Corydoras melanistius

Deutscher Name: Augenstrichpanzerwels

Herkunft:
Guyana, Südamerika, Surinam
Farben:
grau, schwarz, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Corydoras melanistius
Gattung: Corydoras
Familie: Callichthyidae

Beschreibung

Der Augenstrichpanzerwels ist ein kompakt gebauter Bodenfisch mit der typischen gedrungenen Form der Corydoras-Arten. Die Grundfarbe reicht von cremefarben bis hellgrau; der Körper ist dicht mit kleinen dunklen Punkten übersät, die dem Fisch eine feingetigerte Optik verleihen. Besonders auffällig sind zwei dunkle Bänder: ein markantes, vertikales Band, das durch das Auge verläuft und dem Fisch seinen deutschen Namen gab, sowie ein zweites Band, das über die Rückenflosse verläuft und bis in den vorderen Rückenbereich reicht. Die Körperpanzerung besteht aus den charakteristischen Knochenplatten der Panzerwelse, die dem Fisch einen stämmigen, robusten Eindruck verleihen. Die Barteln sind fein und gut entwickelt; sie dienen als Tast- und Geschmackssinn beim Absuchen des Bodens nach Nahrung. Im Aquarium zeigt Corydoras melanistius das typische, ruhige Aktivitätsmuster der Bodenbewohner: tagsüber durchkämmt die Art in Gruppen beständig die unteren Bereiche des Beckens, scharrt mit den Barteln im Substrat und sammelt abgeworfenes Futter ein. Die Tiere sind nicht besonders scheu, reagieren aber sensibel auf starke Störungen und laute Bewegungen außerhalb des Beckens. Diese Panzerwelse sind keine ausgedehnten Schwimmer im Freiwasser; sie bevorzugen die Nähe zum Bodengrund und nutzen Verstecke wie Wurzelholz oder umgestürzte Blätter, um sich zurückzuziehen. Während der Laichzeit intensiviert sich das Balzverhalten; Männchen werden aktiver und treiben die Weibchen in kurzen Verfolgungsphasen. Besonderheiten dieser Art zeigen sich in der Kombination aus feiner Zeichnung und dem kontrastreichen Augenband, das vor allem bei ruhigem Licht sehr gut zur Geltung kommt. Die sensiblen Barteln erfordern geeignete Haltungsbedingungen, insbesondere ein feines, abgerundetes Substrat, um Verletzungen zu vermeiden. Wie alle Corydoras-Arten besitzt Corydoras melanistius die Fähigkeit zur Darmatmung: Bei Sauerstoffmangel schnappen die Tiere an der Wasseroberfläche nach Luft und nehmen atmosphärischen Sauerstoff über den stark vaskularisierten Darm auf. Dieses Verhalten ist normal und kein Zeichen von Krankheit, sollte aber bei häufigem Auftreten als Hinweis auf schlechte Wasserqualität gewertet werden.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Markantes, vertikales Augenband als namensgebendes Merkmal
  • Bodenbewohner mit stark entwickelten Barteln
  • Feines, abgerundetes Substrat zwingend erforderlich
  • Darmatmung: fakultativer Luftatmer, nimmt bei Bedarf Sauerstoff an der Wasseroberfläche auf
  • Geringe Sprungneigung, trotzdem sinnvoller Einsatz einer Abdeckung
  • Empfindlich auf grobes oder scharfkantiges Substrat

