Gnathonemus petersii

Deutscher Name: Elefantenruesselfisch

Bild: EFS, Partner des Zoofachhandels
Herkunft:
Kongo, Nigeria
Farben:
braun, schwarz
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Gnathonemus petersii
Gattung: Gnathonemus
Familie: Mormyridae

Beschreibung

Gnathonemus petersii, der Elefantenruesselfisch, gehoert zur Familie Mormyridae und ist ein gedrungener Fisch mit einem charakteristischen, roehrenfoermigen Schnauzenansatz. Die Art besitzt ein spezialisiertes elektrisches Organ (EOD) und kann schwache elektrische Impulse zur Orientierung und Beutelokalisation aussenden. Gnathonemus petersii erreicht bis zu 35 cm SL, im Aquarium meist 22–25 cm. Im Aquarium zeigt die Art ueberwiegend nachtaktives Verhalten: tagsueber bleibt sie zurueckgezogen in Verstecken, nachts oder bei Daemmerung wird sie aktiv und sucht den Bodenbereich nach Nahrung ab. Die Fische reagieren empfindlich auf hektische Bewegungen und koennen bei zu starker Stoerung scheu werden. Besonders nennenswert ist die elektrische Kommunikation, die nicht nur zur Orientierung, sondern auch zur innerartlichen Erkennung und Partnerwahl dient. Die Art ist besonders empfindlich gegenueber Medikamenten und schlechter Wasserqualitaet.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Elektrisches Organ (EOD) zur Orientierung und innerartlichen Kommunikation
  • Ueberwiegend nachtaktiv und scheu; tagsueber starke Rueckzugsneigung
  • Empfindlich gegenueber Nahrungswettbewerb – wird bei aktiven Beifischen schnell gestresst
  • Haeufig wildgefangen; Zucht im Aquarium bisher nicht gelungen
  • Besonders empfindlich gegenueber Medikamenten und schlechter Wasserqualitaet
  • Sprungrisiko gering, sichere Abdeckung dennoch empfehlenswert

Vergesellschaftungshinweise

Gnathonemus petersii ist eine gruppenorientierte Art; die Haltung in Gruppen von mindestens 5 Tieren wird empfohlen. In Gesellschaft zeigen sich die Fische weniger scheu. Ausreichend grosse Becken mit vielen Verstecken sind Voraussetzung fuer stabile soziale Dynamik. Bei zu engem Raumangebot kann es zu innerartlicher Aggression kommen. Temperamentlich ueberwiegend friedlich gegenueber anderen Arten, jedoch wenig konkurrenzstark bei der Futteraufnahme. Sehr aktive oder aggressive Beifische fuehren dazu, dass Gnathonemus petersii beim Fressen benachteiligt wird. Fuer eine harmonische Vergesellschaftung eignen sich ruhige westafrikanische Arten: Schmetterlingsfische (Pantodon buchholzi), kleinere Bichirs, Congo-Salmler, Synodontis-Welse und Ctenopoma-Arten. Garnelen sind ungeeignet (Beute). Kleine Schnecken riskant, adulte meist toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

Aeusserlich sind Maennchen und Weibchen kaum zu unterscheiden; es sind keine verlaesslichen Unterschiede in Groesse, Farbe oder Flossenform dokumentiert. In der Forschung wird die elektrische Signatur (EOD-Muster) als dimorphes Merkmal beschrieben.
Größe: bis 35 cm SL; im Aquarium meist 22-25 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–28 °C, pH 6,0–7,5, GH 5–15 dGH. Beckengroesse: Mindestens 150 cm Kantenlaenge (ab 400 L) fuer eine Gruppe von mindestens 5 Tieren. Die bodenorientierte Lebensweise verlangt eine grosszuegige Grundflaeche. Einrichtung: Zahlreiche Versteckmoeglichkeiten durch Wurzelholz, dicht bewachsene Bereiche und Steingruppen. Weiches Substrat aus Sand oder feinem Kies schont den Ruesselbereich. Schwimmpflanzen und Laubmaterial fuer gedaempfte Beleuchtung. Filtration: Gleichmaessige, moderate bis geringe Stroemung. Effiziente, aber sanft arbeitende Filterung. Stabile Parameter und gute Wasserqualitaet sind besonders wichtig. Sehr empfindlich gegenueber Medikamenten – bei Behandlungen groesste Vorsicht. Gedaempfte Lichtverhaeltnisse und ausgepraegte Tag-Nacht-Gliederung unterstuetzen das natuerliche Aktivitaetsmuster.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
23-28 °C
Beckengröße:
ab 150 cm, 400 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht von Gnathonemus petersii im Aquarium gilt bisher als nicht gelungen. Der genaue Laichmodus in der Natur ist unklar. Ein zentrales Problem stellt die elektrische Kommunikation dar: In Gefangenschaft kommt es zu Stoerungen der EOD-Signale, die die Partneridentifikation verhindern. Alle im Handel erhaeltlichen Exemplare sind in der Regel Wildfaenge. Zucht-Wasserwerte und Protokolle sind nicht dokumentiert.

