Acestridium dichromum

Deutscher Name: Grüner Zwergnadelwels

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Brasilien, Venezuela
Farben:
braun, grün
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Acestridium dichromum
Gattung: Acestridium
Familie: Callichthyidae

Beschreibung

Acestridium dichromum, der Grüne Zwergnadelwels, wird nur etwa 6 cm groß und gehört zur Unterfamilie Hypoptopomatinae innerhalb der Loricariidae. Der nadelförmige, langgestreckte Körperbau weicht deutlich vom typischen Harnischwels-Typ ab. Die Art ist dichromatisch und kann ihre Körperfarbe je nach Untergrund zwischen grün und braun wechseln – das namensgebende Merkmal. Der Körper wirkt schlank und flachgedrückt, die feine Panzerung und die zurückhaltend ausgebildeten Flossen dienen vorwiegend der Stabilisierung an Substraten. Im Aquarium hält sich A. dichromum überwiegend an Pflanzenstängeln, feinen Wurzeln und Totholz auf und ruht dort oft regungslos zwischen den Fraßphasen. In Gefangenschaft verbringen die Tiere auch viel Zeit an Scheiben und glatten Oberflächen. Die Art reagiert sehr empfindlich auf Wasserqualitätsprobleme und Parameterveränderungen.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Dichromatische Färbung – wechselt effektiv zwischen grün und braun
  • Strukturspezialist: bevorzugt Pflanzenstängel, feine Wurzeln und Totholz
  • Brutpflege durch das Männchen (Bewachung der Eier)
  • Sehr empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität
  • Unterfamilie Hypoptopomatinae
  • Kupferhaltige Medikamente sind giftig (Loricariidae)

Vergesellschaftungshinweise

A. dichromum ist ein geselliges Tier; Gruppenhaltung ab 5 Tieren wird empfohlen. Innerhalb der Gruppe kann leichtes Rangordnungsverhalten um bevorzugte Ruhestellen auftreten; diese Auseinandersetzungen bleiben ohne Verletzungsfolge. Das Temperament ist sehr friedlich. Gegenüber Wirbellosen ist die Art sehr gut verträglich – Garnelen und Schnecken sind durch den kleinen Aufwuchsfresser mit spezialisiertem Saugmaul nicht gefährdet. Bioregional passend vergesellschaften: ruhige kleine Salmler (z. B. Hyphessobrycon, Nannostomus), Apistogramma-Arten, kleine Corydoras aus demselben Biotop. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche sind völlig ungeeignet. Garnelen und Schnecken sind uneingeschränkt kompatibel.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechtsunterschiede sind subtil. Weibchen erscheinen, insbesondere wenn laichbereit, im hinteren Körperdrittel breiter und fülliger. Männchen sind tendenziell schlanker und linearer. Beide Geschlechter erreichen etwa 5,5–6,5 cm SL.
Größe: ca. 6 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–29 °C, pH 5,0–6,5, GH 1–6 °dGH. Leitfähigkeit unter 100 µS/cm wird für optimale Bedingungen empfohlen. Der pH sollte nie dauerhaft über 7,0 steigen. Bei sehr weichem Wasser KH/Alkalinität stabilisieren. Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter für eine Gruppe ab 5 Tieren. Einrichtung: Reich strukturiertes Aquarium mit feinen Pflanzenstängeln (Vallisneria, Microsorum, Cryptocoryne), Totholz, Mangrovenwurzeln und einer Laubschicht auf feinem Sandsubstrat. Zahlreiche Rückzugs- und Ruhestellen sind wichtiger als offener Schwimmraum. Strömung: Mäßig bis stärker, entsprechend dem Naturhabitat. Gute Belüftung ist wichtig, da die Art empfindlich auf Sauerstoffmangel reagiert. Regelmäßige, schonende Wasserwechsel mit enthärtetem Wasser sind Pflicht. Nitrat so niedrig wie möglich halten. Kupferhaltige Medikamente sind giftig und dürfen nicht eingesetzt werden. A. dichromum ist ein anspruchsvoller Aquarienbewohner für erfahrene Spezialisten. Weiches, saures und biologisch sauberes Wasser ist nicht verhandelbar. Für Anfänger oder Becken mit mittelharten Wasserwerten ist diese Art nicht geeignet.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
5,0-6,5
Temperatur:
23-29 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Fortpflanzungsbiologie ist nicht vollständig dokumentiert. Das Verhalten ähnelt der Gattung Farlowella: wenige, aber mit 2,5–3 mm große ovale Eier werden offen auf Oberflächen (Pflanzenblätter, Scheiben, Holz) abgelegt und vom Männchen bewacht. Die Art ist ein Offenbrüter/Substratlaicher. Jeder Zuchtversuch erfordert extrem weiches, saures und keimarmes Wasser (pH 4,5–5,5, GH bis 3 °dGH, Temperatur 26–28 °C) sowie sehr saubere Bedingungen, da Eier und Larven stark zu Pilzbefall neigen. Die Zuchtschwierigkeit gilt als sehr hoch. Erstfutter: Feinste Aufwuchspartikel, Infusorien, später Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

A. dichromum ist primär ein Aufwuchsfresser mit stark pflanzlicher Ausrichtung. Neben Biofilm und Algenaufwuchs werden auch mikroskopisch kleine tierische Bestandteile aufgenommen. Im Aquarium: Spirulina- und Chlorella-haltige Tabs, Algenblätter, frisch eingebrachte Algensteine sowie kleines Lebendfutter und Frost-Artemia-Nauplien zur Konditionierung. Die Tiere nehmen Tiefkühl- und Granulat-Futter häufig nur widerwillig an und bevorzugen natürlichen Aufwuchs. Regelmäßige Kultivierung von Aufwuchs im Becken ist ideal. Kleine Portionen, um die organische Belastung gering zu halten. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

A. dichromum stammt aus dem oberen Rio-Negro-Becken (Brasilien) und dem oberen Orinoco (Venezuela) einschließlich des Casiquiare-Kanals. Die Habitate liegen im Tiefland unter 150 m Höhe in Schwarz- und Klarwässern mit geringer bis mäßiger Strömung. Typisch sind Bereiche mit ausgedehnter aquatischer Vegetation und Totholzstrukturen. Gemessene Wildwerte: 25–29 °C, pH 4,5–5,5, Leitfähigkeit unter 100 µS/cm.

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