Neolamprologus sexfasciatus

Deutscher Name: Sechsstreifen-Lamprologus

Herkunft:
Ostafrika, Tansania
Farben:
blau, gelb, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Neolamprologus sexfasciatus
Gattung: Neolamprologus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Neolamprologus sexfasciatus ist ein kräftiger Buntbarsch aus dem Tanganjikasee und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 15 cm. Sechs dunkle, fast schwarze Vertikalstreifen auf den Flanken sind das markante Erkennungsmerkmal. Die Grundfärbung variiert je nach Herkunftspopulation: Goldgelb (Tanzanian Gold), Blau sowie Weiß/Silber sind dokumentierte Farbvarianten. Der Körperbau ist kompakt und seitlich abgeflacht. Im Aquarium zeigt N. sexfasciatus ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Die Fische bleiben bevorzugt in Bodennähe und nutzen Höhlen und Felsspalten als Rückzugs- und Fortpflanzungsorte. Reviere werden energisch verteidigt. Die Paarbindung ist schwach und besteht hauptsächlich während der Fortpflanzung. Außerhalb der Brutzeit sind Revierkonflikte zwischen den Geschlechtern nicht ungewöhnlich, Rückzugsmöglichkeiten für das Weibchen sind daher essenziell. Die Art ernährt sich in der Natur vorwiegend piscivor. Ihre Farbvariabilität macht sie bei Sammlern beliebt.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Höhlenbrüter: gräbt Höhlen teilweise selbst aus
  • Vorwiegend piscivore Ernährung in der Natur
  • Sehr territoriales Revierverhalten, besonders während der Brut
  • Schwache Paarbindung: besteht hauptsächlich während der Fortpflanzung
  • Drei Farbvarianten je nach Herkunft: Gold, Blau und Silber
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfehlenswert
  • Paarbildung aus Jungfischgruppen empfohlen, direktes Zusammensetzen riskant

Vergesellschaftungshinweise

N. sexfasciatus wird als Paar gehalten. Stabile Paare bilden sich am sichersten aus einer aufgezogenen Jungfischgruppe. Überzählige Tiere müssen nach Paarbildung entfernt werden. Ein adultes Männchen und Weibchen einfach zusammenzusetzen endet häufig mit der Tötung des Weibchens. Das Temperament ist sehr territorial. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität deutlich, das Männchen kann extrem ruppig werden. Zwischen den Laichzyklen kann das Männchen das Weibchen stark bedrängen, Rückzugsmöglichkeiten sind daher nötig. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen sind gefährdet. Geeignete Mitbewohner: mittelgroße Tanganjikasee-Cichliden wie Cyprichromis, Altolamprologus oder größere Julidochromis. Synodontis-Arten passen ebenfalls. Nicht geeignet: Weichwasserarten, kleine Schwarmfische oder empfindliche Bodenbewohner.

Geschlechtsdimorphismus

Der Dimorphismus ist schwer zu erkennen. Männchen sind größer und massiger als Weibchen. Weibchen wirken häufig fülliger im Bauchbereich. Eine sichere Unterscheidung gelingt oft nur durch Venting (Untersuchung der Genitalpapille).
Größe: ca. 15 cm

Haltungstipps / Pflege

Wassertemperatur 23-27 °C, pH-Wert 7,5-9 und Gesamthärte 8-25 °dGH. Stabile Wasserchemie ist für Riftsee-Cichliden besonders wichtig. Als Mindestbeckengröße empfehlen sich 120 cm Kantenlänge und 160 Liter für ein einzelnes Paar. Bei Gesellschaftsbecken entsprechend größer. Die Einrichtung sollte die natürliche Fels- und Geröllzone nachbilden: Höhlen, Spalten und verschachtelte Felsformationen. Sandsubstrat, idealerweise Aragonit- oder Korallensand zur pH-Stabilisierung. Offene Bereiche und Sichtbarrieren reduzieren territoriale Konflikte. Moderate bis geringe Strömung. Leistungsfähige Filterung für stabile Wasserqualität. Bei guter Pflege liegt die Lebenserwartung bei ca. 8-10 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,5-9
Temperatur:
23-27 °C
Beckengröße:
ab 120cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter mit biparentaler Brutpflege. Die Zucht ist dokumentiert, gilt aber als unregelmäßig und mittelschwer. Die Paarfindung ist die größte Herausforderung: Jungfische gemeinsam aufziehen und ein Paar natürlich wählen lassen. Empfohlene Zuchtwerte: Temperatur 25-27 °C, pH 8-9, GH bis 25 °dGH. Konditionierung mit Mysis, Krill und kleinen Fischstücken. Geschlechtsreife nach ca. 12 Monaten. Weibchen legen Eier auf dem Höhlenboden ab. Larven werden nach ca. 2 Wochen freischwimmend. Erstfutter: Artemia-Nauplien und feines Staubfutter. Das Männchen kann nach der Brut intolerant gegenüber dem Weibchen werden, Rückzugsmöglichkeiten bereithalten.

Ernährung/Futterbedarf

N. sexfasciatus ist in der Natur ein Piscivor (Fischfresser). Im Aquarium wird vielseitiges Fleischfutter benötigt: hochwertiges Frostfutter wie Mysis, Krill und gehackte Garnelen, ergänzt durch Cichliden-Granulat. Lebend- und Frostfutter fördert Kondition und Paarbildung. Pflanzliches Futter ist nicht die Hauptnahrung. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 8-10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Neolamprologus sexfasciatus ist endemisch im Tanganjikasee in Ostafrika. Die Art besiedelt felsige Küstenbereiche, wo sie Höhlen und Spalten als Rückzugs- und Brutplätze nutzt. Der Bodengrund besteht aus Sand, die Strömung ist mäßig. Verschiedene Populationen unterscheiden sich in der Farbgebung, was die Attraktivität für Aquarianer steigert.

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