Chromaphyosemion riggenbachi

Deutscher Name: Riggenbachi Zweistreifen Prachtkärpfling

Herkunft:
Afrika, Kamerun, Westafrika
Farben:
blau, gelb, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Aphyosemion riggenbachi
Gattung: Chromaphyosemion
Familie: Nothobranchiidae

Beschreibung

Der Riggenbachi Zweistreifen-Prachtkärpfling (Chromaphyosemion riggenbachi) ist ein bis 7 cm großer, nicht-annualer Killifisch aus Westafrika. Männchen zeigen irisierende Blau- und Grüntöne, Orange- und Rottöne mit roten Punkten und Linien auf den Körperseiten. Zwei dunkle Längsstreifen sind namensgebend. Die Flossen der Männchen sind stark verlängert und teils leierförmig ausgezogen. Weibchen sind bräunlich-grau mit markanten Längsstreifen und abgerundeten, transparenten Flossen. Die Art ist ein Oberflächenschwimmer und bevorzugt die obere Schwimmschicht.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Springtendenz: Mittleres Springrisiko; ein Abdeckungsschutz ist empfohlen.
  • Hält sich bevorzugt in der Mitte des Wasserkörpers auf, nicht primär an der Oberfläche.
  • Non-annual Killifish (nicht jahresgebunden); kein Trockenbett- oder Jahrespaarungsverhalten.
  • Größter Vertreter der ehemaligen Chromaphyosemion-Gruppe.
  • Bekannte Lokalformen: Blue, Dibeng, Dibeng Yellow TAAG, Ndokama PK 13.

Vergesellschaftungshinweise

Aphyosemion riggenbachi kann in Paaren oder kleinen Gruppen (1 Männchen, 2–3 Weibchen) gehalten werden. Männchen sind aktive Verfolger der Weibchen während der Balz und können diese intensiv bedrängen – ausreichend Verstecke und Sichtschutz sind daher Pflicht. Gegenüber anderen Arten ist die Spezies in der Regel friedlich und verträgt sich mit gleichgroßen, ruhigen Beifischen aus derselben Bioregion. Der Schwierigkeitsgrad der Haltung wird von spezialisierten Quellen überwiegend als leicht bis mittel beschrieben; die Art gilt als robust und für erfahrene Einsteiger in die Killifischpflege geeignet. Bei ausreichend Struktur und Rückzugsmöglichkeiten ist die Aggressivität zwischen Männchen gering. Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) können als Beute angesehen werden und sind als Mitbewohner ungeeignet; Schnecken werden in der Regel toleriert. Empfohlen werden vorwiegend passende Beifische aus der Bioregion Westafrika. Geeignete Partner sind z. B. kleinere westafrikanische Buntbarsche wie Pelvicachromis-Arten (bei übereinstimmenden Wasserwerten), friedliche afrikanische Salmler sowie kleine, nicht-aggressive Begleitfische ähnlicher Größe. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind ungeeignet. Zwerggarnelen sind aufgrund der Beutegefahr ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Männchen erreichen bis zu 7 cm TL, sind farbintensiv und besitzen verlängerte Flossen. Weibchen bleiben kleiner (ca. 4–5 cm TL), sind schlicht braun-grau gefärbt und haben abgerundete Flossen.
Größe: ca. 7 cm TL (Männchen); 4–5 cm TL (Weibchen)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 20–23 °C, pH 6,0–7,0 (Optimum ca. 6,5), GH 1–5 °dGH. Die Art benötigt sehr weiches, kühles Wasser; Torffilterung oder Osmosewasser kann hilfreich sein. Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge und ca. 54 Liter für eine Gruppe mit einem Männchen und mehreren Weibchen. Einrichtung: Dichte Bepflanzung, hängende Pflanzen, Javamoos, schwimmende Pflanzen und Wurzelholz schaffen bevorzugte Rückzugs- und Laichbereiche. Sandiger Bodengrund mit Falllaub. Strömung ruhig bis sehr schwach. Schattenbereiche durch Schwimmpflanzen fördern das Wohlbefinden. Eine Abdeckung ist Pflicht – die Art zeigt Springrisiko. A. riggenbachi ist ein robuster Killifisch für erfahrene Einsteiger, der jedoch weiches, kühles Wasser voraussetzt.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
5,0-6,5
Temperatur:
20–23 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungsmodus: Pflanzenmops-Laicher (Plant/Mop Hanger; Dauerlaicher). Aphyosemion riggenbachi ist kein Jahreskärpfling und legt Eier bevorzugt in feinfiedrige Pflanzen oder Kunstmops (Spawning Mops) ab – nicht am Bodensubstrat. Die Zucht gilt als leicht bis mittelschwer und kann auch von erfahrenen Einsteigern erfolgreich durchgeführt werden. Zucht-Wasserwerte: – Zucht-Temperatur: 22–24 °C – Zucht-pH: 6.0–6.8 – Zucht-GH: max. 2–3 °dGH (sehr weiches Wasser) Zuchtpraxis: A. riggenbachi ist ein produktiver Dauerlaicher und produziert täglich 5–20 Eier (Eidurchmesser 1,3–1,5 mm), die an Pflanzenmops oder feinfiedrigen Pflanzen abgelegt werden. Die Eier sind transparent und lassen sich gut aus dem Mops auslesen. Inkubationsdauer bei ca. 22–23 °C: 15–18 Tage. Zur Konditionierung empfiehlt sich reichhaltige Lebendfuttergabe (schwarze und weiße Mückenlarven, Artemia, Drosophila). Aufzucht: Frisch geschlüpfte Larven verbrauchen zunächst den Dottersack (3–4 Tage), danach können Infusorien und Pantoffeltierchen angeboten werden, gefolgt von frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Das Wachstum ist anfangs langsam; die volle Flossenentwicklung bei Männchen dauert ca. 10–12 Monate.

Ernährung/Futterbedarf

A. riggenbachi ist karnivor. Bevorzugt werden lebende und gefrorene tierische Nahrung: Artemia-Nauplien, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien und Fruchtfliegen (Drosophila). Trockenfutter wird oft nur zögerlich angenommen; langsame Gewöhnung ist möglich. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Aphyosemion riggenbachi stammt aus Westafrika, konkret aus dem westlichen Kamerun. Die Art wurde in den Einzugsgebieten der Flüsse Wouri (Typuslokalität: Yabassi), Dibamba und Sanaga nachgewiesen. Das natürliche Habitat sind klare Bäche und Rinnsale, die über Urgesteinssubstrat durch den küstennahen Regenwald fließen. Die Art wurde bevorzugt in stillen Zonen – abseits der Ufer, unter Vegetation und überhängenden Pflanzen in etwa 30 cm Wassertiefe – angetroffen. Die Strömung ist sehr schwach bis still; das Wasser ist in diesen Lebensräumen weich. Wilde Wasserwerte: Für die genauen Messwerte aus dem natürlichen Habitat liegen keine vollständig dokumentierten Angaben vor; die Habitate entsprechen typischen westafrikanischen Regenwaldbächen mit weichem, leicht saurem Wasser.

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