Vergesellschaftungshinweise

Corydoras melanistius ist ein klassischer Schwarmfisch, der nur in Gesellschaft artverwandter oder zumindest gleich gesinnter Mitbewohner sein natürliches Verhalten zeigt. Die minimale Gruppengröße beträgt sechs Tiere, empfohlen werden acht bis zehn Individuen, damit soziale Interaktionen natürlich ablaufen und Stress reduziert wird. In einer ausreichenden Gruppe sind die Tiere ständig in Bewegung; es entstehen feine Hierarchien, die jedoch selten zu offenen Aggressionen führen. Das Temperament gilt allgemein als sehr friedlich. Im normalen Beziehungsgefüge zeigen die Panzerwelse kaum territoriales Verhalten und sind mit vielen kleinen bis mittelgroßen, friedlichen Arten gut verträglich, sofern diese aus derselben Bioregion stammen und ähnliche Wasserbedingungen mögen. Während der Brutzeit kann das Verhalten etwas intensiver werden: Männchen treiben aktiv die Weibchen zur Stimulierung der Laichablage, doch es kommt dabei zu keinen ernsthaften Kämpfen. Die Art ist weitgehend friedlich gegenüber Wirbellosen; Schnecken und größere Garnelen wie Amano sind in der Regel ungestört, sehr kleine Garnelennachkommen können jedoch gelegentlich als Nahrung dienen. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Aufgrund der Ernährungsweise sind sehr kleine Garnelenjungtiere gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken werden meist toleriert. Für eine harmonische Gemeinschaft sollten Beifische aus der gleichen Bioregion Südamerika gewählt werden. Geeignete Partner sind andere südamerikanische Salmler, weitere Panzerwelsarten und kleine Buntbarsche, die ebenfalls weiches bis mittelhartes Wasser bevorzugen und ein ruhiges Temperament haben. Vermeide hartwasserliebende ostafrikanische Buntbarsche, da deren Wasserbedarf nicht mit dem weichen, leicht sauren Milieu von Corydoras melanistius kompatibel ist. Auf sehr große, räuberische Fische sollte verzichtet werden, da sie die Panzerwelse stressen oder gefährden können.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich in der Körperform. Weibchen werden etwas größer und wirken von oben betrachtet deutlich breiter im Bauchbereich; sie erscheinen fülliger, insbesondere bei guter Konditionierung vor dem Ablaichen. Männchen bleiben kleiner und schlanker, ihr Körperbau ist insgesamt stromlinienförmiger. Die Art erreicht insgesamt eine maximale Standardlänge von etwa 5,5 cm.
Größe: ca. 5,5 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: – Temperatur: 22-26 °C – pH: 6,0-7,0 – GH: 2-15 °dGH Beckengroesse: 60 cm Kantenlänge (ca. 112 L) – für artgerechte Gruppenhaltung sollte ein ausreichend großes Aquarium mit dieser Kantenlänge und einem Volumen in der angegebenen Größenordnung gewählt werden, damit genügend Bodenfläche und Raum für soziale Interaktionen vorhanden sind. Einrichtung: Ein weicher, abgerundeter Sand als Substrat ist zwingend erforderlich, um die empfindlichen Barteln der Tiere vor Verletzungen zu schützen. Als Einrichtung eignen sich zahlreiche Verstecke in Form von Wurzelholz, umgestürzten Blättern und flachen Steinen; diese Nachbildungen natürlicher Strukturen schaffen Rückzugsmöglichkeiten und strukturieren den Bodengrund. Obwohl in natürlichen Habitaten oft nur wenige Wasserpflanzen vorkommen, tolerieren die Tiere im Aquarium dichte Bepflanzung an den Randbereichen; wurzelnde Pflanzen mit weichen Blättern sowie schwimmende Pflanzen, die diffuse Beleuchtung schaffen, sind empfehlenswert. Filterung und Strömung: Die natürliche Heimat dieser Art ist durch langsame Strömung geprägt, daher sollte im Aquarium ein moderater, gleichmäßiger Wasserfluss angestrebt werden. Leistungsfähige, aber nicht übermäßig starke Filter sind ideal; zusätzlich kann die Sauerstoffversorgung durch einen leicht erhöhten Gasaustausch an der Wasseroberfläche verbessert werden. Für Jungtiere und Aufzuchtbereiche empfiehlt sich der Einsatz von luftbetriebenen Schwammfiltern, da diese Jungfischen nicht gefährlich werden. Beleuchtung und Wasserwechsel: Eine moderate Beleuchtung, die die Tiere nicht blendet, fördert ein natürliches Verhalten. Regelmäßige, gründliche Wasserwechsel unterstützen stabile Wasserwerte und sind wichtig für die Gesundheit der Tiere; saisonale oder kurzfristige Absenkungen der Temperatur können das natürliche Laichverhalten stimulieren. Sprungneigung: Die Sprunggefahr gilt als gering, trotzdem ist eine gut schließende Abdeckung empfehlenswert, um ein Herausspringen infolge von Panikreaktionen zu verhindern.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
6-7
Temperatur:
22-26 °C
Beckengröße:
ab 60 cm Kantenlänge (ca. 112 L)

