Nannostomus mortenthaleri
Beschreibung
Der Purpur-Ziersalmler (Nannostomus mortenthaleri) erreicht ca. 3 cm Standardlänge (bis etwa 3,5 cm Totallänge) und gehört zur Familie der Schlanksalmler (Lebiasinidae). Der schlanke, torpedoförmige Körper zeigt drei markante dunkle Längsstreifen auf hellem Grund; dominante Männchen tragen intensives Rot zwischen den dunklen Längsbinden. Untergeordnete Männchen können diese Rotfärbung abschwächen und nehmen eine weiblichere Färbung an.
Eine typische Besonderheit: Bei Nacht treten die Längsstreifen deutlich zurück und werden durch schräge Querbänder ersetzt.
Im Aquarium zeigt N. mortenthaleri ein ausgeprägtes hierarchisches Sozialverhalten, das ihn von den meisten anderen Nannostomus-Arten unterscheidet. Männchen konkurrieren intensiv um Rangplätze und können ernsthaft kämpfen; in zu kleinen Becken kann ein dominantes Männchen alle Rivalen unterdrücken, was zu dauerhaftem Stress und Tod führen kann. Die Art verhält sich damit eher wie ein kleiner Cichlide als wie ein typischer Schwarmfisch.
N. mortenthaleri ist endemisch im Nanay-Becken (Loreto, Peru) und im Río Tigre.
Besonderheiten
- Tag-/Nacht-Veränderung der Färbung: nachts Längsstreifen schwächer, schräge Querbänder erscheinen
- Männliche Rangkämpfe können zu ernsthaften Verletzungen führen
- Verhält sich sozial wie kleine Cichliden, nicht wie typische Schwarmfische
- Endemisch im Nanay-Becken (Peru) und Río Tigre
- Vorliebe für sehr feines Futter wegen des kleinen Mauls
- Sprungrisiko gering
- Keine anderen Nannostomus-Arten zusammen halten
Vergesellschaftungshinweise
N. mortenthaleri sollte in Gruppen von mindestens 10, besser 15–20 Exemplaren in einem reich strukturierten Becken gehalten werden. Nur in ausreichend großen Gruppen mit vielen Sichtbarrieren verteilt sich die Aggression der Männchen. Innerhalb der Gruppe bildet sich eine ausgeprägte Hackordnung; Kämpfe zwischen Männchen können zu ernsthaften Verletzungen führen.
Gegenüber artfremden, friedlichen Arten ist N. mortenthaleri verträglich. Adulte Garnelen sind aufgrund der geringen Körpergröße sicher; Junggarnelen können gefährdet sein. Schnecken werden toleriert.
Geeignete Beifische sind ruhige, kleinere Salmler aus der gleichen Region, Panzerwelse und kleine Buntbarsche. Keine anderen Nannostomus-Arten zusammen halten (Kreuzaggressionen und Hybridisierung). Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind nicht kompatibel.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker und zeigen intensives Rot zwischen den dunklen Längsbinden sowie ein weißes Abzeichen an der Basis der Rückenflosse. Weibchen sind fülliger und zeigen kaum oder kein Rot. Untergeordnete Männchen können ihre Färbung abschwächen und weiblich wirken.
Haltungstipps / Pflege
Die empfohlenen Aquariumwerte betragen 24–28 °C, pH 4,0–7,0 und GH 1–5 dGH. Die Art bevorzugt weiches, leicht saures Wasser. Das Becken sollte eine Mindest-Grundfläche von 90 x 30 cm aufweisen.
Die Einrichtung muss reich an Sichtbarrieren sein: dichte Pflanzenbüsche, Wurzeln, Äste und Falllaub schaffen individuelle Territorien. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht und simulieren das natürliche schattige Habitat. Moospolster und feinfiedrige Pflanzen schaffen zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten.
Ruhige bis schwache Strömung ist ideal. Schwammfilter oder moderat eingestellte Außenfilterung sind ausreichend.
N. mortenthaleri ist eine Art für erfahrene Aquarianer, die das hierarchische Sozialverhalten und die intensive Färbung in einem artgerecht eingerichteten Weichwaasser-Becken beobachten möchten.
Zucht und Fortpflanzung
Zuchterfolge bei N. mortenthaleri im Aquarium sind selten, aber möglich. Die Art ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Für gezielte Zucht empfiehlt sich ein separates Zuchtbecken mit feinen Pflanzen oder Mops.
Zuchtwerte: 26–28 °C, pH 4,5–6,0, GH maximal 2–3 dGH. Sehr weiches Osmosewasser verbessert die Befruchtungsrate. Konditionierung mit Artemia-Nauplien, Moina und Grindal-Würmern. Nach dem Ablaichen Elterntiere entfernen (Eiräuber).
Eier schlüpfen innerhalb von 1–2 Tagen. Aufzucht zunächst mit Infusorien oder Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
N. mortenthaleri ist ein Mikropredator und benötigt wegen des kleinen Mauls besonders feines Futter. Bevorzugt werden Artemia-Nauplien, Cyclops, Moina und Mikrowürmer. Feine Flocken und fein granuliertes Trockenfutter werden akzeptiert, sofern die Partikel klein genug sind.
Natürlicher Lebensraum
Nannostomus mortenthaleri ist endemisch im Nanay-Becken (Loreto, Peru) und im Río Tigre. Die Art besiedelt Uferbereiche mit dichter Vegetation, untergetauchten Wurzeln und dicken Laubschichten. Das Licht ist gedämpft durch überhängende Bäume. Das Substrat besteht aus feinem Sand mit organischem Material. Die Gewässer sind weich und sauer mit langsamer Strömung.