Synodontis polli
Beschreibung
Polls Fleckenwels (Synodontis polli) erreicht eine Endgröße von etwa 15 cm und ist damit ein mittelgroßer Vertreter der Gattung. Die Art ist endemisch im Tanganjikasee und gehört zu den wenigen Synodontis-Arten, die ausschließlich in diesem ostafrikanischen Grabenbruchsee vorkommen. Die olivbraune bis gelblichbraune Grundfärbung wird durch große, unregelmäßige dunkle Flecken ergänzt – deutlich größer und weniger zahlreich als bei der ähnlichen Art S. petricola. Die Flossen sind dunkel gefärbt mit hellen, weißlichen Säumen.
Synodontis polli ist ein besonders tiefwasserbewohnender Wels, der im Freiland in Tiefen von 30–125 Metern über schlammigem Untergrund lebt. Im Aquarium bevorzugt die Art daher gedämpftes Licht und sucht tagsüber Höhlen und Überhänge auf. Die Aktivität beginnt erst in der Dämmerung.
Ein wichtiger Hinweis: Synodontis polli ist kein Brutparasit. Nur S. multipunctatus und S. grandiops sind bekannte Kuckuckswelse – S. polli laicht als klassischer Freilaicher.
Besonderheiten
- Endemisch im Tanganjikasee – benötigt hartes, alkalisches Wasser
- Tiefwasserart (30–125 m im Freiland) – gedämpftes Licht Pflicht
- Kein Brutparasit (nur S. multipunctatus und S. grandiops sind Kuckuckswelse)
- Fleischbetonter Omnivor – verweigert pflanzliche Kost weitgehend
- Geselliger als die meisten Synodontis-Arten
- Nachtaktiv – tagsüber in Höhlen verborgen
Vergesellschaftungshinweise
Synodontis polli ist nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in Höhlen oder unter Überhängen. In der Eingewöhnungsphase zeigen Gruppen Rangkämpfe, die sich nach der Hierarchieetablierung beruhigen. Die Art gilt als geselliger als die meisten anderen Synodontis und sollte in Gruppen von 3–5 Tieren gehalten werden.
Geeignete Mitbewohner sind gleichgroße Tanganjikasee-Cichliden: Julidochromis, Altolamprologus, Tropheus, Cyphotilapia und andere Riftseewelse. Größere Regenbogenfische und Lebendgebärende, die hartes Wasser vertragen, sind ebenfalls möglich.
Ungeeignet sind südamerikanische Weichwasserarten (Corydoras, Apistogramma, Tetras) – die Wasserchemie schließt sich gegenseitig aus. Kleine Fische können als Beute betrachtet werden.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind im reifen Zustand am Bauch deutlich rundlicher als Männchen. Die Bestimmung über die Genitalpapille ist bei dieser vergleichsweise kleinen Art schwieriger als bei größeren Synodontis.
Haltungstipps / Pflege
Synodontis polli benötigt ein Becken ab 200 Litern (mindestens 120 cm Kantenlänge) für eine Gruppe von 3–5 Tieren. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder glattem Kies bestehen. Reichlich Felsaufbauten mit Höhlen und Überhängen sind Pflicht – die Art stammt aus Tiefwasserzonen und braucht zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten.
Die Wassertemperatur liegt bei 23–28 °C, der pH-Wert bei 7,5–9,0 (optimal 8,0–8,5) und die Gesamthärte bei 15–30 °dGH. Weiche oder saure Becken sind absolut ungeeignet. Wasserwechsel (25–30 % wöchentlich) sollten mit aufgehärtetem Wasser erfolgen. Die Beleuchtung sollte gedämmt bis mittel sein.
Die Haltung wird als mittelschwer eingestuft. Wer bereits Erfahrung mit Tanganjikasee-Becken hat, wird S. polli als unkompliziert empfinden.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht von Synodontis polli im Aquarium ist sehr selten gelungen. Im Freiland zeigt die Art eine deutliche Paarbildung während der Fortpflanzungszeit, was unter Freilaichern ungewöhnlich ist. S. polli laicht als Eierstreuer – Brutpflege findet nicht statt.
Über Gelegegröße, Inkubationsdauer und Larvenpflege im Aquarium liegen keine gesicherten Angaben vor.
Ernährung/Futterbedarf
Synodontis polli ist ein fleischbetonter Omnivor. Im Gegensatz zu den meisten anderen Synodontis-Arten verweigert S. polli pflanzliche Kost weitgehend. Hauptfutter sind Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Copepoden, Krill), Lebendfutter (Wasserflöhe, Mückenlarven) und sinkende Katzenwels-Pellets. Gelegentlich können Garnelen und Muschelfleisch angeboten werden.
Rein pflanzliche Kost (Spirulina, Gemüse) wird in der Regel abgelehnt.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Synodontis polli ist endemisch im Tanganjikasee und wurde in Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Tansania und Sambia nachgewiesen. Die Art lebt in tieferen Schichten des Sees (30–125 Meter) über schlammigem Untergrund. Der Tanganjikasee ist für sein mineralstoffreiches, hartes und alkalisches Wasser bekannt – pH 8,0–9,0, GH 10–18 °dGH.