Nannostomus anduzei

Deutscher Name: Nannostomus anduzei

Quelle: Merz Zierfischgrosshandel
Herkunft:
Brasilien, Kolumbien
Farben:
grau, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Nannostomus anduzei
Gattung: Nannostomus
Familie: Lebiasinidae

Beschreibung

Nannostomus anduzei ist das kleinste Mitglied der Gattung Nannostomus und erreicht nur bis zu 1,6 cm Standardlänge (ca. 2,0 cm Totallänge). Die Art gehört zur Familie der Schlanksalmler (Lebiasinidae). Der schlanke, torpedoförmige Körper zeigt eine gold- bis goldbraune Grundfärbung; ein metallisch goldener Längsstreifen zieht sich entlang der Körperseiten. Bei dominanten Männchen treten leuchtend rote Akzente an der Basis der Schwanz- und Afterflosse auf. Anders als die meisten anderen Nannostomus-Arten zeigt N. anduzei kein Nachtmuster mit dunklen Flecken oder Binden – nachts wirkt die Art insgesamt blass und transparent mit schwachem goldenem Schimmer. Dieses Fehlen des Nachtmusters ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu anderen Gattungsgenossen. Im Aquarium zeigt N. anduzei ein zurückhaltendes, scheues Verhalten. Die Tiere bewegen sich vorzugsweise in Bodennähe und suchen Deckung zwischen Wurzeln, Blättern und dichtem Pflanzenbewuchs. In geeigneten Gruppen sind sie recht aktiv und zeigen lebhafte Schaufarben.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Kleinstes Mitglied der Gattung Nannostomus (1,6 cm SL)
  • Kein Nachtmuster mit Flecken/Binden – nachts insgesamt blass/transparent (Unterscheidungsmerkmal)
  • Mikropredator mit spezialisiertem kleinem Maul
  • Männchen mit intensiver Rotfärbung an Schwanz- und Afterflosse
  • Brasilianische Männchen mit besonders verlängerter Afterflosse
  • Bevorzugt Bodenzone zwischen Laub und Wurzeln
  • Sprungrisiko gering
  • In dichten, gut eingewachsenen Aquarien können gelegentlich spontan Jungfische auftauchen

Vergesellschaftungshinweise

Nannostomus anduzei ist ein typischer Schwarmfisch. Eine Mindestgruppe von 10 Individuen ist empfehlenswert; in größeren Gruppen wirkt das Schwarmbild homogener und die Tiere zeigen ihre schönsten Farben. Einzelhaltung oder sehr kleine Gruppen führen zu Stress und Scheuheit. Das Temperament ist sehr friedlich. Während der Fortpflanzungsphase können Männchen territorialer auftreten, aber ohne ernsthafte Attacken. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen können aufgrund des kleinen Mauls nur sehr kleine gefressen werden; adulte Garnelen sind sicher. Geeignete Beifische sind andere südamerikanische Kleinsalmler, Panzerwelse und sehr kleine, friedliche Buntbarsche. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind nicht kompatibel.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind schlanker und zeigen eine verlängerte Afterflosse – besonders ausgeprägt bei brasilianischen Exemplaren. Ihre rote Färbung an Schwanz- und Afterflosse ist deutlich intensiver. Weibchen erscheinen fülliger und fehlt die rote Pigmentierung.
Größe: bis 1,6 cm SL (ca. 2,0 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Die empfohlenen Aquariumwerte betragen 22–28 °C, pH 5,0–7,0 und GH 1–5 dGH. Das Becken sollte mindestens 60 cm Kantenlänge aufweisen und 54 Liter fassen. Das Aquarium sollte naturnah gestaltet werden: feiner Sand als Substrat, großflächig Laubablagerungen (Seemandelbaumblätter), Wurzeln und ausgedehnte Pflanzenbereiche. Javamoos, dicht wachsende Stängelpflanzen und schwimmende Pflanzen schaffen gedämpftes Licht und feine Vegetationsschichten. Ruhige Strömung ist wichtig (4–5facher Volumenumsatz pro Stunde). Sanfte Innenfilter oder Schwammfilter sind ideal. Gedämpfte Beleuchtung fördert Aktivität. Nannostomus anduzei ist eine anspruchsvolle Nano-Art für erfahrene Aquarianer, die naturnahe Einrichtung und stabile weiche Wasserwerte bieten können.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
5,0-7,0
Temperatur:
22-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Nannostomus anduzei ist ein Freilaicher. Die Nachzucht ist selten und gilt als schwierig. In reifen, dicht bepflanzten Aquarien können gelegentlich wenige Jungfische spontan auftauchen. Zuchtwerte: 27–28 °C, pH 5,0–6,5, GH maximal 5 dGH. Die Elterngruppe mit sehr feinem Lebendfutter konditionieren. Nach dem Ablaichen Eltern entfernen (Eiräuber). Larven erscheinen nach 1–2 Tagen. Initiale Fütterung mit Pantoffeltierchen (Paramecium) im Partikelbereich 5–50 µm, dann Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.

Ernährung/Futterbedarf

Als Mikropredator benötigt Nannostomus anduzei sehr feines, proteinreiches Futter: Artemia-Nauplien, fein gesiebte Cyclops, Mikrowürmer und Grindalwürmer. Spezielles Staubfutter und Pulverfuttermischungen für Jungfische werden akzeptiert. Grobe Futterbestandteile können nicht aufgenommen werden. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Nannostomus anduzei stammt aus Südamerika, konkret aus Teilen Venezuelas (oberer Orinoco, Caño Provincial) und Brasilien (Rio Negro, Rio Ererê). Die Fundorte sind sehr flache, oft nur wenige Dutzend Zentimeter tiefe Gewässer, die klar oder teefarben sein können. Moriche-Palmen prägen das Umfeld. Die Strömung ist still bis sehr langsam, das Wasser weich und sauer.

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