Hemichromis letourneuxi

Deutscher Name: Juwelen-Buntbarsch

Herkunft:
Afrika, Westafrika
Farben:
blau, grün, rot
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Hemichromis letourneauxi
Gattung: Hemichromis
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Hemichromis letourneuxi (korrekte Schreibung; verbreitete Fehltransliteration: letourneauxi) ist ein kompakter, seitlich leicht abgeflachter Buntbarsch aus der Gattung Hemichromis (Familie Cichlidae), der seit der taxonomischen Revision von 2022 unter dem gueltigen Artnamen Rubricatochromis letourneuxi gefuehrt wird. Die Art erreicht im Aquarium eine Maximallaenge von rund 12 cm TL. Waehrend der Revier- und Balzphasen leuchten intensive Rottoene an Kiemendeckeln und Bauchpartie auf. Im Aquarium ist Hemichromis letourneuxi ueberwiegend tagaktiv und erkundet den Bodenbereich sowie die mittleren Wasserschichten. Waehrend der Brutzeit steigert sich die Revierverteidigung erheblich; grabende Aktivitaeten am Substrat sind typisch und koennen Dekor oder Pflanzen verschieben.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Substratgräber: grabende Aktivitäten können Dekor und Pflanzen verschieben.
  • Biparentale Brutpflege: beide Elternteile schützen Gelege und Jungfische intensiv.
  • Territorial während der Brutzeit: Revierverteidigung kann sehr intensiv werden.
  • Toleriert ein breites pH- und Salzgehalt-Spektrum im Freiland; im Aquarium werden stabile Süßwasserwerte bevorzugt.

Vergesellschaftungshinweise

Hemichromis letourneuxi ist territorial und zeigt besonders während der Fortpflanzungszeit ausgeprägte Aggressivität. Die Art ist monogam und biparental in der Brutpflege; beide Elternteile beteiligen sich an der Verteidigung des Geleges und der Jungfische. Außerhalb der Fortpflanzungsphase sind ruhigere Phasen möglich, doch bleibt die Art gegenüber Eindringlingen im Revier unvermittelt wehrhaft. Die Art gilt als nicht geeignet für typische Gesellschaftsbecken. Paare bilden sich am zuverlässigsten, wenn Jungtiere gemeinsam aufwachsen; adulte Tiere verteidigen ihr Revier intensiv. In Gesellschaftsbecken sind nur robuste, gleich große oder schnellere Arten ratsam; Sichttrennungen und ausreichend Rückzugsbereiche reduzieren Aggressionen deutlich. Verträglichkeit mit Wirbellosen Schnecken werden in der Regel toleriert. Sehr kleine Junggarnelen sind gefährdet und können gefressen werden; adulte Garnelen werden meist geduldet. Da H. letourneuxi ein opportunistischer Karnivore ist, sollten kleine, langsam bewegte Wirbellose generell mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei der Vergesellschaftung sollten vorwiegend andere westafrikanische Arten oder grundsätzlich kompatible, robuste Fische mit ähnlichen Wasserwerten und vergleichbarem Temperament gewählt werden. Geeignete Mitbewohner sind z. B. Pelvicachromis-Arten, afrikanische Salmler (Phenacogrammus und Verwandte) sowie robuste Synodontis-Antennenwelse. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden (Malawi, Tanganjika) sind aufgrund abweichender Wasseransprüche und Sozialstruktur nicht kombinierbar.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden in der Regel größer und zeigen kräftigere, intensivierte Rottöne an Kiemendeckeln und Bauchpartie. Blaue Glanzpunkte sind bei Männchen häufiger und deutlicher ausgeprägt; Weibchen zeigen diese oft nur schwach oder gar nicht. Zur Brutzeit sind die Unterschiede besonders auffällig; außerhalb davon sind sie subtiler.
Größe: ~12 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22 bis 25 °C, pH 6,0 bis 7,5, GH 5 bis 8 dGH. Mindestens 120 cm Beckenlaenge (ca. 240 Liter). Geraeumiges Becken mit klaren Revierabgrenzungen durch Dekor und Struktur. Feines bis mittelkoerniges Substrat. Steinaufbauten, Hoehlen und flache Steinplatten als Sichtschutz und Laichplaetze. Robuste Pflanzen mit starken Wurzeln. Zuverlaessige Filterung, moderate Stroemung.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
22–25 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Offenbrüter (Substratlaicher) Zuchtschwierigkeit: einfach (gut dokumentiert) H. letourneuxi ist ein Offenbrüter, der bis zu 500 Eier auf gesäuberten harten Flächen (Steine, Aquariumscheibe) ablegt. Beide Elternteile beteiligen sich intensiv an der Brutpflege. Paare konditionieren sich am besten mit reichhaltiger Fütterung aus Lebend- und Frostfutter (Artemia, Mysis, Blutwürmer). Zuchterfolge sind im Aquarium gut dokumentiert und gelten als zuverlässig erreichbar bei stabiler Wasserqualität.

Ernährung/Futterbedarf

Karnivor mit stark fleischbetontem Bedarf. Lebend- und Frostfutter: Artemia, Mysis, Daphnien, Mueckenlarven, Blutwuermer. Hochwertige Granulate oder Sticks mit hohem Proteinanteil. Gelegentlich pflanzliche Komponenten (Spirulina-Flocken) zur Abrundung. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Hemichromis letourneuxi ist in weiten Teilen des nördlichen und westlichen Afrikas verbreitet: vom Nil (unterhalb der Murchison-Fälle) und den Oasen der Sahara über den Tschadsee bis zu den westafrikanischen Flüssen Niger, Volta, Gambia und Senegal sowie Ivory Coast. Die Art ist eine savannenbewohnende Spezies, die stehende und langsam fließende Gewässer bevorzugt – Flussauen, seichte Küstenzonen, Seen und leicht brackige Lagunen. Sie zeigt außergewöhnlich hohe Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel und erhöhtem Salzgehalt (bis ca. 50 ‰), was ihr natürliche Verbreitung über extrem diverse Habitate ermöglicht. Die Wasserwerte im Freiland können lokal stark variieren; für die Aquarienhaltung gelten die obigen Richtwerte.

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