Nematolebias papilliferus
Beschreibung
Der Rotflossen-Perlkilli (Nematolebias papilliferus) wird bis zu 8 cm (SL) groß und ist ein gestreckter Killifisch aus der Familie der Rivulidae. Die Männchen zeigen eine rötlich-violette Grundfärbung mit einem charakteristischen Muster aus kleinen blauen Punkten auf dem Körper und blauen Punktmarkierungen auf den Flossen. Weibchen sind dezenter gefärbt: grau-braun mit leichter Querstreifung in dunklerem Grau. Die unpaaren Flossen der Männchen können leicht verlängert erscheinen.
Im Aquarium halten sich die Tiere überwiegend in der oberen Wasserschicht auf und sind aufmerksam und aktiv bei der Futtersuche. Männchen sind innerartlich deutlich territorial und zeigen gegenüber Artgenossen häufig Drohgebärden und Verfolgungsjagden; gegenüber ruhigen, nicht-territorialen Beifischen verhalten sie sich meist zurückhaltend. Die Art ist an temporäre, saisonal austrocknende Tümpel angepasst und als Jahresfisch kurzlebig. Die Eier durchlaufen eine Diapause und überdauern Trockenperioden im Substrat. Der IUCN-Status ist CR (vom Aussterben bedroht).
Besonderheiten
- Jahresfisch: Eier durchlaufen eine Diapause und überdauern Trockenperioden im Substrat
- Hohes Sprungrisiko – Becken muss stets vollständig abgedeckt sein
- Männchen territorial und aggressiv gegenüber Artgenossen
- Gefährdet: IUCN-Status CR (vom Aussterben bedroht)
- Gestreckter Körperbau, Männchen rötlich-violett mit blauen Punkten
- Geschlechtsreife nach ca. 1,5 Monaten, schnelles Wachstum
- Kurze Lebenserwartung: 1–2 Jahre
- Junggarnelen gefährdet, Schnecken toleriert
Vergesellschaftungshinweise
Nematolebias papilliferus wird am besten als Harem gehalten – ein Männchen mit mehreren Weibchen – oder in einer größeren Gruppe in einem ausreichend geräumigen Becken. Männchen zeigen starke innerartliche Rivalität und können untereinander sehr aggressiv und territorial sein.
Außerhalb der Brutzeit verhalten sich die Tiere gegenüber ruhigen, nicht-territorialen Beifischen meist friedlich. In der Brutzeit steigt die Aggressivität der Männchen deutlich an. Schnecken werden weitgehend toleriert; Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden meist toleriert.
Geeignete Beifische sind ruhige, kleine südamerikanische Arten: kleinbleibende Corydoras, kleine Salmler oder friedliche Zwergbuntbarsche. Große, räuberische oder sehr energische Arten sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich. Männchen sind farbenprächtiger mit rötlich-violetter Grundfärbung und kleinen blauen Punkten auf Körper und Flossen; sie besitzen leicht verlängerte unpaare Flossen und erreichen bis zu 8 cm SL. Weibchen sind kleiner, grau-braun gefärbt mit leichter Querstreifung. Geschlechtsreife wird typischerweise nach ca. 1,5 Monaten erreicht.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–28 °C, pH 6,0–7,0, GH 5–12 °dGH. Das Aquarium sollte eine Kantenlänge von mindestens 80 cm haben bei einem Volumen von etwa 112 Litern.
Die Einrichtung sollte eine freie Schwimmfläche in der oberen Wasserschicht bieten mit dichterer Bepflanzung und Versteckzonen an den Seiten. Feinblättrige Pflanzen, Moose, Schwimmpflanzen und vereinzelte Wurzeln bieten Rückzugs- und Laichplätze. Als Bodengrund eignet sich feines Substrat oder eine Schicht aus Torf- und Laubmaterial. Die Strömung sollte gering gehalten werden, da die natürlichen Biotope stillstehend sind.
Das Becken muss stets vollständig und sicher abgedeckt sein, da die Art ein hohes Sprungrisiko aufweist. Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Wasserchemie sind wichtig.
Der Rotflossen-Perlkilli ist eine Spezialart für erfahrene Aquarianer mit Interesse an Jahresfischen und saisonaler Zuchtbiologie.
Zucht und Fortpflanzung
Nematolebias papilliferus ist ein Substratlaicher (Jahresfisch). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 22–25 °C, pH 6,0–6,5, GH maximal 8 °dGH. Die Eier werden in Torf oder lockeres Substrat abgelegt und durchlaufen eine Diapause. Die etablierte Methode besteht darin, die Eier in leicht feuchtem Torf für 2–3 Monate zu lagern. Anschließend löst das Aufgießen mit kühlerem Wasser einen Massenschlupf aus. Die Inkubationsdauer beträgt bei Torf-Lagerung etwa 2 Monate bei 25 °C.
Zur Konditionierung eignen sich Artemia, Mückenlarven und proteinreiches Lebendfutter. Die Jungfische wachsen schnell und können sofort mit Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen und Essigälchen gefüttert werden. Die Geschlechtsreife wird nach ca. 1,5 Monaten erreicht.
Ernährung/Futterbedarf
Nematolebias papilliferus ist ein Fleischfresser (Karnivor), der lebende und gefrorene tierische Nahrung bevorzugt. Geeignet sind Artemia, Mückenlarven, Tubifex und Mikrowürmchen. Trockenfutter wird meist akzeptiert, sollte aber nicht die Hauptnahrungsquelle bilden. Eine abwechslungsreiche Mischung aus Lebend-, Frost- und hochwertigem Trockenfutter sorgt für kräftige Farben und gute Kondition.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Nematolebias papilliferus ist endemisch in einem begrenzten Bereich im Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien, insbesondere in den Einzugsgebieten der Lagoa de Maricá, der Lagoa de Saquarema und des unteren Rio São João. Die Art bewohnt kleine, flache und temporäre Süßwassertümpel (10–40 m Durchmesser, etwa 50 cm tief) in Überschwemmungsgebieten mit klarem bis dunkel orange-braunem Wasser.
Das Substrat besteht aus kompaktem, weichem, rötlich-braunem Schlamm mit organischem Material. Die Strömung ist praktisch nicht vorhanden. Die Gewässer trocknen zweimal jährlich vollständig aus, wobei alle Fische sterben und die Eier im Substrat überdauern. Der IUCN-Status ist CR (vom Aussterben bedroht).