Hypostomus latifrons

Deutscher Name: Breitstirn-Schilderwels

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Argentinien, Brasilien, Paraguay, Südamerika
Farben:
braun, schwarz
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Hypostomus latifrons
Gattung: Hypostomus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Breitstirn-Schilderwels (Hypostomus latifrons) ist ein großwüchsiger Harnischwels der Familie Loricariidae, der im Handel auch unter den L-Nummern L051 und L281 bekannt ist. Die Art erreicht eine Endgröße von 30–35 cm TL und gehört damit zu den größeren Vertretern der Gattung. Der Körperbau ist kräftig und dorsoventral abgeflacht mit vollständiger Knochenpanzerung. Die namensgebend breite Stirnpartie unterscheidet diese Art von vielen verwandten Hypostomus-Arten. Im Aquarium ist H. latifrons überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Tagsüber ruht die Art in Höhlen oder an Wurzeln. Die Tiere weiden Aufwuchs und Biofilm von Oberflächen ab und raspeln regelmäßig an Treibholz. Wie alle Hypostomus-Arten ist H. latifrons zur fakultativen Luftatmung befähigt.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • L-Nummern L051 und L281 – im Handel unter diesen Kennungen geführt
  • Namensgebend breite Stirnpartie
  • Großwüchsig mit 30–35 cm TL – benötigt sehr große Becken
  • Fakultative Luftatmung über den Darm
  • Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege
  • Treibholz als Nahrungsbestandteil unbedingt nötig
  • Kupferempfindlich – kupferhaltige Medikamente vermeiden
  • Überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv

Vergesellschaftungshinweise

Hypostomus latifrons ist überwiegend einzelgängerisch und kann territorial gegenüber Artgenossen und anderen bodenorientierten Welsen werden. In sehr großen Becken mit ausreichend Rückzugsmöglichkeiten ist die Haltung mit anderen robusten Fischarten möglich. Geeignete Mitbewohner sind größere südamerikanische Salmler, Panzerwelse und robuste Buntbarsche. Ostafrikanische Buntbarsche passen nicht zu den Wasseransprüchen. Garnelen sind als Mitbewohner ungeeignet, robuste Schnecken werden toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind schlanker gebaut und entwickeln ausgeprägtere Odontoden an den Brustflossenstrahlen. Weibchen sind breiter und fülliger, besonders bei Laichreife. Die Genitalpapille ist bei Männchen spitz, bei Weibchen stumpf.
Größe: ca. 30–35 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 20–26 °C, pH 6,0–7,5, GH 5–18 °dGH. Hypostomus latifrons benötigt aufgrund seiner Endgröße von 30–35 cm ein Becken mit mindestens 150 cm Kantenlänge und 500–600 Litern Volumen. Die Einrichtung sollte zahlreiche stabile Höhlen, große Wurzeln und Treibholz zum Abraspeln umfassen. Feiner Sand oder Kies als Substrat. Eine leistungsfähige Filterung mit starkem biologischen Anteil ist erforderlich. Moderate bis kräftige Strömung und gute Sauerstoffversorgung. Regelmäßige Wasserwechsel sind obligatorisch. Kupferhaltige Medikamente sind zu vermeiden. Der Breitstirn-Schilderwels ist eine anspruchsvolle Art für fortgeschrittene Aquarianer mit sehr großen Becken.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,0–7,5
Temperatur:
20–26 °C
Beckengröße:
ab 150 cm, 600 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter. Die Zucht gilt als sehr schwierig und ist im Hobbyaquarium kaum dokumentiert. Das Männchen bewacht die Eier in der Höhle. Sehr große Becken, stabile Wasserqualität und gezielte Konditionierung werden vorausgesetzt.

Ernährung/Futterbedarf

Hypostomus latifrons ist ein Aufwuchsfresser. Die Hauptnahrung besteht aus Algen, Biofilm und Detritus. Im Aquarium eignen sich Algentabletten, Spirulina-Granulate, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke, Süßkartoffel) und sinkende Granulate mit hohem Pflanzenanteil. Treibholz zum Abraspeln ist ein Pflichtbestandteil der Ernährung. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Hypostomus latifrons stammt aus dem Paraná-Flusssystem in Südamerika (Brasilien, Paraguay, Argentinien). Die Art bewohnt große Flüsse mit felsigen Strukturen und mäßiger bis starker Strömung.

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