Synodontis cf. nigrita
Beschreibung
Synodontis cf. nigrita gehört zu den Fiederbartwelsen (Mochokidae) und ist ein kräftig gebauter, bodenbewohnender Wels aus Westafrika, der 18-22 cm erreicht. Die Bezeichnung „cf.“ (lat. confer = vergleiche) weist darauf hin, dass die genaue Artzugehörigkeit nicht zweifelsfrei geklärt ist. Die Grundfärbung reicht von dunkelbraun bis nahezu schwarz, Körper und Flossen sind mit kleinen schwarzen Punkten übersät, was der Art im Englischen den Namen „Lace Catfish“ eingebracht hat. Wie alle Synodontis besitzt auch diese Art drei Paar Barteln, darunter die namensgebenden verzweigten (gefiederten) Mandibularbarteln.
Wichtiger Hinweis: Synodontis besitzen kräftige, scharfe und leicht giftige Stacheln an Rücken- und Brustflossen. Bei Stress oder Hantierung werden diese Stacheln aufgespreizt und arretiert. Ein Stich ist schmerzhaft und kann Schwellungen und Rötungen auslösen. Beim Umsetzen niemals mit bloßen Händen greifen, sondern ein feinmaschiges, weiches Netz verwenden.
Besonderheiten
- Giftige Stacheln an Rücken- und Brustflossen – beim Hantieren vorsichtig sein
- Nachtaktiv – Fütterung am Abend empfohlen
- Verzweigte (gefiederte) Mandibularbarteln – Gattungsmerkmal
- Seltene kopfüber ruhende Haltung beobachtet
- Potamodromes Wanderverhalten in der Natur (Regenzeit)
- Feiner Sand als Bodengrund zum Schutz der Barteln empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Gruppenbildend, mit zunehmendem Alter teils revierbildend, ruhig, nachtaktiv. Haltung: Gruppe ab 3 Tieren (empfohlen: 4-5 Tiere). Verträglichkeit mit Wirbellosen: frisst kleine Wirbellose (Garnelen, Schnecken-Nachwuchs).
Synodontis cf. nigrita lässt sich gut mit robusten, nicht zu kleinen Beifischen vergesellschaften. Geeignet sind westafrikanische Buntbarsche mittlerer Größe, größere Salmler (z.B. Kongosalmler), Elefantenrüsselfische (Mormyridae) und andere friedliche Arten ab etwa 6 cm Größe. Sehr kleine Fische und Garnelen (insbesondere Neocaridina) werden als Beute betrachtet. Gegenüber anderen bodenbewohnenden Welsen können ältere Synodontis territorial reagieren.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind im Vergleich zu Männchen fülliger und runder, besonders deutlich zur Laichzeit. Männchen bleiben schlanker und besitzen eine leicht gerippte, spitz zulaufende Genitalpapille, während die Papille bei Weibchen rundlicher geformt ist. Die Geschlechtsreife wird erst nach etwa zwei Jahren erreicht; bei jungen Tieren ist eine sichere Unterscheidung kaum möglich.
Haltungstipps / Pflege
Synodontis cf. nigrita ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in Höhlen, zwischen Wurzeln oder unter flachen Steinaufbauten. Wasserwerte: 21-26 °C, pH 6,0-7,5, GH 4-15 °dGH. Das Becken sollte reich strukturiert sein: zahlreiche Verstecke aus Wurzelholz, Steinhöhlen und Röhren sind unverzichtbar. Bei Gruppenhaltung muss jedes Tier ein eigenes Rückzugsversteck vorfinden. Als Bodengrund eignet sich feiner, abgerundeter Sand, um die empfindlichen Barteln zu schonen. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein oder durch Schwimmpflanzen abgeschattet werden. Eine gute Filterung mit moderater Strömung sowie ausreichende Sauerstoffversorgung sind wichtig. Die Fütterung sollte bevorzugt am späten Abend nach dem Ausschalten der Hauptbeleuchtung erfolgen.
Synodontis verhaken sich häufig in grobmaschigen Netzen – beim Fangen nur feinmaschige, weiche Netze verwenden.
Zucht und Fortpflanzung
Die Nachzucht von Synodontis cf. nigrita im Aquarium ist kaum dokumentiert und gilt als sehr anspruchsvoll. In der Natur sind die Tiere Freilaicher, die paarweise ablaichen und keine Brutpflege betreiben. Im Handel angebotene Nachzuchten stammen überwiegend aus Hormonbehandlung. Wer einen Zuchtversuch unternehmen möchte, sollte die Regenzeit simulieren: zunächst großzügige, etwas kühlere Wasserwechsel durchführen, reichlich Lebendfutter anbieten und anschließend die Temperatur langsam auf 27-28 °C anheben, bei einem pH von 6,5-7,0 und weichem Wasser (GH bis 10 °dGH). Die Aufzucht der Jungfische erfordert feinstes Staubfutter und penible Wasserqualität.
Ernährung/Futterbedarf
Synodontis cf. nigrita ist omnivor mit Tendenz zu tierischer Kost. Im Aquarium werden sinkende Futtertabletten, Wels-Wafers und Granulat gern angenommen. Als Ergänzung eignen sich Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Tubifex. Pflanzliche Nahrung in Form von Gurkenscheiben, Zucchinischeiben, überbrühten Erbsen oder Spirulina-Tabs wird ebenfalls akzeptiert. Die Tiere nutzen ihre Mandibularbarteln zum Durchsuchen des Bodengrundes. Maßvolle Portionen, um Verfettung zu vermeiden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Synodontis cf. nigrita stammt aus Westafrika und bewohnt dort ein weites Verbreitungsgebiet von Senegal über Gambia, das Volta- und Niger-Becken bis zum Tschadsee und dem Nil-Einzugsgebiet. Die Art bevorzugt ruhige Seitenwässer, Tümpel und Teiche neben größeren Flusssystemen und ist typischerweise nicht in der Hauptströmung der Flüsse zu finden. Der Boden besteht aus Sand oder Schlamm mit reichlich Totholz und überfluteter Vegetation. Während der Regenzeit wandern die Tiere in überschwemmte Uferbereiche zum Laichen (potamodrom).