Nematobrycon palmeri

Deutscher Name: Kaisertetra

Quelle Manuel Roth FA. EFS
Herkunft:
Kolumbien
Farben:
blau, lila, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Nematobrycon palmeri
Gattung: Nematobrycon
Familie: Characidae

Beschreibung

Die Kaisertetra (Nematobrycon palmeri) wird etwa 4,2 cm (SL) gross und ist ein eleganter Salmler der Familie Acestrorhamphidae mit schlankem, seitlich leicht abgeflachtem Körper. Charakteristisch ist ein breites, dunkles Längsband, das vom Auge bis zur Schwanzflosse verläuft und in Schwarz bis Dunkelviolett erscheint. Darüber liegt eine bläulich-silberne bis violette Irisierung. Der Rückenbereich zeigt olivbraune Nuancen, der Bauch ist silbrig-weiss. Männchen weisen intensivere Farbtöne und verlängerte Strahlen in Rücken-, After- und Schwanzflosse auf; der mittlere Schwanzflossenstrahl kann spitz verlängert erscheinen und wirkt wie ein kleiner Dreizack. Die blaue Iris der Männchen und die grüne Iris der Weibchen machen die Geschlechter auch auf Distanz unterscheidbar. Im Aquarium zeigt die Kaisertetra ein ruhiges, schwarmorientiertes Schwimmverhalten in den mittleren Wasserschichten. Einzelne Männchen markieren temporär kleine Reviere und imponieren mit gespreizten Flossen, ohne dabei zu schweren Kämpfen zu neigen. Verwechslungsgefahr besteht mit N. lacortei (rote statt blaue Iris bei Männchen) und Inpaichthys kerri (kleiner, ohne verlängerte Flossenfortsätze).
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Männchen mit verlängerten Strahlen in Rücken-, After- und Schwanzflosse (Dreizack-Profil)
  • Blaue Iris bei Männchen, grüne Iris bei Weibchen
  • Verwechslungsgefahr mit N. lacortei (rote Iris) und Inpaichthys kerri (kleiner, ohne Flossenfortsätze)
  • Färbung stark von Substrat beeinflusst; dunkler Bodengrund fördert Farbintensität
  • Freilaicher ohne Brutpflege; Eltern fressen Eier
  • Junggarnelen gefährdet, Schnecken toleriert
  • Springrisiko gering, dennoch Abdeckung empfohlen
  • Empfindlich gegenüber Kupfer und kupferhaltigen Medikamenten

Vergesellschaftungshinweise

Nematobrycon palmeri ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 6, idealerweise 10 oder mehr Tieren gepflegt werden. Innerhalb der Gruppe bilden Männchen gelegentlich kleine, temporäre Reviere und führen Imponierdisplays vor, die selten in Verletzungen enden. Während der Brutzeit steigt die Territorialität einzelner Männchen an. Das Temperament ist friedlich gegenüber den meisten Beifischen. Schnecken werden toleriert. Jungtiere von Zwerggarnelen werden gefressen; größere Garnelen wie Amanogarnelen können in der Regel vergesellschaftet werden. Geeignete Beifische sind andere südamerikanische Salmler, Panzerwelse und kleine Buntbarsche wie Apistogramma-Arten. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden wie Malawi- oder Tanganjikasee-Arten sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus ist deutlich ausgeprägt. Männchen sind farbenprächtiger mit intensiver bläulicher und violetter Irisierung und zeigen verlängerte Flossenstrahlen an Rücken-, After- und Schwanzflosse. Der mittlere Schwanzflossenstrahl kann dreizackartig verlängert erscheinen. Männchen haben eine blaue Iris. Weibchen sind fülliger gebaut, besonders bei guter Kondition, zeigen weniger intensive Färbung, kürzere Flossen und eine grüne Iris. Männchen erreichen etwa 4,2 cm SL (ca. 5 cm TL); Weibchen bleiben etwas kompakter.
Größe: ca. 4,2 cm (SL), bis ca. 5 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–27 °C, pH 5,0–7,5, GH 1–12 °dGH. Die Art bevorzugt weiches, leicht saures Wasser und ist an ein breites pH-Spektrum gewöhnt. Das Aquarium sollte eine Kantenlänge von mindestens 90 cm haben bei einem Volumen von etwa 81 Litern für eine Gruppe von mindestens 6 Tieren. Dunkler Sand oder feiner Kies als Substrat unterstützt die Farbgebung. Feinlaubige Pflanzen, Stängelpflanzen und Totholz bieten Verstecke und reduzieren Sichtkontakt zwischen territorialen Männchen. Die Strömung sollte mäßig sein. Regelmäßige Wasserwechsel und eine stabile Wasserqualität sind wichtig. Eine gleichmäßige Filterung mit mechanischer und biologischer Komponente ist empfehlenswert. Die Kaisertetra ist ein dankbarer Schwarmfisch für Gesellschaftsaquarien mit weichem Wasser. Dunkler Bodengrund, strukturreiche Bepflanzung und abwechslungsreiche Fütterung sind die Grundlagen für kräftige Farben und natürliches Verhalten.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,0-7,5
Temperatur:
23-27 °C
Beckengröße:
ab 90 cm, 81 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Nematobrycon palmeri ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 26–28 °C, pH 5,0–6,5, GH maximal 8 °dGH. Ein separates, schwach beleuchtetes Zuchtbecken mit feinfiedrigen Pflanzen, Javamoos oder Laichmopps ist ideal. Ein Laichrost schützt die Eier vor den Eltern, die starke Laichräuber sind. Zur Konditionierung eignen sich Artemia, schwarze Mückenlarven und Daphnien über 1–2 Wochen. Gelegegrößen liegen typischerweise bei 50–100 Eiern. Die Inkubationszeit beträgt etwa 24–36 Stunden; die Larven werden nach weiteren 4–5 Tagen freischwimmend. Die Erstnahrung besteht aus Infusorien; nach 5–7 Tagen können Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen angeboten werden.

Ernährung/Futterbedarf

Nematobrycon palmeri ist ein Allesfresser mit deutlicher Neigung zu tierischer Kost. Als Basis eignen sich hochwertige Flocken und feines Granulat. Zur Förderung der Färbung und Kondition sollten regelmäßig Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und schwarze Mückenlarven angeboten werden. Mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt kommen dem natürlichen Fressverhalten entgegen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5–6 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Die Kaisertetra ist endemisch in Kolumbien und kommt in den Einzugsgebieten der Flüsse San Juan und Atrato vor. Dort besiedelt sie klare, langsam fließende Gewässer mit sandigem, steinigem oder schlammigem Untergrund. Die Habitate sind von überhängender Ufervegetation und Totholz geprägt, welche Schatten und Verstecke bieten. Die Strömung ist in der Regel langsam bis mäßig.

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