Biotodoma cupido
Beschreibung
Biotodoma cupido ist ein südamerikanischer Buntbarsch aus der Familie Cichlidae mit leicht hochrückigem, seitlich abgeflachtem Körper. Die Grundfarbe reicht von silbrig-grau bis blassgelb, oft mit einem grünen bis bläulichen Schimmer. Charakteristisch ist ein markanter schwarzer Fleck im hinteren oberen Körperdrittel oberhalb der Seitenlinie sowie ein vertikaler schwarzer Streifen durch das Auge. Im Gesicht treten häufig irisierende Linien oder Punkte in Blau-Grün auf. Die Art erreicht ca. 10 cm SL.
Im Aquarium zeigt B. cupido ein ruhiges, scheues Auftreten in mittleren bis unteren Wasserschichten. Die Tiere suchen aktiv den Bodengrund ab, indem sie feinen Sand durchkauen und darin enthaltene Nahrungspartikel filtern (benthophages Suchverhalten). Sie sind gesellig und bevorzugen Artgenossen-Gesellschaft; in Gruppen von 5-8 Tieren wirken sie sicherer.
Besonderheit: Benthophager Erdfresser. Feiner Sand als Substrat ist notwendig. Saisonales Wanderverhalten in der Natur (Regenzeit).
Besonderheiten
- Typisches Erdfresser-Verhalten (Sand durchsieben)
- Feiner Sand als Bodengrund notwendig
- Wenig durchsetzungsfähig, nur mit friedlichen Beifischen
- Biparentale Brutpflege (beide Eltern)
- Empfindlich auf Schadstoffanreicherungen
- Wöchentliche Wasserwechsel von 50-70 % empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Biotodoma cupido ist friedlich und schüchtern, lebt in Gruppen ab 5-8 Tieren. Die Art ist wenig durchsetzungsfähig und sollte nur mit friedlichen Beifischen gehalten werden. Verträglichkeit mit Wirbellosen ist eingeschränkt: Zwerggarnelen werden gelegentlich gefressen, größere Garnelen wie Amano werden meist ignoriert.
Vergesellschaftung gelingt mit ruhigen südamerikanischen Arten: kleine bis mittelgroße Salmler, ruhige Welse (z.B. Ancistrus, Corydoras) und Zwergbuntbarsche (z.B. Apistogramma). Dominierende oder räuberische Fische vermeiden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind etwas größer und hochrückiger als Weibchen und entwickeln längere filamentartige Verlängerungen an Rücken-, After- und Schwanzflosse. Männchen zeigen durchgängige irisierende blaue Streifen auf dem Kopf, Weibchen dort eher Flecken. Die Genitalpapille des Männchens ist länglich, die des Weibchens abgerundet.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-30 °C, pH 5,0-7,0, GH 1-5 dGH. Weiches, leicht saures Wasser.
Beckengröße: Mindestens 150 cm Kantenlänge (ca. 300 Liter) für eine Gruppe von 5-8 Tieren. Feiner Sand als Bodengrund notwendig. Reichlich Totholz, Wurzeln und Falllaub als Rückzugsmöglichkeiten. Robuste Pflanzen am Rand und Schwimmpflanzen zur Abschattung. Geringe bis moderate Strömung.
Gedämpfte bis moderate Beleuchtung reduziert Stress. Regelmäßige Wasserwechsel (50-70 % wöchentlich) wichtig; Art reagiert empfindlich auf Schadstoffansammlungen.
B. cupido ist eine Art mit mittlerem Schwierigkeitsgrad für erfahrene Aquarianer.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher
Zuchtschwierigkeit: Mittel bis schwer
Die Zucht erfolgt als biparentale Substratlaicherei auf teilweise vergrabenen Steinen oder in flachen Sandmulden. Beide Eltern betreuen und verteidigen das Gelege von etwa 100 Eiern. Inkubation bei 23-26 °C rund 72-96 Stunden, freischwimmende Jungfische nach etwa 5 Tagen.
Zuchtwasser: pH 5,5-6,5, GH bis 5 °dGH, 26-28 °C. Auslöser: Simulation der Regenzeit durch größere, etwas kühlere Wasserwechsel mit weichem Wasser. Brutpflege beider Eltern dauert etwa 6 Wochen. Geschlechtsreife mit 18-24 Monaten.
Ernährung/Futterbedarf
Biotodoma cupido ist ein Omnivor (Erdfresser) mit Neigung zum Fleischanteil. Im Aquarium: Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Mysis, Daphnien, Tubifex) sowie hochwertiges sinkendes Granulat und gelegentliche pflanzliche Ergänzungen (Spirulina). Drei bis vier kleine Fütterungen pro Tag sind ideal.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Biotodoma cupido lebt in langsamen bis mäßigen Strömungen in sandigen Flussarmen und Buchten des Amazonasbeckens sowie des Essequibo-Flusssystems. Bevorzugt werden feiner Sand, dichter Uferbewuchs, Wurzelwerk und Totholz in schattigen, strukturierten Habitaten. Klares, tanninhaltiges Wasser mit einem mittleren pH von 6,1.