Iriatherina werneri
Beschreibung
Der Schmetterlingsregenbogenfisch (Iriatherina werneri) ist ein zierlicher, schlanker Süßwasserfisch der Familie Melanotaeniidae mit einer Standardlänge von bis zu 4 cm (Männchen) bzw. 3 cm (Weibchen). Männchen besitzen stark verlängerte, tiefschwarz gefärbte, fadenförmige Filamente in der zweiten Rückenflosse, der Afterflosse und den Bauchflossen, die dem Tier ein schmetterlingsartiges Erscheinungsbild verleihen. Der Körper der Männchen schillert in Blau, Grün und Silber mit rötlich-orangefarbenen Flossenakzenten. Weibchen sind deutlich kleiner, blasser gefärbt und ohne verlängerte Flossen.
Im Aquarium bewegt sich I. werneri vorwiegend in der mittleren Wasserschicht in der Nähe von Pflanzenbüscheln. Aufgrund der zarten Maulpartie nimmt die Art nur kleinste tierische Nahrungspartikel auf und wird bei der Futteraufnahme leicht von agileren Fischen verdrängt. Die langen Flossenfilamente der Männchen können bei ungeeigneten Beifischen beschädigt werden.
Besonderheiten
- Männchen mit tiefschwarz gefärbten, fadenförmigen Flossenfilamenten in zweiter Rücken-, After- und Bauchflosse
- Starker Geschlechtsdimorphismus: Weibchen deutlich kleiner und ohne verlängerte Flossen
- Zartes Maul – leicht von agileren Fressern bei der Futteraufnahme verdrängt
- Freilaicher ohne Brutpflege; Eier und Larven werden bei Gelegenheit gefressen
- Mindestgruppengröße 6 Tiere, idealerweise 10+
- Empfindlich gegenüber starkem Futterwettbewerb und unruhigen Beifischen
- Geringes Sprungrisiko – Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Iriatherina werneri ist ein Schwarmfisch und wird in Gruppen von mindestens 6, idealerweise 10 oder mehr Tieren gehalten. In der Gruppe zeigen die Tiere ihr natürliches Balzverhalten: Männchen spreizen und vibrieren ihre Flossen und präsentieren die schwarzen Filamente vor den Weibchen. Das Temperament ist sehr friedlich; aggressive Interaktionen sind selten.
Geeignete Mitbewohner sind andere kleine Regenbogenfische, Pseudomugil-Arten und ähnlich zurückhaltende Kleinformen aus der Bioregion Australien-Ozeanien. Robuste, nagende oder sehr aktive Fische, die Flossen beschädigen oder I. werneri bei der Futteraufnahme verdrängen, sind ungeeignet. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen können gefährdet sein.
Geschlechtsdimorphismus
Der Geschlechtsdimorphismus ist sehr deutlich. Männchen besitzen stark verlängerte, tiefschwarz gefärbte Filamente in der zweiten Rückenflosse, der Afterflosse und den Bauchflossen. Der Körper schillert in Blau, Grün und Silber mit rötlichen Flossenakzenten. Männchen erreichen bis zu 4 cm SL. Weibchen bleiben mit etwa 3 cm SL kleiner, haben kurze, nicht verlängerte Flossen und eine blassere Färbung.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–30 °C, pH 5,0–8,0, GH 1–12 °dGH. Im Aquariumalltag hat sich ein Bereich von 24–28 °C, pH 6,0–7,5 und GH 2–10 °dGH bewährt. Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) ist als Mindestgröße ausreichend.
Dichte, feinstrukturierte Bepflanzung mit Rückzugsmöglichkeiten und Schutz vor direkter Strömung. Schwimmpflanzen oder feinblättrige Unterwasserpflanzen schaffen gedämpfte Lichtzonen. Offene Schwimmflächen ermöglichen die Balzshows der Männchen. Schwache bis moderate Strömung; starke Strömungen belasten die filigranen Flossen.
Als Mikro-Karnivore benötigt I. werneri kleinste tierische Nahrungspartikel in passender Größe für das zarte Maul. Lebendfutter und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Moina, Cyclops, Daphnien, Mikrowürmer und Essigälchen sind besonders geeignet. Sehr fein gemahlenes Trockenfutter kann ergänzend angeboten werden. Mehrere kleine Fütterungen täglich.
Der Schmetterlingsregenbogenfisch ist eine zierliche, anspruchsvolle Art für Aquarianer, die ein gut bepflanztes Becken mit ruhigen Beifischen und angepasster Feinnahrung bieten können.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher ohne Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: Mittel. Die Zucht ist gut dokumentiert. Weibchen setzen über mehrere Tage täglich einige Eier an feinen Pflanzenblättern ab. Optimale Zuchttemperatur 26–28 °C. Die Eltern fressen Eier und Jungfische bei Gelegenheit. Gelege durch dicht bepflanzte Laichbereiche schützen. Jungfische benötigen anfangs sehr feine Nahrungspartikel (Infusorien, Paramecium), später Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Iriatherina werneri ist ein Mikro-Karnivore, der vorwiegend kleinste tierische Nahrung aufnimmt. Im Aquarium eignen sich Artemia-Nauplien, Moina, Cyclops, Daphnien, Mikrowürmer und Essigälchen. Sehr fein gemahlenes Trockenfutter und spezialisierte Proteinflocken können ergänzend angeboten werden. Entscheidend ist die passende Partikelgröße für das zarte Maul.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Iriatherina werneri ist in der Bioregion Australien-Ozeanien beheimatet und kommt in Neuguinea (Merauke-Region), auf der Cape York Peninsula und im Northern Territory Australiens vor. Die Art bewohnt langsam fließende oder stehende, flache Gewässer mit reicher Bepflanzung, dichter Ufer- und Schwimmpflanzenstruktur. Das Wasser ist weich bis mittelhart mit ruhiger Strömung.