Aphyosemion passaroi
Beschreibung
Aphyosemion passaroi, der Passaroi Prachtkärpfling, wird etwa 5 cm TL groß und gehört zur Familie Nothobranchiidae. Die Männchen zeigen ein kontrastreiches Farbmosaik: kräftige Rot- und Orangetöne kombiniert mit gelben und bläulichen Submarginalbändern sowie tiefschwarzen Rändern an After- und Schwanzflosse. Die Schwanzflosse wird von einem breiten schwarzen Außenrand umgeben, der zusammen mit den leuchtenden Innenbändern ein sehr kontrastreiches Erscheinungsbild erzeugt. Weibchen sind überwiegend braun-grau gefärbt mit abgerundeten, meist transparenten Flossen.
Im Aquarium zeigt A. passaroi typisches Verhalten kleinerer Killifische aus stark beschatteten Regenwaldbächen: bevorzugt schwimmend in der oberen Wasserschicht, oft scheu und zurückgezogen. Männchen können gegenüber Artgenossen territorial reagieren. Gegenüber artfremden, ruhigen Arten verhalten sich die Fische meist friedlich.
Die Art ist eine Kühlwasserart mit einer strikten Temperaturobergrenze von 21 °C. Der IUCN-Status ist Endangered (EN) aufgrund des extrem begrenzten Verbreitungsgebiets in Südost-Gabun.
Besonderheiten
- Kühlwasserart: Temperatur darf 21 °C nicht überschreiten
- IUCN-Status: Endangered (EN) – Nachzuchten bevorzugen
- Substratlaicher (nicht-annuell): Eier an Mopps oder Eichenlaub, keine Trockenphase
- Kontrastreiches Farbmosaik der Männchen mit schwarzen Flossenrändern
- Scheu und stressanfällig – benötigt viele Verstecke
- Bevorzugt die obere Schwimmzone
- Springrisiko vorhanden – dicht schließende Abdeckung empfohlen
- Karnivor – Trockenfutter wird oft nicht angenommen
Vergesellschaftungshinweise
A. passaroi wird als Paar oder kleiner Harem gehalten. Männchen sind untereinander territorial, insbesondere während der Fortpflanzungsphase. Die Art gilt als scheu und stressanfällig; ein ruhiges Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten ist für ein entspanntes Sozialverhalten notwendig.
Sehr kleine Zwerggarnelen und deren Jungtiere sind gefährdet; adulte Garnelen werden überwiegend toleriert. Schnecken werden in der Regel ignoriert.
Am besten im reinen Artbecken oder mit ruhigen, kleinbleibenden westafrikanischen Arten. Alle Mitbewohner müssen die kühlen Temperaturen (max. 21 °C) gut vertragen. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind nicht kompatibel.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter sind deutlich dimorph. Männchen sind wesentlich farbenprächtiger mit ausgezogeneren Flossen, schwarzen Außenrändern, gelben/bläulichen Submarginalbändern und breiten rot/orangen Bändern. Weibchen sind überwiegend braun-grau mit abgerundeten, transparenten bis leicht getönten Flossen. Männchen erreichen ca. 5 cm TL; Weibchen bleiben etwas kleiner.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 18–21 °C (maximal 21 °C!), pH 6,0–7,0, GH 2–8 °dGH. Die Temperaturobergrenze von 21 °C ist das wichtigste Haltungskriterium. pH- und GH-Werte basieren auf Gattungsangaben und Haltungsberichten.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge und ca. 54 Liter für ein Paar oder kleines Trio.
Einrichtung: Stark strukturiertes Becken mit dichter Randbepflanzung, schwimmenden Pflanzen und vielen Versteckmöglichkeiten (Moos, Wollmopps, Wurzeln, Laubschichten). Feiner Sand oder feiner Kies als Substrat mit Falllaub. Langsam fließendes Wasser mit mäßiger Filterung. Gedimmte Beleuchtung oder starke Abschattung durch schwimmende Pflanzen.
Eine dicht schließende Abdeckung wird empfohlen – die Art kann springen.
A. passaroi ist ein anspruchsvoller Prachtkärpfling für erfahrene Aquarianer, der ohne Kühlung bei normaler Zimmertemperatur (>22 °C) nicht gehalten werden kann.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (nicht-annuell, Dauerlaicher). Die Zucht gilt als mittel schwierig.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 18–21 °C, pH 6,5–7,0, GH maximal 2 °dGH. Sehr weiches Wasser ist für die erfolgreiche Eientwicklung entscheidend.
Wollmopps und Eichenlaub als Laichmedien. Jungtiere können bei den Adulten aufgezogen werden. Ca. 10–30 Eier pro Woche (Dauerlaicher). Inkubation ca. 3 Wochen bei 18–20 °C. Aufzucht mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen; Jungtiere wachsen langsam. Geschlechtsreife ca. 4 Monate.
Ernährung/Futterbedarf
A. passaroi ist ein Karnivor. Hauptnahrung: Daphnien, Tubifex, weiße und rote Mückenlarven. Trockenfutter wird häufig nicht angenommen. Lebende oder hochwertig gefrostete Nahrung ist für Farbentwicklung, Gesundheit und Zuchtbereitschaft notwendig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Aphyosemion passaroi stammt aus dem Südosten Gabuns, speziell aus dem Einzugsgebiet des Onoy-Flusses im Du Chaillu-Massiv. Die Art bewohnt sehr kleine Bäche im primären Regenwald mit Falllaub auf feinem Sand oder Kies. Die Strömung ist gering bis mäßig. Dichte Überhänge, schwimmende Pflanzenteppiche und viel Totholz schaffen ein komplexes Habitat. Die starke Beschattung fördert eine kühle, stabile Mikrohabitat-Temperatur.