformen verbreitet: Gold (einfarbig gelb-orange), Opalin/Marmoriert (blau-weiß marmoriert), Cosby, Silber/Platin und die Wildform.
Als Labyrinthfisch besitzt T. trichopterus ein zusätzliches Atemorgan für atmosphärische Luft. Er ist aktiv, robust und grundsätzlich ein Gemeinschaftsfisch, kann aber individuell aggressives Verhalten zeigen.
Besonderheiten
- Labyrinthorgan: atmet zusätzlich atmosphärische Luft
- Deckel muss dicht schließen, warme Luftschicht über Wasser nötig
- Kupfer-empfindlich: kupferhaltige Medikamente meiden!
- Temperament-Warnung: individuell aggressiv, Flossenzupfer!
- Zuchtformen: Gold, Opalin, Cosby, Silber, Wildform (alle T. trichopterus)
- Invasive Populationen weltweit: nie im Freiland entsorgen!
- Zucht einfach, 500-1.200 Eier pro Gelege
Vergesellschaftungshinweise
Grundsätzlich ein Gemeinschaftsfisch, jedoch mit Temperament-Vorbehalt. Manche Individuen bleiben friedlich, andere werden aggressiv. Besonders während der Brutzeit nimmt die Aggressivität der Männchen zu. Flossenzupfen an schleppflossigen Fischen (Betta, Platys mit Schleierschwanz) wurde beobachtet.
Haltung als Paar oder Harem (1 Männchen, 2-3 Weibchen). Geeignete Beifische: robuste Barben, größere Salmler und Rasboras, Schmerlen, Ancistrus, Corydoras. Nicht geeignet: Schleierflosser (Flossenzupfer-Risiko), sehr kleine Fische unter 3 cm (Beute-Risiko), andere Gurami-Männchen ohne ausreichend Raum. Große Garnelen möglich, kleine Garnelen werden gefressen.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen haben eine spitz ausgezogene Rückenflosse und sind zur Brutzeit farbintensiver. Weibchen besitzen eine abgerundete Rückenflosse und wirken bei Laichreife fülliger. Die Flossenform ist das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal. Bei manchen Zuchtformen sind die Geschlechtsunterschiede weniger deutlich.
Haltungstipps / Pflege
Der Punktierte Fadenfisch benötigt ein Aquarium ab 100 cm Kantenlänge (ab 160 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 5,5-8,5, GH 3-15 °dGH.
Die Art ist extrem anpassungsfähig an verschiedene Wasserwerte. Das Becken sollte dicht bepflanzt sein mit Schwimmpflanzen und freiem Schwimmraum. Ruhige bis schwache Strömung, dunkler Bodengrund.
Als Labyrinthfisch muss der Deckel dicht schließen, damit sich über der Wasseroberfläche eine warme, feuchte Luftschicht bildet. Kupferhaltige Medikamente meiden. Temperament-Warnung beachten: bei aggressiven Individuen mehr Sichtbarrieren einplanen.
Zucht und Fortpflanzung
Der Punktierte Fadenfisch ist ein Schaumnestbauer und eine der am unkompliziertesten zu züchtenden Gurami-Arten. Das Männchen errichtet ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, oft zwischen Schwimmpflanzen. Pro Laichakt werden 500-1.200 Eier abgelegt.
Das Weibchen nach dem Ablaichen entfernen. Das Männchen bewacht Nest und Jungfische zuverlässig. Die Eier schlüpfen nach 20-30 Stunden. Die Jungfische sind nach 4-5 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Infusorien oder flüssiges Aufzuchtfutter, dann Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.
Zuchtbedingungen: flaches Wasser (15-20 cm), Schwimmpflanzen, schwacher Filter, Temperatur 28-30 °C. Warme Luftschicht über dem Wasser nötig. Zuchtschwierigkeit: einfach.
Ernährung/Futterbedarf
Der Punktierte Fadenfisch ist ein Allesfresser und sehr unkompliziert. Er nimmt nahezu alle kommerziellen Futter an: Flocken, Granulat, Pellets. Ergänzend: Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien), Lebendfutter und pflanzliche Anteile (Algen, Spirulina-Flocken). Abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbintensität.
Natürlicher Lebensraum
Trichopodus trichopterus stammt aus dem Mekong-System in Südostasien (Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar, Malaysia). Die Art bewohnt träge bis stehende, dicht bepflanzte Flachwassergebiete: Teiche, Reisfelder, Gräben, Sümpfe. T. trichopterus hat zahlreiche invasive Populationen weltweit etabliert (Australien, Nordamerika u. a.).