Pelvicachromis subocellatus
Beschreibung
Der Rotviolette Prachtbarsch (Pelvicachromis subocellatus) ist ein kompakt gebauter Zwergbuntbarsch aus Westafrika. Männchen erreichen etwa 8 cm Standardlänge und zeigen einen gelblich gefärbten Kopf, einen überwiegend braunen Körper und einen roten Rand an der Rückenflosse. Weibchen sind kleiner und gedrungener; während der Brutzeit entwickeln sie einen intensiv pink- bis rotvioletten Bauch mit schwarzen Flankenflecken an jeder Seite und eine stark reflektierende Rückenflosse.
Im Aquarium zeigt Pelvicachromis subocellatus ein ruhiges Grundverhalten und bewegt sich überwiegend in der mittleren bis unteren Schwimmzone. Die Art ist eher zurückhaltend und vermeidet offene Konfrontationen. In der Paarbindung verändert sich das Verhalten deutlich: Die Tiere bilden feste Paare, verteidigen Höhlen und Brutareale energisch. Es existieren mindestens zwei bekannte Farbmorphen (Matadi und Moanda), die zur Erhaltung der Linienreinheit nicht miteinander verkreuzt werden sollten.
Besonderheiten
- Höhlenbrüter mit biparentaler Brutpflege
- Starke Paarbindung; Paare bleiben häufig zusammen
- Intensiv pink-roter Bauch mit schwarzen Flankenflecken bei Weibchen in der Laichzeit
- Reflektierende Rückenflosse bei Weibchen während der Brutzeit
- Farbmorphen: Matadi und Moanda; nicht untereinander kreuzen
- Toleriert leicht brackiges Wasser
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Pelvicachromis subocellatus wird paarweise gehalten. In einer Paarhaltung entwickelt sich eine stabile Paarbindung mit typischem Brutverhalten. Das Temperament ist außerhalb der Fortpflanzungszeit friedlich und zurückhaltend. Während der Brutzeit werden Paare territorial und aggressiv bei der Verteidigung der Bruthöhle.
Junggarnelen werden häufig als Beute betrachtet. Adulte Garnelen können gelegentlich verschont bleiben, sind aber nicht gesichert sicher. Schnecken werden in der Regel unbehelligt gelassen.
Geeignete Beifische sind westafrikanische Arten: Pelvicachromis-Arten, Phenacogrammus-Salmler, friedliche afrikanische Salmler und Synodontis-Arten. In der Praxis werden auch kleine Salmler und Panzerwelse als Mitbewohner gehalten. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und schlanker mit einer maximalen Standardlänge von etwa 8 cm und spitz zulaufenden unpaarigen Flossenrändern. Weibchen bleiben kleiner und gedrungener. Während der Brutzeit entwickeln Weibchen einen intensiv pink-roten bis violetten Bauch mit schwarzen Flankenflecken und eine stark reflektierende Rückenflosse.
Haltungstipps / Pflege
Pelvicachromis subocellatus benötigt Wasser mit 22-26 °C, pH 5,5-7,5 und GH 5-20 °dGH. Das Becken sollte mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter fassen.
Die Einrichtung sollte zahlreiche Versteckmöglichkeiten und Höhlen bieten: Wurzeln, Totholz, flache Steinhöhlen sowie dichte Bepflanzung. Feiner Sand oder feiner Kies als Substrat ist geeignet, da die Art gerne bodennah aktiv ist. Die Strömung sollte langsam bis mäßig sein.
Eine kurzzeitige Absenkung der Temperatur auf etwa 22 °C kann natürliches Verhalten fördern und die Laichbereitschaft unterstützen. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel unterstützen die Wasserqualität.
Zucht und Fortpflanzung
Pelvicachromis subocellatus ist ein Höhlenbrüter mit biparentaler Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 24-26 °C, pH 5,5-6,5, GH maximal 5 °dGH. Simulation der Regenzeit durch großzügige Wasserwechsel mit weicherem, leicht saurem Wasser löst die Laichbereitschaft aus. In Gefangenschaft aufgewachsene Paare laichen vergleichsweise leicht; wildgefangene Exemplare können zurückhaltender sein.
Die Gelegegröße beträgt bis zu ca. 200 Eier. Die Eier schlüpfen nach 2-3 Tagen; die Jungfische sind nach weiteren 7-8 Tagen freischwimmend. Beide Eltern führen die Jungfische aktiv. Als Erstfutter eignen sich Mikrowürmchen, Artemia-Nauplien und feines Staubfutter.
Bei vorhandenen Farbmorphen (Matadi, Moanda) sollte auf Linientreue bei der Zucht geachtet werden.
Ernährung/Futterbedarf
Pelvicachromis subocellatus ist ein Allesfresser, bei dem lebende und gefrostete Futterarten den Hauptteil der Ernährung ausmachen sollten. Als Grundfutter eignen sich hochwertige Flocken oder Granulate, ergänzt durch regelmäßige Gaben von Artemia, Mückenlarven und Daphnien. Pflanzliche Kost wie Spirulina kann ergänzend gefüttert werden. Für die Zucht ist gezielte Konditionierung mit proteinreichem Lebend- und Frostfutter wichtig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pelvicachromis subocellatus stammt aus Westafrika und kommt von Libreville in Gabun bis zum unteren Kongo im Bereich Moanda in der Demokratischen Republik Kongo vor. In der Natur bewohnt die Art flache Uferzonen mit vielen Versteckmöglichkeiten, die durch Wurzeln, Totholz, Steine und dichte Ufervegetation geprägt sind. Der Bodengrund besteht aus Sand oder feinem Kies, die Strömung ist allgemein langsam. Einige Habitate enthalten leicht brackiges Wasser.
wühlt gelegentlich und auch fast nur da, wo die Tiere laichen wollen, das setzt aber feinen Kies oder Sand vorraus