Synodontis nigriventris

Deutscher Name: Rückenschwimmender Kongowels

Herkunft:
Kongo
Farben:
braun, schwarz
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Synodontis nigriventris
Gattung: Synodontis
Familie: Mochokidae

Beschreibung

Der Rückenschwimmende Kongowels (Synodontis nigriventris) erreicht etwa 10 cm Gesamtlänge und ist einer der bekanntesten Vertreter der Familie Mochokidae. Sein Alleinstellungsmerkmal unter allen Aquarienfischen ist das dauerhafte Schwimmen in Rückenlage: Bis zu 90 % seiner Zeit verbringt er in dieser umgekehrten Position. Diese Verhaltensweise ist keine Krankheit, sondern eine evolutionäre Anpassung an die Nahrungsaufnahme von der Wasseroberfläche. Die Konterschattierung ist bei dieser Art invertiert: Der Bauch ist dunkler als der Rücken. Von unten betrachtet verschmilzt der dunkle Bauch mit dem hellen Himmel, von oben gleicht der helle Rücken dem hellen Untergrund. Die Grundfärbung ist olivbraun bis graubraun mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Wie alle Synodontis besitzt er drei Paar gefiederte Barteln und kräftige, aufstellbare Flossenstacheln an Rücken- und Brustflossen. Die Art stammt aus dem Kongobecken in Zentralafrika und ist dämmerungs- und nachtaktiv. In gut eingerichteten Becken mit Schwimmpflanzen und Verstecken zeigen sich die Tiere auch tagsüber regelmäßig.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Dauerhaftes Schwimmen in Rückenlage als Alleinstellungsmerkmal unter Aquarienfischen
  • Invertierte Konterschattierung: dunkler Bauch, heller Rücken
  • Jungtiere schwimmen zunächst aufrecht, Wechsel zur Rückenlage nach 7-8 Wochen
  • Frisst von der Wasseroberfläche in Rückenlage, nimmt auch schwimmendes Futter
  • Schwarmfisch: mindestens 5 Tiere für artgerechte Haltung
  • Stridulation: erzeugt Knackgeräusche mit den Flossenstacheln
  • Giftige Flossenstacheln: beim Fang Behälter statt Kescher verwenden
  • Langlebig: bis zu 17 Jahre bei guter Pflege

Vergesellschaftungshinweise

Synodontis nigriventris ist einer der friedlichsten Welse und ein geselliger Schwarmfisch. In Gruppen von mindestens fünf Tieren werden die Tiere deutlich aktiver und sichtbarer. Einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehaltene Exemplare bleiben dauerhaft scheu und verstecken sich. Die Art kommuniziert durch Knackgeräusche (Stridulation der Flossenstacheln), was normales Sozialverhalten darstellt. Geeignete Mitbewohner sind afrikanische Salmler wie Phenacogrammus interruptus und Arnoldiichthys spilopterus, westafrikanische Zwergbuntbarsche wie Pelvicachromis pulcher und Nanochromis, kleine Mormyriden sowie andere friedliche Bodenbewohner ähnlicher Größe. Nicht geeignet sind Riftseebuntbarsche (völlig andere Wasserwerte), aggressive Großfische und räuberische Arten, die kleine Welse als Beute betrachten könnten.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen werden zur Laichzeit deutlich rundlicher und fülliger. Sie sind etwas größer als die schlankeren, dunkleren Männchen. Außerhalb der Laichzeit ist die Unterscheidung schwierig.
Größe: ca. 10 cm (TL)

Haltungstipps / Pflege

Synodontis nigriventris benötigt 24-28 °C, einen pH-Wert von 6,0-7,5 und eine Gesamthärte von 5-19 °dGH. Weiches bis mittelhartes Wasser (5-12 °dGH) wird für eine artgerechte Haltung empfohlen. Diese Art hat nichts mit den ostafrikanischen Riftseebewohnern gemein und benötigt kein hartes, alkalisches Wasser. Für eine Gruppe von mindestens fünf Tieren sind 80 cm Kantenlänge und 112 Liter erforderlich. Das Becken sollte gedämpft beleuchtet sein, da helles Dauerlicht die scheuen Welse dauerhaft in Verstecke treibt. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht natürlich und werden als Ruheplatz an der Oberfläche genutzt. Großblättrige Pflanzen wie Anubias und Echinodorus, dazu Treibholz, Wurzeln, Tonröhren und Kokosnussschalen bieten Verstecke. Feiner Sand als Bodengrund schützt die empfindlichen Barteln. Die Strömung sollte moderat sein. Beim Fang ist Vorsicht geboten: Die aufstellbaren Flossenstacheln verhaken sich leicht in Keschern und können Verletzungen verursachen. Immer mit einem Behälter umsetzen.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-7,5
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Nachzucht im Aquarium ist möglich, aber selten und anspruchsvoll. Synodontis nigriventris laicht an dunklen, geschützten Stellen wie Höhlen oder unter Wurzeln. Pro Gelege werden bis zu 450 Eier abgelegt. Die Larven schlüpfen nach etwa einer Woche. Die Jungfische schwimmen zunächst aufrecht; der Wechsel zur typischen Rückenlage erfolgt nach 7-8 Wochen. Erstfutter sind Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Leichte Wasserwechsel mit etwas kühlerem Wasser und eine Simulation der Regenzeit können die Laichbereitschaft fördern. Detaillierte Zuchtprotokolle sind in der Literatur selten.

Ernährung/Futterbedarf

Synodontis nigriventris ist ein unkomplizierter Allesfresser. Sinkendes Granulat und Welstabletten bilden die Basis. Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia, Daphnien und Tubifex sind wichtige Ergänzungen. Pflanzliche Beikost wie Zucchini, Erbsen und Gurke rundet die Ernährung ab. Eine Besonderheit: Da die Tiere in Rückenlage fressen, nehmen sie gerne Flockenfutter oder schwimmendes Futter direkt von der Wasseroberfläche auf. Die Fütterung sollte abends erfolgen, da die Art dämmerungs- und nachtaktiv ist. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
bis 17 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Synodontis nigriventris stammt aus dem zentralafrikanischen Kongobecken. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun. Die Art bewohnt ruhige, dicht bewachsene Uferzonen von Flüssen und Sümpfen des Kongo-Regenwaldes, darunter der Pool Malebo, das Kasai-Einzugsgebiet und das Ubangi-System. Das Wasser ist dort typischerweise weich, leicht sauer bis neutral und enthält viel organisches Material wie Laub und Treibholz.

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Buntbarsche
Welse
Mastiglanis asopos
Buntbarsche
Gebänderter Diamantbarsch
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Newsletter

Was beschäftigt die Aquaristik-Community? Der my-fish-Newsletter informiert dich über spannende Inhalte aus der Unterwasserwelt.

my-fish Podcast

Wir haben bei Zierfischgroßhändlern, Aquascapern, Züchtern und Liebhabern nachgefragt:

my-fish TV

Wir haben Ende 2018 dieses neue Format gestartet und werden in Zukunft auf diesem Kanal alles abdecken…

Auf my-fish.org Anmelden
Sicherheitsabfrage: Bitte geben Sie die korrekte Nummer für die Anmeldung ein.
Beweisen Sie, das Sie ein Mensch sind: 10   +   6   =  
my-fish logo 2021
0
Lass uns doch ein Kommentar da!x