Acarichthys heckelii

Deutscher Name: Heckels Buntbarsch

Foto: Andreas Ekel -geophagus.de
Herkunft:
Brasilien, Guyana, Kolumbien, Peru
Farben:
blau, grau, grün, rot, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Acarichtys heckelii
Gattung: Acarichthys
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Acarichthys heckelii, Heckels Buntbarsch, wird etwa 19–20 cm groß und gehört zur Familie Cichlidae. Der gedrungene, seitlich leicht abgeflachte Körper zeigt eine silbrig-graue bis beigefarbene Grundfärbung mit irisierenden Schuppen, die bläuliche, grünliche und rote Einschläge tragen. Markant ist ein deutlich sichtbarer dunkler Lateralfleck in der Körpermitte sowie die verlängerten, fadenförmigen Strahlen an Rücken- und Afterflosse, die bei Männchen besonders stark ausgeprägt sind. Die Art zeigt ein ausgeprägtes Gründel- und Grabverhalten und baut in der Natur komplexe, tunnelartige Bruthöhlen im Substrat mit mehreren Eingängen – teils als Täusch-Zugänge angelegt. Im Aquarium ist feiner Sand als Substrat daher Pflicht. Außerhalb der Brutzeit verhält sich Acarichthys heckelii überwiegend friedlich und zurückhaltend. Während der Brutzeit werden die Elterntiere hochgradig territorial und verteidigen ihre Bruthöhle energisch gegen alle Eindringlinge.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Höhlenbrüter – Weibchen graben komplexe Tunnelsysteme im Sand
  • Ausgeprägtes Gründel- und Grabverhalten, feiner Sand als Substrat ist Pflicht
  • Fadenförmige Verlängerungen an Rücken- und Afterflosse, besonders bei Männchen
  • Saisonales Wanderverhalten in der Natur (überflutete Waldgebiete)
  • Während der Aufzucht sehr territorial und aggressiv
  • Bruthöhlenähnliche Strukturen im Aquarium nötig (z. B. umgedrehte Tontöpfe)
  • Garnelen gefährdet

Vergesellschaftungshinweise

Acarichthys heckelii ist außerhalb der Brutzeit überwiegend friedlich und zurückhaltend. Die Art kann paarweise oder in kleinen Gruppen ab 2 Tieren gehalten werden. Bei Einzeltieren kann es zu unvorhersehbaren innerartlichen Aggressionen kommen. Während der Brutzeit werden Weibchen und das Elternpaar hochgradig territorial und aggressiv gegenüber Eindringlingen im Bereich der Bruthöhle. Zwerggarnelen (Neocaridina/Caridina) sind nicht sicher; Schnecken werden in der Regel toleriert. Ausschließlich südamerikanische Weichwasserarten als Beifische wählen. Geeignet sind kleinere, friedliche Salmler, Panzerwelse und ähnliche Arten, die in anderen Wasserschichten schwimmen. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind wegen grundlegend anderer Wasserwerte zu vermeiden. Wegen der bodennahen Lebensweise sollten Mitbewohner eher in mittleren oder oberen Wasserschichten aktiv sein.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen erreichen tendenziell größere Körpermaße und zeigen intensivere Farbtöne. Die fadenförmigen Verlängerungen an Rücken- und Afterflosse sind bei Männchen deutlich länger als bei Weibchen. Weibchen sind kompakter gebaut und wirken fülliger, besonders als tragende Tiere.
Größe: ca. 19-20 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24–30 °C, pH 6,0–7,6, GH 1–12 °dGH. Beckengröße: Mindestens 150 cm Kantenlänge und 340 Liter für ein Paar. Für eine Gruppe ab 2 Tieren sind mindestens 600 Liter nötig. Einrichtung: Feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht – die Art gräbt intensiv. Zahlreiche Verstecke aus Totholz, Wurzeln und Höhlen (z. B. umgedrehte Tontöpfe mit Einschlupfloch) einrichten. Eine gedämpfte, leicht tanninhaltige Wasserfärbung (durch Laub, Erlenzapfen) bietet ein naturnahes Umfeld. Pflanzen gut befestigen oder robuste Arten wählen. Strömung: Langsam bis mäßig fließend, entsprechend dem natürlichen Habitat. Gedämpfte Beleuchtung reduziert Stress. Heckels Buntbarsch ist eine anspruchsvolle Art für fortgeschrittene Aquarianer, die ein großes, strukturiertes Becken mit weichem Sand und vielen Höhlen bieten können. Die Kombination aus Grabverhalten, Höhlenbrut und dem Bedarf an saisonalen Reizen macht die Pflege anspruchsvoll. Bioregional passende südamerikanische Weichwasserarten als Beifische wählen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,6
Temperatur:
24-30 °C
Beckengröße:
ab 150 cm, 340 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Höhlenbrüter. Weibchen graben komplexe Strukturen im Substrat und legen die Eier in den Höhlen ab. Nach dem Ablaichen teilen sich die Eltern die Aufgaben: das Weibchen pflegt Gelege und Jungfische, das Männchen übernimmt die Revierverteidigung. Jungfische werden bis zu einer Länge von ca. 10 mm betreut. Zuchtschwierigkeit: Mittel bis schwer. Gezielte Konditionierung, passende Höhlenstrukturen und Simulation saisonaler Trigger nötig. Zucht-Wasserwerte: Temperatur 27–29 °C, pH 6,0–6,5, GH maximal 5 °dGH. Die Simulation der Regenzeit durch Temperaturfluktuationen und großzügige Wasserwechsel (~50 %) mit kühlerem, weicherem Wasser kann den Laichreiz auslösen. Konditionierung mit Frost- und Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven) erhöht die Bereitschaft. Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.

Ernährung/Futterbedarf

Acarichthys heckelii ist ein Allesfresser (Erdfresser). Die Basis der Fütterung bildet hochwertiges, sinkendes Granulat. Ergänzend regelmäßig Frost- und Lebendfutter: Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien, gelegentlich Krill. Pflanzliche Anteile wie Spirulina-Produkte und Spinat sollten regelmäßig angeboten werden. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
bis 10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Acarichthys heckelii stammt aus dem Amazonasbecken Südamerikas mit Verbreitung in Peru, Kolumbien, Brasilien und Guyana. Die Art besiedelt typischerweise langsam fließende bis stehende Gewässer mit tanninreichem, weichem und leicht saurem Charakter. Typische Habitate sind Uferzonen mit sandigem oder schlammigem Substrat, reich strukturiert durch Totholz, versunkene Wurzeln und stellenweise dichte Ufervegetation. In der Regenzeit wandern die Tiere in überflutete Waldgebiete, wo sie Schlammhöhlen graben und laichen.

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