Gestaltung

Gestaltung im Aquarium

Kids Aquarium Tropica
Foto: Tropica

Bei der Bepflanzung im Aquarium solltest du dich am besten an der Endgröße der Pflanzen orientieren. Wie groß ausgewachsene Pflanzen sind, erfährst du in unserer Fishothek und auf dem Etikett der Pflanze.

Wenn du die hohen Pflanzen nach vorn und die von Natur aus niedrig bleibenden nach hinten pflanzt, wäre das ungünstig, dann kannst du die hinteren gar nicht richtig sehen. Den Fischen ist das zwar egal, aber du willst ja auch einen netten Anblick haben.

Deshalb setzen Aquarianer hoch wachsende, Pflanzen – auch Hintergrundpflanzen genannt – in das hintere Drittel des Aquariums. Sie verdecken die Rückwand und bilden eine schöne „Tapete“ für den kleinen Raum, der dein Aquarium ist. Hintergrundpflanzen sind zumeist Stängelpflanzen, die immer weiter in die Länge wachsen, oder auch langblättrige Rosettenpflanzen wie Vallisnerien, die wie eine Gardine funktionieren.

In das von vorn nach hinten gesehen mittlere Drittel setzt du mittelgroße Pflanzen. Am wenigsten Arbeit macht es, wenn du hier Pflanzen wählst, die diese Höhe von alleine halten, also Rosettenpflanzen wie Wasserkelche oder Rhizompflanzen wie Speerblatt und Javafarn. Du kannst auch Stängelpflanzen nehmen, dann musst du aber regelmäßig einkürzen, damit sie die hinter ihnen stehenden Pflanzen nicht verdecken.

Und ganz nach vorn kommen jetzt von Natur aus klein bleibende Vordergrundpflanzen wie Moose, Teppich bildende Gräser oder Miniversionen von Rosetten- und Rhizompflanzen.

Eine hübsche Verteilung

Gestaltung
1 und 2 – Hintergrundpflanzen, 3 – Stängelpflanze, 4 und 6 – Mittelgrundpflanzen, 5 – Wurzel, 7 und 8 – Vordergrundpflanzen

 

Aber wo setzt du jetzt was hin?

Du kannst dir dein Aquarium wie ein Bild vorstellen. Du schaust von vorne hinein und hast einen zumeist rechteckigen Rahmen. Jetzt bist du der Künstler, der das lebende Unterwasserbild malt.

Nimm als erstes größere Dekorationsgegenstände. Hast du eine oder mehrere Wurzeln oder Steine für dein Aquarium? Dann schau sie dir von allen Seiten an und entscheide dich, von wo aus betrachtet sie am schönsten aussehen. So setzt du sie jetzt auf den Bodengrund in das Aquarium. Setze die Dekorationsteile  nicht genau in die Mitte, meist sieht es besser aus, wenn sie etwas seitlich der Mitte das Becken in einen kleineren und einen größeren Bereich aufteilen. Um die Elemente herum kannst du nun die Pflanzen verteilen.

Stängelpflanzen setzt du am besten in größeren Gruppen. Ihre frisch ausgetriebenen Spitzen sehen am schönsten aus. Um am meisten davon zu haben, kürzt du Stängelpflanzen auf leicht unterschiedliche Länge und setzt (jeden Stängel einzeln!) recht dicht beieinander so in den Boden, dass die längeren hinten stehen und weiter nach vorn immer kürzere. So ergibt sich eine Art Treppe und du siehst all die schönen frischen Spitzen der einzelnen Stängel.

Auch grasartige Pflanzen und solche mit weniger spektakulären Blättern kommen am besten in der Gruppe zur Geltung.

Mit Pflanzen Kontraste gestalten

Kids Aquarium Tropica Kontraste
Foto: Tropica

Verteile die Farben und Formen der Pflanzen so, dass Kontraste entstehen. Setze am besten nicht zwei Pflanzen direkt nebeneinander, die sich sehr ähnlich sind.  Es sieht zum Beispiel schöner aus, wenn du vor eine „flauschige“ Pflanze wie den Sumpffreund eine Pflanze mit großen, glatten Blättern setzt – idealerweise  hat sie noch eine andere Farbe. So verschwimmt der Eindruck nicht.

