Arnoldichthys spilopterus
Beschreibung
Arnoldichthys spilopterus, der Afrikanische Großschuppensalmler, ist ein mittelgroßer, aktiver Schwarmfisch aus der Familie Alestidae. Der schlanke, seitlich etwas abgeflachte Körper zeigt eine silbrig-blaue Grundfärbung mit einem irisierenden Längsband. Die obere Augenhälfte zeigt eine leuchtend rote Färbung. Die Rückenflosse trägt einen schwarz-weißen Fleck, die Afterflosse kann je nach Geschlecht gelblich bis rötlich gefärbt sein. Die Art erreicht 8-10 cm SL und ist die einzige Art der monotypischen Gattung Arnoldichthys.
Im Aquarium zeigt die Art ein sehr aktives Schwarmverhalten in der mittleren bis oberen Schwimmzone. Die Tiere sind flink und wendig, überwiegend friedlich, können aber bei Stress oder zu kleiner Gruppenstärke Flossenbeißen zeigen. In der Natur ist die Laichzeit häufig an Regenzeiten gebunden.
A. spilopterus ist ein hervorragender Springer; eine vollständig geschlossene Abdeckung ohne Lücken ist notwendig. Die Art ist in der Natur gefährdet (IUCN: EN).
Besonderheiten
- Irisierendes Längsband und leuchtend rote obere Augenhälfte
- Monotypische Gattung: einzige Art der Gattung Arnoldichthys
- Aktiver Schwarmfisch der mittleren bis oberen Schwimmzone
- Hohe Sprungneigung: vollständige Abdeckung notwendig
- IUCN-Status: Gefährdet (EN)
- Laichverhalten in der Natur saisonal (Regenzeit) gesteuert
- Junggarnelen können gefressen werden; adulte Garnelen meist sicher
Vergesellschaftungshinweise
A. spilopterus ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und wird in Gruppen von mindestens 10 Tieren gehalten. In ausreichend großen Verbänden ist die Art sehr friedlich und zeigt kein territoriales Verhalten. In zu kleinen Gruppen kann Flossenbeißen auftreten.
Während der Laichbereitschaft werden die Weibchen von Männchen aktiv durch das Becken getrieben. Die Art ist tagaktiv.
Junggarnelen können gefressen werden; adulte Garnelen sind in der Regel sicher. Schnecken werden toleriert.
Geeignete Beifische: bioregional passende, friedliche westafrikanische Arten wie andere Alestiden (z. B. Phenacogrammus interruptus), Pelvicachromis-Arten und ruhige westafrikanische Bodenfische. Keine ostafrikanischen Hartwasser-Buntbarsche. Keine scheuen oder langsamen Arten.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker, intensiver gefärbt und zeigen an der Afterflosse dunkle Längsstreifen (gelb-orange bis rötlich). Weibchen sind bei Laichreife deutlich fülliger und rundlicher; ihre Afterflosse trägt einen charakteristischen dunklen Fleck. Beide Geschlechter erreichen ähnliche Endgrößen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24-27 °C, pH 6,0-7,5, GH 1-15 dGH. Weiches bis mittelhartes Wasser, leicht sauer bis neutral bevorzugt.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge, ca. 200 Liter für eine Gruppe von mindestens 10 Tieren. Dunkler Sand oder feiner Kies als Substrat. Wurzeln, abgestorbene Äste und Laubstreu (Seemandelbaumblätter, Buchenlaub). Wasser kann durch Torf oder Laubextrakte leicht gebräunt werden. Feinblättrige Randpflanzen bieten Ruhezonen. Mäßige Filtration; zu starke Strömung stresst die Tiere.
Hohe Sprungneigung: Eine vollständig geschlossene Abdeckung ohne Lücken ist notwendig.
A. spilopterus ist eine Art mit mittlerem Schwierigkeitsgrad für Aquarianer mit entsprechend großen Becken.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Eistreuer) mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Gut dokumentiert, im Aquarium möglich.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 25-27 °C, pH 6,0-6,8, GH maximal 8 dGH (weiches, leicht saures Wasser).
Zuchtpaare werden mit reichlich Lebendfutter (Drosophila, schwarze Mückenlarven, Artemia) konditioniert. Zuchtbecken mit gedämpftem Licht, Laichrost und feinfiedrigen Pflanzen. Gelegegröße bis zu 1.000 Eier pro Weibchen. Inkubation ca. 30 Stunden bei 25-26 °C.
Erstfutter: Infusorien und Rädertierchen, nach 2-3 Tagen Artemia-Nauplien oder Mikrowürmchen. Geschlechtsreife ab ca. 6 Monaten.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit deutlicher Neigung zu tierischer Kost. In der Natur bevorzugt Insekten, Würmer und kleine Krustentiere. Im Aquarium: hochwertiges Flocken- und Granulatfutter, ergänzt durch Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Drosophila). Für die Zucht-Konditionierung ist verstärkte Lebendfuttergabe entscheidend.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Arnoldichthys spilopterus stammt aus Nigeria (Niger- und Ogun-Flusssystem). Die Art bewohnt tanningetönte Gewässer mit Laubstreu und überhängender Ufervegetation. In der Natur in weniger als 10 bekannten Lokalitäten nachgewiesen.