Geophagus pyrocephalus

Deutscher Name: Rotkopf-Erdfresser

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Brasilien
Farben:
blau, grau, grün, orange, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Geophagus caeteensis
Gattung: Geophagus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Geophagus pyrocephalus (Rotkopf-Erdfresser) ist ein mittelgroßer, sanddurchwühlender Buntbarsch von bis zu 18 cm Länge aus der surinamensis-Artengruppe (Familie Cichlidae). Die Art wurde erst 2022 von Chuctaya et al. formal beschrieben und war jahrzehntelang als Geophagus sp. „Red Head Tapajós“ im Handel bekannt. Namensgebendes Merkmal ist die orangerote bis intensiv rote Kopffärbung, die bei geschlechtsreifen Tieren beiderlei Geschlechts auftritt und bei dominanten Männchen besonders kräftig ausgeprägt ist. Der Körper ist silbrig-grau bis beige mit neun feinen dunklen Vertikalbändern und einem markanten schwarzen Lateralfleck auf der Körpermitte. Die Flossen zeigen irisierende Blau- und Grüntöne, die Schwanzflosse besitzt charakteristische Längsbänder. Der Körperbau ist hochrückig und seitlich abgeflacht mit einem kräftigen, nach unten gerichteten Maul. Typisch ist das ständige Aufnehmen und Durchsieben von Sandsubstrat nach Nahrungspartikeln.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Sanddurchwühlender Erdfresser, feiner Sand als Substrat ist Pflicht
  • Larvophiler Maulbrüter mit biparentaler Brutpflege
  • Orangerote Kopffärbung bei beiden Geschlechtern
  • 2022 formal als G. pyrocephalus beschrieben (vorher als sp. „Red Head“ geführt)
  • Neun feine Vertikalbänder als diagnostisches Merkmal
  • Herkunft: Rio Tapajós, Brasilien

Vergesellschaftungshinweise

Geophagus pyrocephalus wird in Gruppen ab 6 Tieren gehalten (empfohlen: 6 bis 8 Tiere). Die Art ist gesellig und friedlich, bildet jedoch zur Brutzeit Reviere. Der Rotkopf-Erdfresser lässt sich gut mit friedlichen südamerikanischen Beifischen vergesellschaften. Geeignete Partner sind tiefleibige Salmler, Skalare und andere friedliche Buntbarsche ähnlicher Größe. Kleine Garnelen wie Neocaridina oder Caridina sind ungeeignet und werden als Beute betrachtet. Große Schnecken wie Neritina werden toleriert. Langsam fressende Bodenbewohner können bei der Futterkonkurrenz am Boden benachteiligt werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden etwas größer und zeigen eine intensivere Rotfärbung am Kopf sowie längere Flossenfilamente an Rücken- und Afterflosse. Ältere Männchen entwickeln gelegentlich einen leichten Stirnbuckel. Weibchen bleiben tendenziell kleiner und weniger intensiv gefärbt. Die Geschlechtsreife wird bei etwa 8 bis 10 cm erreicht.
Größe: bis 18 cm (TL)

Haltungstipps / Pflege

Geophagus pyrocephalus benötigt ein geräumiges Aquarium ab 150 cm Kantenlänge und mindestens 350 Litern für eine Gruppe von 6 bis 8 Tieren. Feiner Sand als Bodengrund ist für diese Art Pflicht. Grober Kies oder scharfkantiges Substrat kann die empfindlichen Kiemen und den Kieferapparat beim Gründeln verletzen und verhindert das arttypische Durchsiebverhalten. Das Aquarium sollte über große, freie Sandflächen verfügen, ergänzt durch verzweigte Wurzeln und flache Steine als Sichtbarrieren und Reviermarkierungen. Empfindliche Bodenpflanzen werden regelmäßig ausgegraben; robuste Aufsitzerpflanzen wie Anubias oder Microsorum auf Wurzeln sind besser geeignet. Eine moderate Strömung und gute Sauerstoffversorgung entsprechen dem natürlichen Habitat. Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel sind wichtig, da die Art empfindlich auf ansteigende Nitratwerte reagiert. Die Wasserwerte sollten bei 25 bis 30 °C, pH 5,0 bis 7,0 und GH 1 bis 10 °dGH liegen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5-7
Temperatur:
25-30 °C
Beckengröße:
ab 150 cm, 350 Liter (Gruppe)

Zucht und Fortpflanzung

Geophagus pyrocephalus ist ein larvophiler Maulbrüter. Das Paar laicht zunächst auf einer zuvor gereinigten flachen Oberfläche (Stein, Wurzel) ab. Die Eier werden 2 bis 3 Tage auf dem Substrat bewacht, bis die Larven schlüpfen. Erst dann nehmen die Elterntiere die frisch geschlüpften Larven ins Maul und brüten sie dort weiter aus. Beide Elternteile beteiligen sich an der Brutpflege, wobei die Jungfische nach dem Entlassen bei Gefahr wiederholt aufgenommen werden. Zuchtwasser: pH 5,0 bis 6,5, GH bis 5 °dGH, 28 bis 30 °C. Auslöser: Großzügiger Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser (Regenzeit-Simulation), gefolgt von einer Temperaturerhöhung auf 28 bis 30 °C und reichlicher Fütterung mit hochwertigem Frost- und Lebendfutter.

Ernährung/Futterbedarf

Geophagus pyrocephalus ist ein Allesfresser mit benthophagem Suchverhalten. In der Natur durchsiebt er ständig den Sandboden nach kleinen Wirbellosen, organischen Partikeln und pflanzlichem Material. Im Aquarium nimmt die Art feines sinkendes Granulat, Cichliden-Pellets sowie hochwertiges Frostfutter wie Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven und Daphnien an. Mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt sind einer einzelnen großen Fütterung vorzuziehen, da sie das natürliche Suchverhalten unterstützen.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
nicht dokumentiert

Natürlicher Lebensraum

Geophagus pyrocephalus stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Tapajós im brasilianischen Amazonasbecken. Die Art bewohnt flach abfallende Uferzonen mit feinem Sand- oder Schlammboden, versunkenem Holz und reichlich Falllaub. Das Wasser ist typischerweise weich und leicht sauer. Saisonale Veränderungen durch Regen- und Trockenzeiten beeinflussen Wasserstand, Verhalten und Laichbereitschaft der Tiere.

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