Yasuhikotakia morleti

Deutscher Name: Stinkkopfschmerle

Bild: EFS, Partner des Zoofachhandels
Herkunft:
Asien, Laos, Ostasien, Südostasien, Thailand, Vietnam
Farben:
braun, orange, schwarz
Schwierigkeit:
Mittelschwer (Erfahrene Aquarianer)
Art: Yasuhikotakia morleti
Gattung: Yasuhikotakia
Familie: Botiidae

Beschreibung

Yasuhikotakia morleti ist eine mittelgroße Botiidae-Schmerle aus Südostasien und erreicht in der Natur bis zu 10 cm TL; im Aquarium bleiben die meisten Exemplare bei 8–9 cm. Das unverwechselbare Erkennungsmerkmal ist ein durchgehender, breiter schwarzer Streifen, der vom Maul über den gesamten Rücken bis zur Schwanzwurzel verläuft — wie ein „Stinktier-Streifen“ auf dem silbrig-cremefarbenen Grundkörper. Die Schwanzflosse trägt ein charakteristisches schwarzes Bandmuster. Jungfische zeigen zusätzlich undeutliche dunkle Querbänder, die im Erwachsenenalter weitgehend verschwinden. Der Körperbau ist gestreckt und seitlich leicht abgeflacht; das Maul ist nach unten gerichtet mit gut entwickelten Tastbartelchen. Die Suborbitalstacheln (unter den Augen) können bei Stress oder Gefangennahme ausgestreckt werden und in Netzen hängenbleiben. Weibchen werden etwas größer und sind bei Geschlechtsreife deutlich fülliger als Männchen.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Unverwechselbarer schwarzer Rückenstreifen („Skunk“-Muster); zuverlässiges Erkennungsmerkmal.
  • Tendenz zu Flossennagen und Belästigung; robuste Mitbewohner obligat.
  • Nachtaktiv; tagsüber Rückzug in Höhlen und unter Steine.
  • Sprungrisiko vorhanden — Abdeckung obligat.
  • Suborbitalstacheln: Plastikbehälter statt Netz beim Fang verwenden.
  • Gibt Klickgeräusche ab (typisch für Botiidae).
  • Saisonaler Migrationslaicher; Aquariumnachzucht praktisch unmöglich.

Vergesellschaftungshinweise

Y. morleti gilt als kämpferischer als manche Gattungsverwandten: Die Art neigt dazu, Flossen anzuknabbern und Mitbewohner zu belästigen, insbesondere bei Haltung in kleinen Gruppen. Die Intensität dieses Verhaltens variiert individuell; grundsätzlich ist die Art jedoch nur für größere, strukturreiche Gesellschaftsbecken mit robusten Mitbewohnern geeignet. Langsamschwimmende und schleierschwänzige Arten sollten auf keinen Fall als Mitbewohner gewählt werden. In größeren Gruppen (5+) ist die Aggressivität durch intraartliche Hierarchiefindung tendenziell besser verteilt. Herkunft: Südostasien — Mekong-Becken (Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam) sowie weitere Entwässerungen der Region. Geeignete Mitbewohner sind aktive, robuste mittelgroße südostasiatische Arten, die sich gegen leichtes Anknabbern behaupten können: Devario-Arten, größere Rasboras, Barilius-Arten, Danio-Arten, andere Botiidae (Y. modesta, Syncrossus-Arten) und Chromobotia macracanthus in sehr großen Becken. Schleierschwänzige Formen (Goldfische, Guppys mit Schleierflosse, Kampffische), langsamschwimmende Arten und sehr kleine Fische sind ungeeignet. Keine afrikanischen Cichliden. Zwerggarnelen sind gefährdet.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen sind bei Geschlechtsreife deutlich fülliger und wachsen etwas größer. Weitere eindeutige äußere Geschlechtsmerkmale sind nicht bekannt.
Größe:

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 23–28 °C; pH 6,0–7,5; GH 2–12 °dGH. Weiches bis mäßig hartes Wasser toleriert. Beckengröße: Mindestens 150 cm Beckenlänge (ca. 200–250 L) für eine Gruppe von 5 Tieren; der BMEL-Richtwert von 112 L ist für eine Gruppe aktiver, mittelgroßer Schmerlen als unzureichend zu betrachten. Empfohlen 200 L+. Einrichtung: Feiner Sand als Bodengrund. Viele Höhlen, Steinstapel, Terrakotta-Röhren und Wurzeln als Verstecke; jedes Tier benötigt sein eigenes Territorium. Robuste Bepflanzung (Anubias, Java-Farn, Cryptocoryne) ergänzt die Einrichtung. Gute Filterung; mittlere Strömung. Fütterung: Allesfresser; bevorzugt Kleintiere und Detritus. Sinkgranulat, Tabs, Frostfutter (Rote Mückenlarven, Artemia, Tubifex), gelegentlich pflanzliches Material. Abendliche Fütterung sichert ausreichende Versorgung.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
6-7,5
Temperatur:
23–28 °C
Beckengröße:
ab mind. 200 L (BMEL-Floor 112 L ist Untergrenze)

Zucht und Fortpflanzung

Im Aquarium durch Privathalter nicht möglich; kommerziell teilweise durch Hormoninduktion. Y. morleti ist ein saisonaler Migrationslaicher. Im unteren Mekong-Becken wandern Jungtiere von November bis Dezember von Zuflüssen und Überschwemmungsgebieten in die Hauptflusskanäle. Geschlechtsreife Tiere laichen zu Beginn der Regenzeit in überfluteten Zonen ab. Die DB-Einstufung als „Pflanzenlaicher“ ist unzutreffend. Lebenserwartung: 6–16 Jahre.

Ernährung/Futterbedarf

Ernährungstyp: Allesfresser (omnivor). Im Aquarium: Sinkgranulat, Tabletten, Frostfutter (Rote Mückenlarven, Artemia, Tubifex, Daphnien), gelegentlich pflanzliche Ergänzungen. Frisst auch Schnecken und kleine Wirbellose.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
6–16 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Südostasien: Mekong-System (Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam), Chao Phraya und weitere Entwässerungen. Sowohl stehende als auch fließende Gewässer; Rückzug zwischen Steinen und unter versunkenen Baumwurzeln; Wanderungen in Zuflüsse und überflutete Bereiche je nach Jahreszeit. Kohabitation mit Y. lecontei, Y. modesta und Syncrossus helodes im Mekong-Habitat.

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