Ernährung/Futterbedarf

Karnivore mit stark fleischlich betonter Ernaehrung. In der Natur: Wuermer, Insektenlarven und wirbellose Bodentiere. Im Aquarium: gefrorene oder lebende Wirbellose (Blutwuermer, Tubifex, Mysis, Artemia), sinkende Pellets oder Tabletten. Aufgrund schwacher Konkurrenzfaehigkeit beim Fressen mehrere Fuetterungsstellen einrichten, vorzugsweise abends oder nachts. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
bis 10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Gnathonemus petersii kommt in flachen, langsam fliessenden oder stehenden Gewaessern Westafrikas vor (Niger- und Kongo-Einzugsgebiet), die oft trueb, dunkel und reich an organischem Substrat sind. Typische Habitate sind schlammige Flusssohlen, vegetationsdichte Uferbereiche und ueberflutete Flusslaeufe mit reichlich Treib- und Laubmaterial.

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Hallo, mich macht es immer sehr traurig, wenn ich über die Empfehlung zur Einzelhaltung lese. Hier würde ich eher ganz klar sagen: wer den Platz nicht hat, sollte den Fisch nicht pflegen! Meine petersii sind immer im Trupp unterwegs, auch wenn es manchmal etwas rauher zugeht. Dennoch teilen sie sich auf der 2,40 x 60 Grundfläche nicht auf, ist ein Tier abseits der Gruppe, dann bedeutet dies, das etwas nicht mit ihm stimmt. 80 cm Beckenlänge ist zu wenig, diese Aquariengröße geht nur für kurze Zeit, bei sehr kleinen Jungtieren. Wenn man diese Fische mal richtig schwimmen hat sehen, dann… Weiterlesen »

Hallo,

natürlich dürft ihr alles, was ich schreibe verwenden! Ich muß mal schauen, ob ich die Zeit finde um mal einen ausführlichen Bericht zu schreiben. Vielleicht bekomme ich auch noch ein paar Fotos hin.
Es sind faszinierende Fische, und ihr Verhalten ist noch reichlich unerforscht.
Liebe Grüße, Verena

Diese Fische wurden früher oft als wasserwärter in wasserwerken gehalten. das geringste problem und der fisch zeigt es an oder stribt sogar dabei. ich persönlich finde das weniger fein.Als alter angler habe ich früher in einer großen wanne weisfische und andere deutsche fische gehalten, von schleie bis karauschen barsche usw. ich habe das becken naturgeträu eingerichtet und die kleinen barsche fingen sogar an auf raubzüge zu gehen. es gab köderfische die mir echt ans herz gewachsen sind und ich sie verschont habe und ihnen bei guter größe die freiheit schenkte . für meine wasserwacht habe ich ganz normale flusskrebse eingesetzt… Weiterlesen »

Ich bedaure es sehr, daß selbst nach JAHREN immer noch die Beckengröße von 80 cm und eine Einzelhaltung empfohlen wird.
Es lässt mich alle anderen Berichte mit großer Vorsicht lesen.

Warum fordert ihr zum mitmachen auf, wenn Berichte und Empfehlungen von Haltern nicht aufgegriffen werden?

Kommt meine Rüssel besuchen…schaut Euch an, wie sie leben, wie sie sich bewegen und ihr könnt nachvollziehen, wie sich mir der Magen umdreht, wenn ich den Bericht oben lese!

Ich habe unten schon in meinem Bericht geschrieben, was ich dazu denke. 1,50 m als Minimum und später mehr. Eine Einzelhaltung sehe ich als absolut nicht artgerecht an und daher schließen sich schon kleinere Becken aus. Nimmt man eine Gruppe von 8 jungen Tieren, die jeweils um die 8-10cm sind, und berücksichtigt man deren Bewegungsdrang, dann sind 150 cm Kantenlänge gerade ausreichend, damit sie sich gut entwickeln. Natürlich kann man (einzelne) Tiere auch auf weniger „halten“, ich schreibe bewußt nicht „pflegen“. Hier ist nur die Frage, ob man das Niveau zahlreicher Datenbanken folgen will. Sprich, die unterste Haltungsbegrenzung angeben. Es… Weiterlesen »

Hallo, hier meine Erfahrungen und Anmerkungen zu diesem Tier: Dieser interessante Fisch kommuniziert innerhalb seiner Gruppe äusserst intensiv und das Gruppenverhalten ist sehr interessant. Sie agieren, ausser beim schlafen, hauptsächlich als Gruppe. Es liegt deshalb auf der Hand, dass „Einzelhaft“ unangemessen ist und ich rate dem Tier zuliebe ebenfalls ganz klar davon ab. Was Beckengrösse angeht wird immer viel gestritten und diskutiert. Man kann pauschal sagen: ein in Gefangenschaft gehaltenes Tier lebt immer auf zu engem Raum. Wer einem Tier wirklich gerecht werden will, hält deshalb am besten überhaupt keins „gefangen“… deshalb gehe ich nicht weiter darauf ein. Klar ist:… Weiterlesen »

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