Barbonymus schwanenfeldii
Beschreibung
Barbonymus schwanenfeldii, auch als Tinfoil Barb bekannt, ist eine der groessten im Aquarienhandel erhaeltlichen Barbenarten aus Suedostasien. Der Koerperbau ist robust und seitlich abgeflacht, mit silbrig glaenzenden Schuppen. Die Flossen sind haeufig roetlich gefaerbt. Die Art erreicht eine dokumentierte Maximalgroesse von bis zu 35 cm SL; die Gesamtlaenge (TL) kann entsprechend hoeher liegen. Im Aquarium erreichen die Tiere regelmaessig 25 bis 30 cm.
Im Aquarium zeigen Barbonymus schwanenfeldii ein sehr aktives, neugieriges Verhalten. Sie durchstreifen vornehmlich die mittlere Wasserschicht und benoetigen sehr viel freien Schwimmraum. In Gruppen sind sie lebhaft und bilden dynamische Schwaerme. Trotz ihres friedlichen Temperaments fressen sie kleinere Fische. Eine weitere charakteristische Eigenschaft ist die Pflanzenfressneigung: weiche Aquarienpflanzen werden systematisch abgefressen oder entwurzelt.
Besonderheiten
- Sehr grosser, aktiver Schwarmfisch mit enormem Schwimmraumbedarf
- Hohes Sprungrisiko: zwingend fest schliessender Deckel erforderlich
- Frisst Wasserpflanzen systematisch: nur robuste oder kuenstliche Pflanzen verwenden
- Frisst kleinere Fische; alles unter 10 cm ist gefaehrdet
- Garnelen ungeeignet (Beute)
- Primaer herbivor-omnivor: pflanzliche Kost als Hauptbestandteil
- Zucht im Heimaquarium nicht dokumentiert; kommerziell durch Hormoneinsatz
Vergesellschaftungshinweise
Barbonymus schwanenfeldii ist ein ausgepraegter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 6 Individuen gehalten werden. Die Art gilt als grundsaetzlich friedlich gegenueber gleichgrossen und robusten Fischen. Kleinere Fische werden jedoch aktiv gefressen.
Geeignete Beifische: grosse, robuste und schnell schwimmende Arten aus Suedostasien: grosse Cypriniden, kraeftige Welse (z. B. Pangasius, Mystus), grosse Gourami-Arten. Alles unter 10 cm Koerperlaenge ist als potenziell gefaehrdet einzustufen. Garnelen sind ungeeignet (Beute). Schnecken koennen gefaehrdet sein.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen zeigen zur Laichzeit einen deutlich fuelligeren Bauch. Maennchen sind etwas schlanker. Farbliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind gering. Eine sichere Geschlechtsbestimmung bei Jungfischen ist nicht moeglich.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 26 Grad Celsius, pH 6,0 bis 8,0, GH 5 bis 20 dGH.
Mindestens 210 cm Beckenlaenge (ca. 750 Liter). Angaben mit 1.000 Litern gelten als artgerechter. Viel freier Schwimmraum in der mittleren Wasserschicht. Keine oder nur sehr robuste, hartblaettrige Bepflanzung (z. B. Anubias auf Holz), da Weichpflanzen gefressen werden. Feinkoerniger Kies oder Sand als Substrat. Moderate bis kraeftige Filterstroemung; externe Hochleistungsfilter empfohlen.
Das Sprungrisiko ist hoch: ein fest schliessender, schwerer Deckel ist notwendig.
Zucht und Fortpflanzung
Nicht im Heimaquarium dokumentiert.
Barbonymus schwanenfeldii wird in der Natur und in kommerziellen Aquakulturanlagen erfolgreich vermehrt, in der Regel unter Einsatz von Hormonen zur Laichinduktion. Weibchen koennen pro Laichereignis Tausende von Eiern absetzen. Fuer die Hobbyzucht im Heimaquarium liegen keine verifizierten Protokolle vor. Zuchtwasserwerte sind nicht dokumentiert.
Ernährung/Futterbedarf
Primaer herbivor-omnivor. In der Natur stehen aquatische Makrophyten, Algen, Fruechte sowie Insektenlarven, kleine Fische und Wirbellose auf dem Speiseplan. Im Aquarium sollte der Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost liegen: blanchierte Zucchini, Erbsen, Spinat, Salat, Gurkenscheiben. Hochwertige pflanzenbetonte Pellets oder Granulate fuer grosse Cypriniden. Ergaenzend tierischer Anteil (ca. 20 bis 30 Prozent): Mysis, Artemia, Mueckenlarven. Gelegentlich klein geschnittene Fruechte.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Barbonymus schwanenfeldii ist in Suedostasien heimisch und kommt in Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha, Malaysia (inklusive Borneo), Indonesien (Sumatra, Kalimantan) vor. Die Hauptverbreitungsgebiete umfassen die Flusssysteme des Mekong und Chao Phraya sowie die Malaiische Halbinsel und Borneo. Die Art besiedelt mittelgrosse bis grosse Fluesse, Baeche, Kanaele sowie saisonale Ueberschwemmungsgebiete. Waehrend der Regenzeit dringt sie in ueberflutete Waelder und Felder ein.