Trigonostigma hengeli
Beschreibung
Hengels Keilfleckbärbling (Trigonostigma hengeli) ist mit maximal 3 cm Standardlänge eine der kleinsten Arten der Gattung Trigonostigma. Der seitlich abgeflachte, zierliche Körper trägt das gattungstypische keilförmige Dreiecksmuster, das bei T. hengeli besonders schmal und kontrastarm ausfällt. Das schwarze Keildreieck ist kleiner und weniger tief reichend als bei T. espei oder T. heteromorpha.
Die Grundfärbung zeigt einen hellen, leicht orangefarbenen bis kupferfarbenen Ton mit zartem irisierende Schimmer. Männchen werden im Balzverhalten etwas farbintensiver, Weibchen sind fülliger, besonders vor dem Laichen. Im Handel werden T. hengeli und T. espei häufig vertauscht oder gemeinsam als „Keilfleckbärbling“ verkauft. T. heteromorpha ist deutlich größer (bis 4,5 cm), robuster und hat ein breiteres, tief reichendes Dreieck.
Besonderheiten
- Schmalstes, kontrastärmstes Keilmuster aller Trigonostigma-Arten
- Schwarzwasser-Spezialist aus Torfsumpfwäldern Sumatras
- Im Handel häufig mit T. espei verwechselt
- Verbreitung auf Borneo unsicher, nur Sumatra als gesichert
- Substrat-Eiableger: Eier an Blattunterseiten geheftet
- Zucht schwieriger als bei T. heteromorpha
Vergesellschaftungshinweise
Hengels Keilfleckbärbling gilt als sehr friedlich und ist einer der ruhigsten Schwarmfische für das Gesellschaftsbecken. Gruppen von 8 bis 10 Tieren sind nötig, idealerweise mehr. In kleinen Gruppen sind die Tiere schüchtern und verstecken sich. Männchen zeigen im Wettbewerb um Weibchen farbliche Konkurrenz, aggressive Auseinandersetzungen kommen nicht vor.
Geeignete Mitbewohner sind andere kleine Rasboras und Trigonostigma-Arten, Boraras spp., Parosphromenus spp., Sphaerichthys osphromenoides und kleine Schmerlen (Pangio kuhlii). Keine aggressiven, großen oder Fische mit stark abweichenden Wasseranforderungen ins Becken setzen.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden im Balzverhalten etwas farbintensiver. Weibchen sind fülliger, besonders vor dem Laichen. Äußerlich sind die Geschlechter ansonsten schwer zu unterscheiden.
Haltungstipps / Pflege
Hengels Keilfleckbärbling benötigt sehr weiches, leicht saures Wasser mit Temperaturen von 23 bis 28 °C, einem pH-Wert von 5,0 bis 7,5 und einer Gesamthärte von 1 bis 10 °dGH. Für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren ist ein Becken ab 54 Litern (60 cm Kantenlänge) geeignet.
Eine Schwarzwassereinrichtung mit Torf, Erlenzapfen und Seemandelbaumblättern entspricht dem natürlichen Habitat. Dichte Bepflanzung mit feinen Wasserpflanzen (Javamoos, Hornkraut, Cryptocorynen), Schwimmpflanzen und gedämpfte Beleuchtung bringen die besten Farben hervor. Schwache Filterströmung ist ausreichend.
Zucht und Fortpflanzung
Wie alle Trigonostigma-Arten ist T. hengeli ein Substrat-Eiableger. Die Eier werden an die Unterseite breiter Blätter von Anubias oder Cryptocoryne geheftet. Brutpflege findet nicht statt.
Die Zucht gilt als schwierig, besonders mit jüngeren Tieren. Ältere Exemplare über einem Jahr sind deutlich zuverlässigere Laicher. Für Zuchtversuche empfiehlt sich ein Separatbecken mit sehr weichem, saurem Wasser (pH 5,5 bis 6,0, GH 1 bis 3 °dGH) und gedämpftem Licht. Elterntiere nach dem Ablaichen entfernen. Aufzucht mit Infusorien, dann Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Hengels Keilfleckbärbling ist ein Mikropredator. In der Natur werden kleine Invertebraten, Insektenlarven, Zooplankton und Krebstiere erbeutet. Im Aquarium: Artemia-Nauplien, Daphnia, kleine Chironomiden, Mikrogranulat und Qualitätsflocken. Aufgrund der geringen Körpergröße von 3 cm sind kleine Futterpartikel nötig; gröberes Futter wird nicht aufgenommen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Trigonostigma hengeli kommt auf Sumatra (Indonesien) vor. Die Typusexemplare stammen aus Nebenflüssen des Tambesi-Systems in der Provinz Jambi. Eine Verbreitung auf Borneo wird diskutiert, ist aber nicht sicher belegt. Die Art bewohnt stehende und langsam fließende, dicht bepflanzte Gewässer: überschwemmte Waldgebiete, Sumpfbäche und Torfmoorgräben. Diese Habitate sind weich, säurereich und durch Huminsäuren braun gefärbt.
Hi, ist das auf dem Bild nicht Trigonostigma Espei?
Diese beiden Arten sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Sie unterscheiden sich in den roten „Strich“ unter dem Keil. Da dieses Tier jedoch ohnehin gut gefärbt ist, ist der Unterschied noch schwerer zu erkennen. Es zeigt jedoch die benannte Art.
Sorry, muss Martin zustimmen. Habe nämlich gerade das Problem, dass ich unbedingt Espei Keilflecke haben wollte, weil sie so schön flächig und ins rot gehende gefärbt sind wie auf dem Foto zu sehen. Mein Händler hat aber Hengelis bekommen, welche er mir trotzdem als die gewünschte Sorte weitergegeben hat?! Diese sind aber eher farblos mit einem neonorangenen Keil neben dem schwarzen…auch sehr hübsch, aber wenn man eigentlich gerade auf diesen flächigen Rotstich aus war…
Hey – toller Fisch und auch eine sehr schöne Vorstellung! (Alleine schon, dass auf die Wasserchemie eingegangen wird find ich positiv, bei vielen anderen fehlen sie schlicht und einfach…)
Danke.
Lest mal hier: https://web.archive.org/web/20150822210144/http://diskusmann.de:80/steckbriefe/karpfenaehnliche/trigonostigma_espei.htm
Durch den Kontakt zum Importeur wissen wir die genaue Herkunft. Leider sind diese beiden Arten nicht leicht zu unterscheiden.