Beaufortia kweichowensis
Beschreibung
Beaufortia kweichowensis ist ein stark dorsoventral abgeflachter Flossensauger aus der Familie Gastromyzontidae, der 7 bis 8 cm TL erreicht. Der pfannkuchenartig flache Körper ist eine Anpassung an das Leben in extrem schnell strömenden Gewässern. Die Grundfärbung ist grünlich-braun mit einem charakteristischen Muster aus feinen dunklen Punkten, das sich auch über die paarigen Flossen erstreckt. Die Bauchflossen sind zu einem leistungsfähigen Haftorgan verwachsen, mit dem sich die Tiere auf glatten Steinen in starker Strömung festhalten können. Echte Schuppen fehlen oder sind stark reduziert.
Im Aquarium zeigt Beaufortia kweichowensis typisches Hillstream-Loach-Verhalten: die Tiere haften mit ihrer Unterseite an Steinen und schaben dabei Aufwuchs und Biofilm ab. Sie sind bodennah aktiv und nutzen Steine, Wurzeln und harte Oberflächen als Ruheplätze. Die Art ist hochspezialisiert auf das Abweiden von Biofilm und benötigt starke Strömung sowie gut beleuchtete, algenbewachsene Bereiche.
Besonderheiten
- Dorsoventral abgeflachter Körperbau (pfannkuchenartig) mit Haftorgan aus verwachsenen Bauchflossen
- Schuppenloser Körper, daher empfindlich gegenüber grober Handhabung und scharfkantigen Dekorationen
- Spezialisierter Aufwuchs- und Biofilm-Fresser; gut veralgte Flächen als primäre Nahrungsquelle
- Starke Strömung notwendig (10- bis 15-facher Stundenumsatz)
- Subtropische Art: profitiert von kühleren Saisonphasen (16 bis 18 °C)
- Gruppenhaltung ab 6 Tieren empfohlen
- Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- Zucht im Aquarium nicht gelungen; keine bestätigten Nachzuchten bekannt
Vergesellschaftungshinweise
Beaufortia kweichowensis wird am besten in Gruppen von mindestens 6 Tieren gepflegt. In größeren Gruppen ist das Sozialverhalten interessanter und die Tiere wirken weniger gestresst. Männchen sind deutlich aktiver als Weibchen und besetzen kleine Reviere, die sie gegenüber Artgenossen verteidigen. Weibchen halten sich eher in ruhigeren Beckenzonen auf. Das sogenannte Topping-Verhalten, bei dem ein Tier sich kurz über ein anderes legt, wird gelegentlich beobachtet und ist harmlos.
Gegenüber anderen friedlichen Arten sind Beaufortia kweichowensis in der Regel verträglich. Bei der Auswahl von Beifischen sollte auf ähnliche Strömungsansprüche und die gleiche Bioregion geachtet werden (Ostasien). Geeignete Beifische sind Tanichthys albonubes und andere ostasiatische Hillstream-Arten. Adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert; sehr kleiner Garnelennachwuchs könnte gelegentlich gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind tendenziell etwas schlanker mit einer kantigeren, zugespitzten Schnauzenregion. Die Brustflossen setzen in einem charakteristisch steileren Winkel am Körper an. Weibchen sind im Rumpfbereich fülliger und haben eine rundere Schnauzenform. Die Unterschiede sind am deutlichsten erkennbar, wenn mehrere Tiere im Vergleich beobachtet werden.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 16 bis 24 °C, pH 6,5 bis 8,0, GH 2 bis 15 dGH.
Mindestens 80 cm Beckenlänge (ca. 112 Liter) für eine Gruppe von 6 Tieren. Starke, gerichtete Strömung ist notwendig (empfohlen: 10- bis 15-facher Stundenumsatz). Als Substrat eignen sich abgerundete Steine, Kiesel und grober Kies, ergänzt durch sandige Bereiche. Viele gut beleuchtete, algenbewachsene Flächen sind essenziell. Glatte Dekorationen ohne scharfe Kanten bevorzugen, da die Tiere empfindliche Haut haben.
Hoher Sauerstoffgehalt ist unverzichtbar; zusätzliche Belüftung empfohlen. Höhere Wasserpflanzen kommen im natürlichen Habitat kaum vor; robuste Hintergrundpflanzen können zur Strukturierung beitragen. Moderate bis starke Beleuchtung unterstützt das Wachstum von Aufwuchs und Biofilm. Regelmäßige Wasserwechsel mit kühlem Wasser.
Zucht und Fortpflanzung
Im Aquarium nicht gelungen. Keine bestätigten Nachzuchten bekannt. In der Natur vermutlich saisonaler Substratlaicher. Männchen graben neben Steinen kleine Mulden im Substrat als mögliche Laichstellen. Als Auslöser gelten saisonale Temperaturabsenkungen und erhöhter Frischwasseranteil. Gelegentliche Eiablagen im Aquarium wurden berichtet, jedoch ohne erfolgreiche Aufzucht der Larven.
Ernährung/Futterbedarf
Aufwuchsfresser (Biofilm-Spezialist). Die natürliche Ernährung besteht überwiegend aus Algen, Biofilm und Mikroorganismen, die von Steinen abgeweidet werden. Gut besiedelte Steinoberflächen im Becken sind essenziell. Ergänzend: sinkende Welstabletten mit hohem pflanzlichen Anteil, Spirulina-Tabletten und blanchiertes Gemüse (Zucchini, Spinat). Gelegentlich werden auch Mückenlarven und Artemia angenommen. Zu proteinreiche Ernährung vermeiden, da sie zu Gesundheitsproblemen führt.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Beaufortia kweichowensis stammt aus Südchina, aus den Flusssystemen Xi Jiang und Zhu Jiang in der Provinz Guizhou. Die Art bewohnt flache, extrem sauerstoffreiche und schnell fließende Bäche mit starker Sonneneinstrahlung. Der Bodengrund besteht aus glatten, abgerundeten Steinen und Kieseln, die dicht mit Biofilm und Algen überzogen sind. Höhere Wasserpflanzen fehlen. Die starken Strömungen fördern den Aufwuchs und den Wasseraustausch.