Rasbora dorsiocellata
Beschreibung
Der Augenfleckbärbling ist ein zierlicher, kompakt gebauter Schwarmfisch mit silbrig-grünlich bis goldgelbem Körper. Sein namensgebendes Merkmal ist ein deutlicher schwarzer Augenfleck auf der Rückenflosse (daher der wissenschaftliche Name „dorsiocellata“ = Rücken-Augenfleck). Zusätzlich fällt ein leuchtend smaragdgrüner Reflex im oberen Irisbereich auf, der ihm im Englischen den Namen „Emerald Eye Rasbora“ eingebracht hat. In dicht gepflegten Schwärmen treten intensive goldene Farbtöne hervor, die in dunkler, pflanzenreicher Beckeneinrichtung besonders zur Geltung kommen. Die Tiere zeigen eine aktive Schwarmdynamik im mittleren und oberen Wasserbereich.
Besonderheiten
- Namensgebender schwarzer Augenfleck auf der Rückenflosse (dorsiocellata = Rücken-Augenfleck)
- Leuchtend smaragdgrüner Irisreflex, englischer Name „Emerald Eye Rasbora“
- Bewohnt Schwarzwasserflüsse und Torfsümpfe in Südostasien mit tanninhaltigen, teefarbenen Gewässern
- Dauerlaicher, der bei passenden Bedingungen regelmäßig kleine Gelege über Moospolstern absetzt
- Mikro-Raubfisch, erbeutet in der Natur kleine Insekten, Würmer und Krebstierchen
Vergesellschaftungshinweise
Gesellig, schwarmbildend, Friedlich, lebhaft. Haltung: Gruppenhaltung ab 10 Tieren. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Gut kompatibel. Der Augenfleckbärbling ist gut vergesellschaftbar mit ruhigen, kleinen Beifischen und geeigneten Wirbellosen. Empfohlen werden andere kleine Bärblinge und Rasboren, Zwergpanzerwelse (Corydoras pygmaeus, C. habrosus), kleine friedliche Labyrinthfische sowie Zwerggarnelen wie Neocaridina und Caridina. Größere, hektische oder räuberische Arten sollten vermieden werden, da sie den Schwarm stressen. Bei dichter Bepflanzung und reichlich Versteckmöglichkeiten sind adulte Garnelen und Schnecken sicher.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker mit gerader Bauchlinie und zeigen zur Balzzeit teils rötlichere Färbung an der Schwanzflosse. Weibchen sind fülliger mit rundlicherer Bauchpartie, besonders während der Laichzeit gut erkennbar. Die Flossen der Weibchen bleiben eher farblos bis gelblich.
Haltungstipps / Pflege
Der Augenfleckbärbling sollte in dicht bepflanzten Aquarien mit freien Schwimmbahnen und sanfter Filterströmung gehalten werden. Die Wasserwerte liegen bei Temperatur 20-25 °C, pH 5,5-7,0, GH 2-10 °dGH. Weiches, leicht saures Wasser wird bevorzugt. Dunkler Sandgrund, Moospolster, Schwimmpflanzen, Laubzonen (Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen) und Wurzeln unterstützen das natürliche Verhalten und die Farbwirkung. Die Art stammt aus Schwarzwasserbiotopen und fühlt sich bei gedämpftem Licht am wohlsten. Regelmäßige Wasserwechsel und ein biologisch stabiler Filter sorgen für gesunde Bedingungen. Da der Augenfleckbärbling Nahrung bevorzugt im mittleren Wasserbereich und an der Oberfläche aufnimmt, sollte das Futter entsprechend angeboten werden.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Eierlegend (Freilaicher)
Zuchtschwierigkeit: Mittelschwer
Der Augenfleckbärbling ist ein Dauerlaicher, der bei passenden Bedingungen regelmäßig kleine Gelege über feinblättrigen Pflanzen oder Moospolstern absetzt. Die Eltern betreiben keine Brutpflege und fressen die Eier, weshalb ein Laichrost oder dichtes Javamoos empfohlen wird. Zuchtwasser: pH 5,0-6,0, GH bis 5 °dGH, 24-26 °C. Ein leichter Wasserwechsel mit etwas kühlerem, weichem Wasser kann das Ablaichen anregen. Eltern nach dem Ablaichen entfernen. Die Eier schlüpfen nach 18-48 Stunden, die Larven schwimmen nach weiteren 24-48 Stunden frei. Erstfutter: Infusorien (Pantoffeltierchen), dann Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
Der Augenfleckbärbling ist ein Mikro-Raubfisch, der in der Natur kleine Insekten, Würmer und Krebstierchen erbeutet. Im Aquarium eignen sich hochwertiges Flocken- und feines Granulatfutter als Basis, ergänzt durch regelmäßige Gaben von lebendem oder tiefgekühltem Futter wie Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien und Mikrowürmern. Das Futter sollte an der Oberfläche oder im Mittelwasser angeboten werden. Mehrmalige kleine Fütterungen am Tag sorgen dafür, dass alle Schwarmmitglieder ausreichend Nahrung aufnehmen.
Natürlicher Lebensraum
Brevibora dorsiocellata bewohnt überwiegend Schwarzwasserflüsse und Torfsümpfe in Südostasien. Diese Biotope sind teefarben und tanninhaltig, stark beschattet und von Falllaub, Wurzelwerk und langsamer Strömung geprägt. Der Boden besteht aus Sand und Humus mit reichlich zersetzendem Pflanzenmaterial. Die Art hält sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich und nahe der Oberfläche auf, wo sie in beschatteten Bereichen umherzieht.