Indostomus paradoxus

Deutscher Name: Burmesischer Gepanzerter Stichling

Herkunft:
Myanmar
Farben:
braun, silber
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Indostomus paradoxus
Gattung: Indostomus
Familie: Gabeldornfische

Beschreibung

Der Burmesische Gepanzerte Stichling (Indostomus paradoxus) ist ein winziger Kleinfisch der monotypischen Familie Indostomidae mit einer Maximallänge von nur 25–30 mm (ca. 3 cm). Die Art fällt durch ihre filigranen Flossen und die verhältnismäßig großen Augen auf. Die Färbung ist variabel: Während der Laichzeit nehmen Männchen eine hellere bis rötlichere Tönung an, Weibchen werden blasser mit deutlich sichtbarer Genitalpapille. Im Aquarium verhält sich I. paradoxus zurückhaltend und ruhig. Die Tiere sind schlechte Konkurrenten gegenüber größeren oder lebhafteren Arten und neigen dazu, sich in dichter Bepflanzung, unter Laub oder in Höhlen zu verbergen. Männchen zeigen während der Brutzeit ein deutliches Territorialverhalten im unmittelbaren Umfeld ihres Laichplatzes. Die wichtigste Haltungshürde ist die strikte Lebendnahrungspräferenz: I. paradoxus akzeptiert weder Trockenfutter noch gefrorene Produkte. Ausschließlich lebende Kleinsttiere werden angenommen.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Winzige Nano-Art mit nur 25–30 mm Standardlänge
  • Ausschließlich Lebendfutter: Nimmt kein Trockenfutter und kein Frostfutter an
  • Höhlenbrüter: bevorzugt enge Röhren oder Spalten (Bambusstäbe, Kunststoffröhren)
  • Männliche Brutpflege: Männchen bewacht die Bruthöhle allein
  • Weibchen werden deutlich größer als Männchen
  • Schlechte Konkurrenzfähigkeit – verhungert bei zu lebhaften Beifischen
  • Im Handel selten erhältlich

Vergesellschaftungshinweise

Gegenüber Artgenossen ist Indostomus paradoxus friedlich. Die Art profitiert von der Haltung in kleinen Gruppen von 4–6 Tieren. Männchen zeigen während der Fortpflanzungsphase territoriales Verhalten rund um die Bruthöhle, das auf wenige Zentimeter begrenzt bleibt. Für die Vergesellschaftung kommen ausschließlich sehr kleine, ruhige und friedliche Arten aus Südostasien in Frage, die keine Futterkonkurrenz um Lebendnahrung erzeugen. Geeignet sind Boraras-Arten, Danionella oder Dario-Arten. Garnelen sind ungeeignet, da sie bejagt werden. Schnecken sind verträglich.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Männchen besitzen breitere und verlängerte Bauchflossen mit nach innen gebogenen äußeren Strahlen. Gravide Weibchen zeigen einen deutlich gerundeten Bauch. Während der Laichzeit nehmen Männchen eine rötlichere Tönung an.
Größe: ca. 2,5–3 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22–27 °C, pH 6,5–7,5, GH 2–12 °dGH. Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) ist für eine Gruppe ausreichend. Viele Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen, Röhren (Bambusstäbe), dichten Pflanzenbeständen und Laubsubstrat sind essenziell. Feines, dunkles Substrat und Moose. I. paradoxus bevorzugt ruhiges bis sehr langsam fließendes Wasser. Ein Schwammfilter ist ideal. Diffuses, gedämpftes Licht. Ein gut eingereiftes Becken mit reicher Mikrofauna unterstützt die Ernährung erheblich. Die Art akzeptiert ausschließlich Lebendfutter: frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Daphnien, Mikrowürmer, Cyclops und ähnliche Kleinkrebse. Wer diese Art halten möchte, muss dauerhaft Lebendnahrung bereitstellen können. Der Burmesische Gepanzerte Stichling ist eine interessante Spezialisten-Art für erfahrene Nano-Aquarianer, die dauerhaft Lebendfutter bereitstellen können und ein ruhiges, gut eingereiftes Becken pflegen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,5–7,5
Temperatur:
22–27 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter. Die Zucht ist dokumentiert und möglich, aber anspruchsvoll. Eier werden in kleinen Höhlen oder Spalten (Bambusstäbe, Röhren) abgelegt, häufig an der Höhlendecke. Typische Gelegegrößen liegen bei 5–40 Eiern. Das Männchen übernimmt die alleinige Brutpflege. Jungfische sind winzig und benötigen zunächst Infusorien und Rädertierchen, später Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

Indostomus paradoxus ist ein strikter Fleischfresser mit ausschließlicher Lebendnahrungspräferenz. Die Art nimmt weder Trockenfutter noch Frostfutter an. Geeignet sind frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, kleine Daphnien, Mikrowürmer, Cyclops und ähnliche Kleinkrebse. Ein gut eingereiftes Becken mit natürlicher Mikrofauna erleichtert die Ernährung. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Indostomus paradoxus kommt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern in Südostasien vor, insbesondere in Myanmar (Nordburma). Die Tiere bewohnen Bereiche mit dichter Unterwasservegetation, Uferbewuchs und Laubschichten. Am Typusfundort bestand das Substrat aus schwarzem Ton mit reichlich Algen und verrottender Vegetation.

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