Der Albinopanzerwels ist die pigmentarme Zuchtform des Gemeinen Panzerwelses (Corydoras aeneus) aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae). Der Körper ist elfenbeinweiß bis cremefarben und zeigt keine dunkle Zeichnung des Wildtyps, während die Augen deutlich rot durchscheinend wirken. Die Tiere besitzen die typische kompakte, panzerartige Körperform der Corydoras mit kurzen Brust- und Bauchflossen sowie einer gut entwickelten Rückenflosse. Jungtiere sind meist blasser und stärker durchscheinend, erwachsene Tiere wirken kompakter und zeigen kräftiger rote Augen. Als geselliger Bodenbewohner durchsucht der Albinopanzerwels beständig den Bodengrund mit seinen Barteln und zeigt in Gruppen ab sechs bis acht Tieren deutlich sichereres und aktiveres Schwarmverhalten.
Beim Albinopanzerwels handelt es sich um eine domestizierte Zuchtform mit vollständig reduziertem Farbmuster. Die rot durchscheinenden Augen und der elfenbeinfarbene Körper unterscheiden ihn deutlich von der Wildform. Typisch ist das intensive Bodenwühlverhalten mit den Barteln sowie gelegentliches Luftschnappen an der Oberfläche als Zusatzatmung. Die Art reagiert zuverlässig auf Regen-Simulationen durch kühle, weiche Wasserwechsel als Laichauslöser. Der Albinopanzerwels ist weitgehend verträglich mit Wirbellosen, wobei sehr kleine frischgeschlüpfte Garnelenlarven gelegentlich gefressen werden können.
Der Albinopanzerwels ist ein ausgeprägter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens sechs bis acht Tieren deutlich sichereres und aktiveres Verhalten zeigt. Die Tiere suchen häufig gemeinsam die Bodenzone ab und sammeln sich zu Ruhephasen unter Wurzeln oder Pflanzen. Außerhalb der Fortpflanzungszeit ist die Art ausgesprochen friedlich und eignet sich gut für ruhige Gemeinschaftsbecken. Gute Beifische sind friedliche Salmler, Zwergbuntbarsche und andere nicht territoriale Arten. Vorsicht ist bei sehr ruhigen, langflossigen Arten geboten, da das rege Bodenwühlen der Panzerwelse diese stressen kann.
Weibchen werden größer und breiter mit runderen Flanken und einem deutlich fülligeren Bauchbereich, insbesondere bei Laichbereitschaft. Beide Geschlechter erreichen bis zu 7,5 cm, wobei Männchen schlanker und stromlinienförmiger bleiben. Die Geschlechtsreife tritt ab etwa acht Monaten ein.
Für die Haltung des Albinopanzerwelses empfiehlt sich ein gut gefiltertes Becken mit feinem Sand oder rundem Kies als Substrat, da scharfkantige Böden die empfindlichen Barteln verletzen können. Reichlich Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln, Pflanzen und Steine schaffen eine naturnahe Umgebung. Die Art ist robust und eignet sich auch für Einsteiger. Als Schwarmfisch benötigt sie eine Gruppe von mindestens sechs Tieren, ideal sind acht bis zehn. Regelmäßige Teilwasserwechsel von 25 bis 30 Prozent wöchentlich und eine Überwachung der Wasserparameter sind wichtig. Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 Grad Celsius liegen, der pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5, die Gesamthärte zwischen 2 und 12 Grad dGH.
Der Albinopanzerwels ist ein Substratlaicher und wird seit vielen Generationen erfolgreich nachgezüchtet (F5+). In der Zucht verhält sich die Albinoform identisch zur Wildform von Corydoras aeneus.
Zur Konditionierung werden die Zuchttiere ein bis zwei Wochen intensiv mit eiweißreicher Nahrung gefüttert, darunter lebende oder tiefgefrorene Blutwürmer, Artemia, Tubifex und Daphnien. Eine Zuchtgruppe aus ein bis zwei größeren Weibchen und zwei bis vier Männchen hat sich bewährt.
Als Zuchtauslöser dient ein großer Wasserwechsel von 30 bis 50 Prozent mit weicherem Wasser, das etwa zwei bis fünf Grad kühler ist als das Beckenwasser. Das kühlere Wasser wird langsam zugeführt, um Regen zu simulieren. Dieser Vorgang wird wöchentlich wiederholt, bis Balzverhalten und die typische T-Position sichtbar werden. Hierbei stimuliert das Weibchen das Männchen zur Spermaabgabe und fängt die Eier in einer Tasche aus ihren Bauchflossen auf, wo sie befruchtet werden.
Die Eier werden an glatten Oberflächen wie Aquariumglas, Pflanzen oder Laichmops abgelegt. Da keine Brutpflege stattfindet und die Eltern die Eier fressen können, sollten entweder die Eltern entfernt oder die Eier in ein separates Aufzuchtbecken überführt werden.
Die Inkubationszeit beträgt drei bis vier Tage bei etwa 24 bis 26 Grad Celsius. Nach weiteren drei bis vier Tagen sind die Jungfische frei schwimmend. Zunächst werden Infusorien oder sehr feines Pulverfutter gegeben, danach frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Sauberes Wasser, sanfte Belüftung und häufige kleine Wasserwechsel sind für eine erfolgreiche Aufzucht wichtig.
Der Albinopanzerwels ist ein Allesfresser mit fleischbetonter Ernährung. Im Aquarium nimmt er sinkende Wels-Tabs, Spirulina-Tabs und sinkende Granulate an. Ergänzend eignen sich gefrorene und lebende Nahrung wie Artemia, Cyclops, Tubifex, Enchyträen, Blutwürmer und Daphnien. Auch pflanzliche Beigaben wie blanchierte Zucchini, Gurke oder Spinat werden gerne angenommen. Die Fütterung sollte abwechslungsreich und in kleinen Portionen erfolgen. Die Art sollte nicht ausschließlich auf Futterreste anderer Aquarienbewohner angewiesen sein.
Der Albinopanzerwels ist eine Zuchtform und kommt in der Natur nicht vor. Die Wildform Corydoras aeneus besitzt eines der größten Verbreitungsgebiete aller Panzerwelse und ist von Trinidad und Kolumbien über Venezuela und das Orinoco-Einzugsgebiet bis zum La-Plata-System in Paraguay und Argentinien verbreitet. Die Wildform bewohnt flache Tieflandbäche, Teiche und Überflutungsgewässer mit feinem Sand oder kleinkörnigem Kies, Laubansammlungen und Ufervegetation. Die Strömung ist in der Regel langsam bis mäßig.
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