Satanoperca jurupari

Deutscher Name: Teufelsangel

Foto: Aquarium Glaser - Frank Schäfer
Herkunft:
Südamerika
Farben:
braun
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Satanoperca jurupari
Gattung: Satanoperca
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Die Teufelsangel (Satanoperca jurupari) ist ein schlanker südamerikanischer Buntbarsch aus der Unterfamilie Geophaginae mit einer Gesamtlänge von bis zu 25 cm. Die Grundfärbung ist gelblich bis blassgrün mit feiner irisdeszierender Schuppenzeichnung. Ein dunkles horizontales Längsband zieht vom Kiemendeckel bis zum Schwanzstiel. Das Gesicht zeigt dunkelbraune bis rötliche Streifen. Im Aquarium zeigt die Art ruhiges, bodenorientiertes Erdfresserverhalten: Sand wird aufgenommen, Nahrung durch die Kiemen gefiltert und das Material ausgestoßen. Außerhalb der Fortpflanzungszeit überraschend friedlich für einen großen Buntbarsch. S. jurupari ist ein maternaler Maulbrüter – das Weibchen inkubiert die Eier allein im Maul. Das Männchen ist polygam.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Erdfresser – nimmt Sandsubstrat auf und filtert Nahrung durch die Kiemen
  • Maternaler Maulbrüter – Weibchen inkubiert Eier allein im Maul
  • Polygames Männchen – stellt nach Eiablage die Fürsorge ein
  • Feiner Sand als Substrat ist Pflicht
  • Geschlechtsreife erst nach ca. 2 Jahren
  • Taxonomie: Populationen aus Tocantins, Xingu und Tapajos möglicherweise eigenständige Arten

Vergesellschaftungshinweise

Satanoperca jurupari ist eine gesellige Art, die in Gruppen ab 5–6 Tieren gehalten wird. Ruhig bis mäßig aktiv, zeigt soziale Strukturen und Rangordnungen. Während der Fortpflanzungszeit territorialer, sonst überraschend friedlich. Garnelen: Ungeeignet. Schnecken: Meist toleriert. Zur Vergesellschaftung eignen sich friedliche südamerikanische Arten mit Weichwasserbedarf: Salmler (Rote Neons, Altum-Skalare), Panzerwelse, kleinere geophagine Cichliden. Ostafrikanische Hartwasserarten ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden größer und kräftiger, zeigen ausgeprägtere Rücken- und Schwanzflossenspitzen sowie intensivere Färbung bei der Balz. Weibchen kompakter und farblich matter, während Maulbrut an gefülltem Kehlbereich erkennbar. Sichere Bestimmung erst bei geschlechtsreifen Tieren (ab ca. 2 Jahren).
Größe: bis 25 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Satanoperca jurupari benötigt ein Becken ab 210 cm Kantenlänge (ca. 750 Liter) mit Temperaturen von 24–28 °C, einem pH-Wert von 5,5–7,5 und einer Gesamthärte von 1–10 °dGH. Feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht. Wurzelholz, Laubmulm und flache Steine als Strukturierung. Robuste Pflanzen in Töpfen (Anubias, Microsorum). Laubstreu (Seemandelbaumblätter, Buchenlaub) empfohlen. Leistungsfähige Filterung mit 4–5-fachem Beckenumsatz. Moderate bis schwache Strömung. Wöchentliche Wasserwechsel 25–30 %. Gedämpfte Beleuchtung bevorzugt.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,5-7,5
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 210 cm, 750 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Satanoperca jurupari ist ein maternaler Maulbrüter. Das Weibchen sammelt die befruchteten Eier sofort ins Maul und inkubiert sie ca. 10 Tage bei 28 °C. Das Männchen ist polygam und verlässt das Weibchen nach der Befruchtung. Zucht anspruchsvoll, aber gut dokumentiert. Separates Zuchtbecken empfohlen. Zuchttemperatur 27–28 °C, pH 6,0–6,5.

Ernährung/Futterbedarf

Satanoperca jurupari ist ein Allesfresser mit starker Neigung zu benthischer Kost. Lebendfutter: Artemia, Enchytraeen, Daphnien. Frostfutter: Mückenlarven, Cyclops. Sinkende Pellets und Granulate. Spirulina-Tabletten als Ergänzung. Mehrmals täglich in kleinen Portionen, sinkendes Futter bevorzugen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5–8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Satanoperca jurupari kommt im Amazonasbecken vor – von Peru, Ecuador und Kolumbien ostwärts bis zur Amazonasmündung in Brasilien, außerdem in Bolivien und Französisch-Guayana. Bevorzugt ruhige Seitenarme, Überschwemmungsgebiete und langsam fließende Abschnitte mit sandigem bis schlammigem Untergrund.

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