Oreichthys crenuchoides

Deutscher Name: Indische Hochflossenbarbe

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Indien
Farben:
gelb, rosa, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Oreichthys crenuchoides
Gattung: Oreichthys
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Die Indische Hochflossenbarbe (Oreichthys crenuchoides) erreicht ca. 3,5-4,5 cm SL und ist eine zierliche Barbenart der Familie Cyprinidae mit einem hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körperbau. Der Körper ist blassrosa bis perlmuttfarben, überzogen mit feinen, dunklen Halbmond-Rändern an den Schuppen. Markant ist ein großer, dunkler Fleck an der Schwanzwurzel. Das markanteste Merkmal ist die stark verlängerte, segelartige Rückenflosse der Männchen mit gelb-schwarzer Musterung. Im Aquarium zeigt die Art ein ruhiges, koordiniertes Schwimmverhalten in kleinen bis mittelgroßen Gruppen. O. crenuchoides hält sich bevorzugt im unteren Bereich des Aquariums auf, wo die Tiere mit feinen Sinnesborsten am Unterkiefer den Bodengrund nach Nahrung absuchen. Männchen imponieren durch das Aufstellen der segelartigen Rückenflosse, was zu harmlosen Schaukämpfen führt.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Stark verlängerte, segelartige Rückenflosse bei Männchen mit gelb-schwarzer Musterung
  • Feine Sinnesborsten am Unterkiefer zum Absuchen von feinem Substrat
  • Weibchen laichen in umgekehrter Bauch-oben-Position an der Unterseite von Blättern
  • Saisonale Fortpflanzung in der Natur, im Aquarium oft kontinuierliche Laichbereitschaft
  • Bildet klare soziale Hierarchien innerhalb des Schwarms
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
  • Verträgt sich gut mit Schnecken; Junggarnelen geschützt halten

Vergesellschaftungshinweise

O. crenuchoides ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 Tieren gehalten werden. In Gruppen bilden sich klar erkennbare Hierarchien mit kurzen Imponier- und Vermeidungsverhalten, aber selten ernsthaften Kämpfen. Während der Fortpflanzungszeit steigt das Imponierverhalten der Männchen. Die Art ist ein scheuer Fresser und kann gegenüber gierigen oder sehr schnellen Futtersuchern benachteiligt sein. Schnecken werden nicht behelligt. Bei Garnelen: sehr kleine Jungtiere sind gefährdet, adulte Neocaridina und Amano werden meist toleriert. Geeignete Partner: friedliche, ähnlich große südasiatische Schwarmfische und kleine Barbenarten mit ruhigem Verhalten. Aggressive oder sehr schnelle Arten meiden.

Geschlechtsdimorphismus

Gut unterscheidbar. Männchen entwickeln eine stark verlängerte, segelartige Rückenflosse mit gelb-schwarzer Musterung und wirken insgesamt etwas größer. Weibchen sind kompakter mit rundlicherer Bauchpartie, besonders wenn laichbereit. Die Rückenflosse der Weibchen ist kürzer, zeigt aber ebenfalls eine gelb-schwarze Musterung, wenn auch weniger ausgeprägt.
Größe: ca. 3,5-4,5 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: 23-28 °C, pH 6,0-7,5, GH 2-10 dGH. Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) für eine Gruppe von 8+ Tieren. Für ein stabileres Sozialgefüge ist ein 80-cm-Becken (ca. 112 Liter) empfehlenswert. Feiner Sand oder sehr feiner Kies als Substrat (Sinnesborsten!). Verstecke aus Zweigen, Totholz und Ufervegetation. Breitblättrige Pflanzen (Anubias, Cryptocoryne) sowie Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht und als potenzielle Laichsubstrate. Geringe bis mäßige Strömung, da die Art langsam fließende Bedingungen bevorzugt. Gute Filterung ohne starke Strömung. Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen. Fütterung: abwechslungsreich mit Lebend- und Frostfutter (Daphnien, Artemia, Cyclops, Mikrowürmer). Hochwertiges Trockenfutter als Ergänzung. Dosierung beachten, da scheuer Fresser.
Wasserhärte:
weich, weich bis mittelhart
pH-Wert
6-7,5
Temperatur:
23-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Schwierigkeit: mittel. Gut dokumentierte Zuchtberichte liegen vor. Zuchtwasserwerte: 24-25 °C, pH 6-7, GH max. 5 dGH. Besonderheit: Weibchen legen ihre Eier auf der Unterseite von breitblättrigen Pflanzen ab und schwimmen dabei in umgekehrter Bauch-oben-Position. Dieses Verhalten unterscheidet O. crenuchoides von vielen anderen Barbenarten. Die Paarungsbereitschaft lässt sich durch einen Temperatur-Trigger aktivieren: kühlerer Wasserwechsel auf ca. 18-20 °C, gefolgt von Rückführung auf 23-24 °C. Intensive Konditionierung mit Lebendfutter (Daphnien, Artemia, schwarze Mückenlarven). Das Laichen erfolgt häufig in der Dämmerung. Bis zu 50 Eier pro Ansatz möglich. Inkubation bei 24 °C ca. 72-96 Stunden. Erstfutter: Infusorien, Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien. Geschlechtsreife bei ca. 6 Monaten.

Ernährung/Futterbedarf

Fleischbetonter Allesfresser mit klarer Präferenz für tierische Nahrung. Im Aquarium: Daphnien, Artemia, Cyclops, Mikrowürmer als Hauptfutter. Hochwertiges Trockenfutter (Flocken, Granulat) als Ergänzung. Scheuer Fresser, daher Futter so dosieren, dass schnellere Beifische nicht alles aufnehmen. Für die Zucht: opulente Konditionierung mit Lebendfutter. Jungfische: Infusorien, dann Artemia-Nauplien. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 4 Jahre (nicht gesichert)

Natürlicher Lebensraum

O. crenuchoides stammt aus Indien: Westbengalen, Jorai River, Ghoti Ganga River (Buxa Tiger Reserve) und Einzugsgebiet des Brahmaputra. Klare Gewässer mit langsamer Strömung, offene Landschaft mit Ufervegetation. Feines Substrat (Sand, feiner Kies), Totholz und Blattstreu. Überhängende Pflanzen bieten Schatten und Schutz. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren.

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