Ompok bimaculatus
Beschreibung
Der Zweifleck-Glaswels (Ompok bimaculatus) erreicht bis zu 45 cm SL (ca. 50–52 cm TL) und ist ein großwüchsiger Süßwasserwels der Familie Siluridae. Der schlanke, seitlich abgeflachte Körper ist auf ein Leben als nachtaktiver Lauerjäger ausgerichtet. Die Rückenflosse ist stark reduziert; die Afterflosse zieht sich fast bis zur Schwanzflosse. Die Grundfärbung reicht von buttergelb bis braun mit feiner Marmorierung. Namensgebend sind zwei markante dunkle Flecken: einer hinter der Brustflosse, der zweite an der Basis des Schwanzstiels. Das Maul ist mit scharfen, nadelspitzen Zähnen besetzt.
Im Aquarium ist die Art tagsüber zurückhaltend und bevorzugt Verstecke. Nachts wird sie zum aktiven Freiwasserschwimmer und Jäger. Trotz Scheu gegenüber Menschen hat sie eine besonders räuberische Natur gegenüber allen Fischen, die ins Maul passen.
Besonderheiten
- Aktiver Freiwasserschwimmer und Nachtjäger, kein reiner Bodenbewohner
- Siluridae-typisch: stark reduzierte Rückenflosse, sehr lange Afterflosse
- Scharfe, nadelspitze Zähne: echter Fischräuber
- Männchen mit gezacktem Rand am Brustflossenstachel
- Xanthische (gelbe) und albine Farbformen im Handel
- Saisonale Wanderungen in überschwemmte Uferbereiche
- Unter dem Namen O. bimaculatus möglicherweise mehrere kryptische Arten
- Sprungrisiko gering, Abdeckung dennoch Pflicht
Vergesellschaftungshinweise
O. bimaculatus kann mit gleichgroßen Artgenossen oder ähnlich großen, robusten Fischen vergesellschaftet werden. Gegenüber gleich großen Fischen ist die Art friedlich. Gegenüber allen kleineren Fischen und Wirbellosen ist sie jedoch ein aktiver Jäger; Beutetiere können dabei fast halb so lang wie der Wels selbst sein.
Garnelen sind absolut ungeeignet. Kleine und mittelgroße Schnecken werden gefressen; nur robuste adulte Großschnecken haben eine Chance.
Geeignete Mitbewohner: große Barben (Tor, Barbonymus), große Pangasiiden. Kleine Zierfische, Salmler und alle Wirbellosen sind nicht geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen am Brustflossenstachel einen deutlich gezackten (gesägten) Rand, der Weibchen fehlt. Geschlechtsreife Weibchen sind fülliger und bauchiger, besonders vor der Laichzeit. Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: 20–26 °C, pH 6,0–8,0, GH 4–28 dGH.
Mindestens 180 cm Kantenlänge (ca. 700 Liter). Das Becken muss lang und breit sein mit ausreichend offener Schwimmfläche, da die Art nachts aktiv das freie Wasser durchschwimmt. Feiner Sand als Substrat. Große Verstecke aus Wurzelholz und Höhlen für den Tag. Moderate Filterung ohne starke Turbulenz; leistungsfähige Biofiltration ist aufgrund der großen Biomasse nötig. Gedämpfte Beleuchtung. Abdeckung Pflicht.
O. bimaculatus ist eine anspruchsvolle Raubfischart für erfahrene Aquarianer mit sehr großen Becken. Die Vergesellschaftung ist die größte Herausforderung. Die Zucht im Hobby ist ohne Hormoninjektionen nicht möglich.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Im Hobby praktisch nicht züchtbar.
Bisherige Zuchterfolge wurden ausschließlich mit Hormoninjektionen erzielt (Aquakultur). Natürliche Ablaichvorgänge im Hobby sind nicht zuverlässig dokumentiert. Für Hobbyzüchter ist die Art als nicht züchtbar einzustufen.
Ernährung/Futterbedarf
Ausgeprägter Raubfisch. Natürliche Nahrung: kleinere Fische, Krebstiere, Weichtiere, Würmer, Insektenlarven. Im Aquarium: Regenwürmer, Mysis, Garnelen, Fischfilet (lebend oder gefroren), proteinreiche Fleischpellets. Adulte Tiere 1–2 mal täglich füttern. Pflanzliches Ergänzungsfutter ist nicht nötig; die Art ist ein reiner Raubfisch.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
O. bimaculatus ist in Süd- und Südostasien weit verbreitet (Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch, Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Indonesien). Flache Binnengewässer mit sandigem bis schlammigem Grund, trübe, nährstoffreiche Gewässer mit langsamer Strömung. Flussarme, Kanäle und temporäre Überschwemmungsgebiete. Saisonale Wanderungen in überflutete Uferbereiche.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren.