Ambastaia nigrolineata
Beschreibung
Ambastaia nigrolineata (im Hobby häufig noch als Yasuhikotakia nigrolineata geführt) ist eine schlanke, bis zu 8 cm große Schmerle aus der Familie Botiidae. Der Körper zeigt eine gelblich-goldbraune Grundfarbe mit markanten dunklen Längsstreifen und ist stromlinienförmig an Strömung angepasst, mit abgeflachtem Bauch und kräftigen Flossen sowie fleischigen Lippen. Bei älteren Tieren können vertikale Balken die Längsstreifen verbinden. Im Aquarium zeigt die Art ausgeprägtes Bodenfischverhalten und ist besonders in Dämmerungsphasen aktiv. Die Art gilt als gefährdet (IUCN: Vulnerable).
Besonderheiten
- Subtropische Art – verträgt kühlere Temperaturen als tropische Schmerlen (20-25 °C)
- Springer – eng schließender Deckel notwendig
- Kupferempfindlich – Kupfer ist für Botiidae tödlich
- Ichthyo-anfällig durch feine Schuppen
- IUCN-Status: Gefährdet (Vulnerable)
- „Greying out“ bei Rangordnungskämpfen ist normales Verhalten
- Taxonomie: Gattung Ambastaia (nicht mehr Yasuhikotakia)
Vergesellschaftungshinweise
Schwarmfisch, aktiv, friedlich. Haltung: Gruppe (mindestens 5-6 Tiere). Verträglichkeit mit Wirbellosen: kleine Wirbellose gefährdet.
Ambastaia nigrolineata lässt sich mit robusten, nichträuberischen Beifischen halten, die ähnliche Ansprüche an Strömung und Sauerstoff haben. Kleine Garnelen (Neocaridina, Caridina) sind gefährdet, größere wie Amano-Garnelen werden meist toleriert. Die Art bildet komplexe Sozialhierarchien; Dominanzverhalten („Greying out“ – kurzzeitiger Farbverlust im Konflikt) ist normal und kein Zeichen einer Erkrankung.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen wirken meist fülliger und können etwas größer werden, während Männchen oft eine leicht verlängerte Schnauze und markantere, fleischigere Lippen ausbilden. Die Größendifferenz ist meist gering.
Haltungstipps / Pflege
Ambastaia nigrolineata benötigt ein gut gefiltertes, langgestrecktes Aquarium mit strukturierter Bodenzone. Wasserwerte: 20-25 °C, pH 6,5-7,5, GH 5-15 °dGH. Als subtropische Art verträgt die Schwarzstreifen-Prachtschmerle deutlich kühlere Temperaturen als tropische Schmerlen – dauerhaft hohe Temperaturen über 26 °C sind zu vermeiden. Feiner Sand oder abgerundeter Kies, Verstecke aus Wurzelholz und glatten Steinen reduzieren Rangordnungsstress. Offene Strömungsbereiche, leistungsfähige Filterung und Zusatzbelüftung sind wichtig; robuste Pflanzen wie Javafarn und Anubias eignen sich gut. Ein eng schließender Deckel ist notwendig – Ambastaia nigrolineata springt regelmäßig, besonders bei Erschrecken oder nächtlicher Aktivität. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind tödlich für Botiidae. Bei Ichthyo-Erkrankungen kupferfreie Alternativen verwenden.
Eine kurzfristige Absenkung auf 20-22 °C kann natürliches Verhalten und Laichbereitschaft fördern.
Zucht und Fortpflanzung
Die Nachzucht im Heimaquarium ist bisher nicht dokumentiert. In kommerziellen Zuchtfarmen wird die Vermehrung üblicherweise durch Hormoninjektionen angestoßen. Naturnahe Reizauslöser (Temperaturabsenkung, verstärkte Strömung) können als erste Stimuli versucht werden, reichen aber erfahrungsgemäß allein nicht aus.
Ernährung/Futterbedarf
Ambastaia nigrolineata ist vorwiegend karnivor mit omnivorer Neigung und nimmt lebende sowie gefrorene Futtermittel gut an. Akzeptierte Nahrung umfasst Mückenlarven, Artemia, Tubifex, Daphnien sowie hochwertige sinkende Pellets; ergänzend werden pflanzliche Beigaben wie blanchierte Zucchini, Gurke oder Spinat angenommen.
Natürlicher Lebensraum
Ambastaia nigrolineata bewohnt klare, sauerstoffreiche Fließgewässer des Mekong-Beckens in Yunnan (China), Laos und Thailand und findet sich bevorzugt an Stromschnellen und strömungsstarken Stellen in Hügelbach-Habitaten. Der Bodengrund besteht überwiegend aus feinem Sand und abgerundetem Kies. Während der Regenzeit nutzt die Art überschwemmte Uferbereiche zur Nahrungssuche. Die Art gilt als gefährdet (IUCN: Vulnerable).