Zucht und Fortpflanzung

Status: gut dokumentiert; gelegentlich im Aquarium nachgezogen Zucht-Typ: Haftlaicher Zuchtschwierigkeit: Mittel Die Vermehrung von Corydoras melanistius lässt sich ähnlich wie bei vielen anderen Corydoras-Arten durchführen. Für die Zucht wird ein separates Zuchtbecken empfohlen; als Beispiel für die Beckengröße eignet sich ein kompakter Zuchtkasten mit den Maßen rund 45 × 30 × 30 cm oder ein ähnlich dimensioniertes Aquarium. Der Boden kann entweder kahl gehalten oder mit feinem Sand ausgelegt werden. Luftbetriebene Schwammfilter sind empfehlenswert, da junge Fische nicht in solche Filter eingesaugt werden. Einige Klumpen aus Vegetation, etwa Javamoos, bieten den frischgeschlüpften Larven Schutz und Haftflächen. Wasserparameter für die Zucht: – Zucht-Temperatur: 24-27 °C – Zucht-pH: 6,0-7,0 – Zucht-GH: maximal 10 °dGH Als Zuchtstimulus hat sich die Simulation der Regenzeit bewährt: ein großer Wasserwechsel von 30-50 Prozent mit kühlerem Wasser (etwa 2-3 °C kühler als das Beckenwasser), kombiniert mit der Konditionierung durch reichliche Fütterung, kann Laichbereitschaft auslösen. Die Konditionierung umfasst hochwertige Lebend- und Frostfutterarten wie Rote Mückenlarven, Tubifex, Enchyträen und Artemia, um den Laichansatz bei den Weibchen zu fördern. Fortpflanzungsablauf: Das Weibchen legt die Eier in kleinen Gruppen an Pflanzen oder anderen Oberflächen ab; die Art ist ein Haftlaicher. Nach Angaben aus Zuchtberichten besteht ein Gelege aus etwa 100-200 Eiern. Die Inkubationszeit beträgt bei 24-26 °C ca. 4-5 Tage. Nach dem Schlupf verbleiben die Larven einige Tage in der Nähe des Bodens und werden nach dem Freischwimmen mit Infusorien, feinem Staubfutter und später mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen gefüttert. In vielen Fällen ist eine getrennte Aufzucht in einem separaten Aufzuchtbecken empfehlenswert.

Ernährung/Futterbedarf

Ernährungstyp: Allesfresser (mit Schwerpunkt auf fleischlicher Kost) Corydoras melanistius nimmt überwiegend tierische Nahrung auf und ist ein ausgeprägter Bodenfresser. Im Aquarium sollte die Nahrung abwechslungsreich gestaltet werden, um alle ernährungsphysiologischen Bedürfnisse abzudecken. Geeignet sind sinkende Futterpellets und Tabletten, die speziell für bodenbewohnende Fische formuliert sind, sowie regelmäßige Zugaben von Frost- und Lebendfutter wie Rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia und Daphnien. Pflanzliche Kost wird nur in geringem Maße verwertet; Algen- oder Pflanzenfutter sind daher nur als Ergänzung sinnvoll. Fütterungshinweise: Achte darauf, dass das Futter den Boden erreicht und schnell angenommen wird; größere Portionen an der Oberfläche führen beim Augenstrichpanzerwels zu Unterversorgung, da er keine ausgedehnten Strecken zum Fressen im Freiwasser zurücklegt. Abwechslungsreiche Kost steigert die Vitalität, fördert die Färbung und unterstützt die Laichbereitschaft.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
5-10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Corydoras melanistius stammt aus Südamerika und ist in Küstenflüssen von Guyana, Suriname und Französisch-Guayana beheimatet. Diese Flusssysteme zeichnen sich häufig durch weiches, leicht saures bis neutrales Wasser aus, wobei lokale Unterschiede in der Wasserchemie vorkommen. Das natürliche Habitat besteht überwiegend aus sandigem Bodengrund, durchsetzt von Falllaub und Wurzelholz, die viele Versteck- und Nahrungsnischen bieten. Die Strömung ist in den Vorkommen von Corydoras melanistius eher langsam, was dem ruhigen Verhalten der Tiere entgegenkommt. Wilde Wasserwerte: – Temperatur: 22-26 °C – pH: 6,0-8,0 Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.

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