Bunte Pflanzen kannst du besonders gut in Szene setzen, wenn du sie vor grüne Pflanzen setzt und nicht zu einer gleichfarbigen. Denn würdest du etwa einen rötlichen Wasserkelch vor eine rote Stängelpflanze setzen, kämen beide Pflanzen nicht so schön zur Geltung.

Wo wir gerade bei Hervorstechen sind: Einige Pflanzen gelten als „Solitär“. Das kommt aus dem Französischen und heißt „Allein“. Sie haben in sich eine so große Wirkung, dass sie besonders gut aussehen, wenn ihr nicht durch mehrere Ausgaben ihrer Art die Schau gestohlen wird – man pflanzt sie bewusst als Blickfang einzeln ohne viel Ablenkung drum herum.

Das wären zum Beispiel große oder gemusterte Amazonas Schwertpflanzen, Tigerlotus oder Wasserähren.

Zum Schluss legst du kleine Steine oder andere kleinere Dekorationsgegenstände ins Becken.

Nachfolgend eine Zeichnung, wie die Verteilung von Pflanzen aussehen könnte. Aber lasse deiner Fantasie ruhig freien Lauf – das Aquarium soll schließlich dir gefallen!)

 

 

Es gibt fünf Haupttypen bei Pflanzen

Rosettenpflanzen: Aus der Mitte entspringt ein Büschel Blätter, die von oben gesehen kreisförmig angeordnet sind – wie bei Salat. Sie wachsen, indem sie innen immer neue, größere Blätter bilden. Alte, zu kleine Blätter werden abgestoßen.
(Beispiele: der Wasserkelch, lateinisch Cryptocoryne, und die Amazonas Schwertpflanze )

Stängelpflanzen: An einem immer länger werdenden Stil stehen in Paaren oder als feinblättriger Quirl Blätter. Der „Fuß“ steckt im Boden, oben wächst sie aber immer weiter in Richtung Licht, indem an der Spitze neue Blattpaare und Stängelabschnitte gebildet werden.
Wenn sie die Wasseroberfläche erreichen, „fluten“ sie. Das heißt sie wachsen entlang der Oberfläche und versuchen vielleicht auch, ins Trockene hinaus zu wachsen. Die meisten Aquarienpflanzen haben nämlich die Fähigkeit, mit speziellen Blättern auch über Wasser zu wachsen.
(Beispiele: Rotala, Ludwigie, Sumpffreund, Wasserpest)

Rhizompflanze: Aus einem vorwärts statt hoch wachsenden, kurzen Stängel (der Sprossachse = Rhizom) wachsen oben einzelne Blätter hervor, unten werden Wurzeln gebildet, um sich festzuhalten. Diese Pflanzen sind meist „Aufsitzer“, die nicht im Boden stecken wollen, sondern darauf spezialisiert sind auf Steinen oder Wurzeln zu sitzen. Sie bilden mit der Zeit dichte Horste. (Speerblatt, Farne)

 

Moose: Erdgeschichtlich gesehen sehr alte Pflanzen mit einfachem Aufbau. Eigentlich ganz winzig kleine Stängelpflanzen, die sich aber unter Wasser verzweigen und damit dichte Polster bilden. Sie haben kein Lignin, einen Stoff, den die weiter entwickelten Pflanzen gebildet haben, um harte Strukturen wie Stängel zu bilden. Deshalb sind sie immer weich und wachsen nur schwimmend oder hängend.

Schwimmpflanzen: Diese Pflanzen haben keinen Kontakt zum Boden. Sie müssen ihre Nährstoffe allein aus dem freien Wasser beziehen, deshalb sind sie darauf angewiesen, dass dort viele Nährstoffe vorhanden sind. Sie bilden zum Beispiel moosartige Polster (Teichlebermoos) oder haben schwimmende Rosetten (Muschelblume) oder bilden Ketten oder Einzelblätter (Salvinia, Wasserlinse / „Entengrütze“)